Der zentrale Kritikpunkt an Stuttgart 21 ist, dass der Tiefbahnhof nicht einmal die 37 Züge in der Spitzenstunde bewältigt, die heute noch im bestehenden Kopfbahnhof fahren. Eine Erhöhung der Leistung ist damit nicht denkbar.

Es gibt in Deutschland und vermutlich weltweit keinen großen Bahnhof, in dem mehr als 4 Züge pro Stunde und Gleis abgefertigt werden können. Alle Bahnhöfe, in denen fahrplanmäßig mehr fahren, haben massive Pünktlichkeitsprobleme.

Stuttgart ist ein Mittelpunktsbahnhof, in dem sich die Züge aus 14 Richtungen kreuzen. Der Integrale Taktfahrplan braucht dafür 14 Gleise plus Reserve. Der Tiefbahnhof hat 8 Gleise; der Kopfbahnhof hat 16.

Die Behauptung, der „Stresstest“ habe 30 Prozent mehr Leistung bewiesen, stellt dem Tiefbahnhof nicht die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Kopfbahnhofs gegenüber (bis zu 50 Züge in der Spitzenstunde), sondern nur die 37, die er zurzeit regelmäßig erbringt — und rechnet die Tiefbahnhof-Leistung mit Tricks hoch.

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