Lücke in der Klimaschutz-Finanzierung durch Verzicht auf klimabelastende Großprojekte schließen
luecke-in-der-klimaschutz-finanzierung-durch-verzicht-auf-klimabelastende-grossprojekte-schliessenpublish2021-10-25 09:15:09
Globaler Streiktag in Berlin / Forderungen an die zu erwartende Koalition
Das Aktionsbündnis unterstützt die Mobilisierung zur zentralen Klima-Demo am 22. Oktober in Berlin - und damit auch die Kritik und die Forderungen der jungen Klimaaktivist*innen im Vorfeld der Koalitionsbildung. „So unverzichtbar Kompromisse zwischen den divergierenden Verhandlungspartner*innen sind, so unverantwortlich sind halben Sachen und leere Versprechungen beim Klimaschutz. Mit der Natur und der Physik lassen sich keine Verhandlungen führen und Kompromisse eingehen“, so Martin Poguntke, Co-Sprecher des Aktionsbündnisses. Die Klimaschutzmaßnahmen drohen sich in der selbst gestellten Finanzierungsfalle zu verfangen: Milliardenausgaben v.a. für Klimaschutz, aber keine Steuererhöhungen und auch keine zusätzliche Kreditaufnahme!? Neben den vielen jetzt diskutierten Umwegfinanzierungen können mit dem Verzicht auf klimabelastende Infrastrukturprojekte immense Finanzierungmöglichkeiten erschlossen werden.- Zum Beispiel durch den Verzicht auf weiteren Autobahnausbau, der nur den Autoverkehr fördert, umweltfreundliches Bahnfahren ins Hintertreffen bringt, weiter Böden versiegelt und Unmengen CO2-intensiven Betons verbraucht.
- Durch Stopp und Konversion wachstumsfixierter Großprojekte, zu denen es klimaverträglichere Alternativen gibt, z.B. der geplante Fehmarnbelttunnel, die 2. S-Bahn-Stammstrecke in München, der geplanten zusätzliche Tiefbahnhof in Frankfurt, die Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona, …
- Und insbesondere durch Ausstieg/Umstieg bei Stuttgart 21! Das aus der Wachstumseuphorie der 90er-Jahre stammende Projekt ist ein klimapolitischer Sündenfall par excellence: durch Verkleinerung der Bahnhofskapazität würde Verkehr in großem Stil auf die Straße zurückverlagert - und es sollen für sogenannte Ergänzungsprojekte weitere Unmengen Beton und Sand verbraucht werden, um jetzt, wo die kapitalen Planungsmängel immer sichtbarer werden, noch zu retten, was nicht mehr zu retten ist.