Antwort an Rolf Gassmann, Mieterbund von Frank Distel
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Sehr geehrter Herr Gaßmann, lieber Rolf,
die persönliche Anrede belegt mein SPD-Parteibuch.
Nach Ihrem heutigen Beitrag in der Stuttgarter Zeitung sehe ich mich als früherer Baubürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft Backnang zu einer kritischen Stellungnahme veranlasst.
Nach meiner sorgfältigen Auswertung des Städtebaulichen Rahmenplans „Rosenstein“ ergibt sich glasklar, dass alle drei Quartiere am Bedarf bezahlbaren Wohnraums vorbeigeplant sind:
publish2025-08-14 13:52:10- Nach den Zahlen der Stadt zu den Bruttogeschossflächen lässt sich leicht auf die Summen der Wohnflächen schließen. Geht man vorsichtig vom letztlich wohl realistischen Mittelwert von 5.200 Wohneinheiten aus, so errechnet sich eine mittlere Wohnungsgröße von rund 68 m². Ich frage mich, ob das angesichts der zahlreich geplanten Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen aller Art noch familiengerechte – und bezahlbare – Wohnungen sind. Jedem Fachkenner muss klar sein, dass der (nicht subventionierte) Marktpreis in dortiger Innenstadtlage sicher bei über 12.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche liegen wird. Wenn das mal nur reicht, füge ich hinzu! Dies mit entsprechender Folge für die Mietpreise. Selbst mit jedweder denkbaren Subvention wird das für die am dringendsten nach geeignetem Wohnraum suchenden Familien mit Kindern nicht bezahlbar!
- Es ist zweifelsfrei zugunsten eines ausgewogenen Wohnungsmix‘ zudem von einem Anteil an größeren Wohnungen und Penthäusern ab 100 m² und mehr auszugehen. In diesem Fall ergibt sich für das Gros der familiengeeigneten Wohnungen gerade noch eine durchschnittliche Wohnfläche von 60 bis 63 m². Geht man von der Maximalzahl der Wohnungen des Rahmenplans von 5.700 Einheiten aus, bewegen sich die Wohnflächen noch deutlicher nach unten. Die Untergrenze des Rahmenplans von 4.700 Einheiten scheidet nach meiner Überzeugung aus schierem wirtschaftlichem Druck aus.
- Die Stadt Stuttgart verhebt sich pekuniär an den extremen Kosten für die Altlastenbeseitigung, die Bereitstellung der Bauflächen incl. innerer Erschließung und öffentlichen Gebäuden und gefährdet daher ihre finanzielle Zukunft! Sollte dies dennoch über Subventionen in einem finanziellen Kraftakt gelingen, stellt sich die Frage ob bezahlbarer Wohnraum bei den längst erkennbaren jahrelangen Verzögerungen auf den weiter benötigten Gleisflächen, nicht viel zu spät entsteht. Braucht die Stadt ab den 40er-Jahren überhaupt noch solche Wohnquartiere? Dagegen könnten andere Flächen über städtebauliche Entwicklung von Brachflächen in der Stadt deutlich schneller genutzt werden. Vor allem müsste endlich mal der Leerstand von 11.000 Wohnungen in Stuttgart wirkungsvoll bekämpft werden.