Umlenken statt Kopf in den Sand (Pressemitteilung)
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(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-05-15 18:16:09Vor der Sitzung des Stuttgart21-Lenkungskreises
Umlenken statt Kopf in den Sand
Als Höhepunkt der S21-Absurditäten bezeichnet Bündnissprecher Dieter Reicherter die Planung einer weiteren S-Bahn-Stammstreckensperrung im Sommer 2026, während zuvor schon die Gäubahn vom Hauptbahnhof endgültig abgekoppelt werden soll. Das sich daraus erge bende Szenario hatte zu erheblichem Unmut selbst in den Reihen der S21-Treuen im Regionalparlament geführt. Die ohnehin verärgerten Oberbürgermeister der Städte entlang der Gäubahn sehen sich „verschaukelt“, was „noch milde ausgedrückt sei“, und konstatieren „eine verkehrspolitische Bankrotterklärung“ der verantwortlichen Politik, so eine Erklärung von acht betroffenen Oberbürgermeistern verschiedener Parteien entlang der Strecke. Angesichts dieses Drucks wird der Lenkungskreis nicht umhinkommen, sich von der jetzigen Planung zu verabschieden und eine Verschiebung der Gäubahnkappung zumindest auf Ende 2026 einzuleiten. „Dies wäre ein Stück Realitätssinn, würde die Probleme aber nicht lösen, sondern nur verschieben“, so Reicherter. Oder in den Worten der acht Oberbürgermeister: „Egal, was uns jetzt demnächst wieder als sogenannte Übergangslösung aufgetischt wird – das glaubt kein Mensch mehr.“ Die ganze S21-Projektplanung darf sich nicht von ihrer Scheinwelt aus Lichtaugen und Kelchstützen blenden lassen, sondern muss auf den Boden der Realität zurückkehren. Dazu gehört die Einsicht, dass der Kopfbahnhof auf Dauer erhalten bleiben muss, weil nicht reparable Kapazitätsdefizite, unwirksamer Brandschutz und eine noch lange fehlende Gesamtausstattung mit ETCS eine funktionsgerechte Inbetriebnahme von Stuttgart21 unmöglich machen werden. Der Kopfbahnhof kann und wird oben bleiben,- weil eine Rosensteinbebauung zur Fata Morgana geworden ist, weil die Neufassung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes eine Entwidmung der Gleisfläche ausschließt
- weil allein schon die Erschließungskosten die Stadt heillos überfordern würden
- weil durch die Planung Personalressourcen gebunden und andere Projekte kannibalisiert werden
- weil die schwerwiegenden Folgen für das Stadtklima eine Bebauung gar nicht zulassen.