(hier dieser Offene Brief als pdf-Datei)
Dieter Reicherter
publish2026-02-14 10:03:16Aktuelles Leserbriefe und Offene Briefe K21-neu7.2.2026
PERSÖNLICH! Herrn Präsidenten Kay Scheller Bundesrechnungshof Adenauerallee 81 53113 Bonn Steuerverschwendung beim Pfaffensteigtunnel (Verlegung der Gäubahnstrecke) Sehr geehrter Herr Präsident, die Probleme bezüglich Planung, Bau und Finanzierung des Pfaffensteigtunnels samt der Verlegung der bisherigen Strecke der Gäubahn zwischen Böblingen-Goldberg und Flughafen Stuttgart sind Ihnen bekannt. Möglicherweise untersucht der Bundesrechnungshof bereits die Vorgänge. Insoweit darf ich insbesondere Bezug nehmen auf die gemeinsamen Schreiben vom 31.10.2025 und vom 12.1.2026 von Herrn Baubürgermeister a.D. Frank Distel für die Schutzgemeinschaft Filder e. V. und von mir für das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 an Sie, welche allerdings unbeantwortet blieben. Ergänzend zu den Ihnen vorliegenden Informationen möchte ich mich als ehemaliger Angehöriger der Strafjustiz (Vorsitzender Richter am Landgericht a. D.), welcher jahrzehntelang für die Staatsanwaltschaft Stuttgart, Amtsgerichte im Bezirk des Landgerichts Stuttgart, Landgericht Stuttgart und Oberlandesgericht Stuttgart tätig war, wegen der rechtlichen und auch strafrechtlichen Problematik an Sie wenden. Denn je mehr ich mich mit diesem Projekt befasse, desto mehr scheinen mir die Vorgänge vergleichbar mit den Fällen organisierter Kriminalität, die ich insbesondere als Haft-und Ermittlungsrichter des Amtsgerichts Stuttgart zu bearbeiten hatte. Warum es für den Bundesrechnungshof wichtig sein sollte, sich mit den Entscheidungsvorgängen zu befassen und je nach dem Ergebnis der Untersuchungen auch eine Vorlage an die zuständige Staatsanwaltschaft zu prüfen, will ich nachfolgend darlegen. Gerne stehe ich Ihnen und Ihren Bediensteten auch zu einem persönlichen Gespräch zur Verfügung. Verlagerung der Finanzierung von der Bahn und ihren Projektpartnern bei Stuttgart 21 auf den Bund Die geänderte Führung der Gäubahn, nämlich nicht mehr auf der jetzigen Strecke von Böblingen über Stuttgart-Vaihingen und die Panoramabahn zum Hauptbahnhof Stuttgart, sondern bereits ab Böblingen-Goldberg über die Filderebene zum Flughafen Stuttgart und weiter durch den Fildertunnel zum Hauptbahnhof Stuttgart, entspricht sämtlichen Vereinbarungen der Bahn mit den Projektpartnern zum eigenwirtschaftlichen Vorhaben Stuttgart 21. Insbesondere ist sie auch eine der Grundlagen für den „Finanzierungsvertrag Stuttgart 21“ vom 30.3.2009. Es handelt sich unzweifelhaft um einen Teil des Projekts Stuttgart 21, was auch den früheren Planfeststellungsentscheidungen des Eisenbahn-Bundesamtes und des Verwaltungsgerichtshofs Baden-Württemberg entspricht. Zum Ausdruck kommt dies insbesondere in der zusammenhängenden Betrachtung aller Projektteile und der rechtlichen Konstruktion der „Gesamtrechtfertigung des Projekts“. Dies hat sich auch bei der sehr hohen Beteiligung des Flughafens Stuttgart an der Projektfinanzierung, insbesondere auch im Risikotopf, niedergeschlagen. Ohne diesen Gäubahn-Teil wäre das Gesamtprojekt Stuttgart 21 nie beschlossen und auch nie finanziert worden. Hintergrund ist die Motivation der Landeshauptstadt Stuttgart, auf dem jetzigen Gelände des Kopfbahnhofs samt Gleisvorfeld und Abstellbahnhof den neuen Stadtteil „Rosenstein“ zu errichten. Dem wäre der jetzige oberirdische Anschluss der Gäubahn im Weg, was zur Entscheidung der Streckenführung über den Flughafen geführt hat. Bahntechnisch notwendig war diese Verlegung zu keiner Zeit. Daher ist die Finanzierung der neuen Streckenführung (egal ob durch einen Tunnel oder wie ursprünglich geplant oberirdisch) Sache der Bahn mit ihren Stuttgart-21-Projektpartnern und nicht des Bundes. Nichtsdestotrotz wurde – offensichtlich wegen der horrenden Kostenüberschreitung bei Stuttgart 21 – die Führung der Gäubahn über den Flughafen Stuttgart plötzlich nach jahrzehntelanger Zugehörigkeit zum Vorhaben planrechtlich und bei der Finanzierung vom Projekt Stuttgart 21 getrennt. Dies geschah offenkundig deswegen, um die überschuldete Deutsche Bahn AG, die allein für die Mehrkosten des Projekts Stuttgart 21 aufkommen muss, zu entlasten und die Kosten der Gäubahnführung dem Bund aufzubürden. Zwar wurden 270 Millionen Euro für den S21-Planfeststellungsabschnitt 1.3b aus dem S21-Topf umgeschichtet. Doch dies stellt nur einen Bruchteil der nun dem Bund entstehenden Kosten dar. Irgendeine rationale Begründung für die Abtrennung ist nicht erkennbar. Passenderweise hat Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGo AG, bei der Präsentation der Finanzierungszusage durch den Bund den Tunnel als „weiteres Puzzleteil für Stuttgart 21“ bezeichnet. In strafrechtlicher Hinsicht stellt sich hier die Frage der Veruntreuung von Haushaltsmitteln durch die hierfür Verantwortlichen. Zu erwähnen ist hier auch die Volksabstimmung zum Projekt Stuttgart 21. Unabhängig davon, dass es sich juristisch nur um eine Abstimmung über eine mögliche Kündigung des Finanzierungsvertrages durch das Land Baden-Württemberg handelte und das Ergebnis ausweislich der mir schriftlich vorliegenden Auskunft der Landesabstimmungsleiterin keine rechtlichen Wirkungen hat, soll dennoch auf diese Abstimmung eingegangen werden. Denn nach wie vor berufen sich die Projektpartner und die politischen Parteien im Landtag auf jenes Ergebnis. Wenn sich jedoch die Politik an das Abstimmungsergebnis – auch wenn es juristisch keinerlei Bedeutung hat – nach 15 Jahren immer noch gebunden fühlt, so muss dies auch für den Anschluss der Gäubahn an die Landeshauptstadt gelten. Auch die Gäubahnverlegung als Teil des Projekts Stuttgart 21 war unzweifelhaft Gegenstand der Volksabstimmung. Deutschlandtakt als Begründung für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf Nach der mir vorliegenden Auskunft des bahnpolitischen Sprechers der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Matthias Gastel reicht allein schon die Begründung, ein Projekt diene dem Deutschlandtakt, für die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf aus. Dieses Argument wird daher auch beim Pfaffensteigtunnel angeführt. Es ist jedoch falsch, weil es im künftigen Digitalen Bahnknoten Stuttgart (DKS) keinen Deutschlandtakt geben wird. Dies darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Denn auf den acht Gleisen des Tiefbahnhofs lässt sich ein Deutschlandtakt, der schnelle Umstiegsmöglichkeiten in die anderen Destinationen vorsieht, nicht umsetzen. Es ist völlig unerheblich, wann ein Zug dort eintrifft, weil seine Ankunft und Weiterfahrt nicht auf die anderen Züge abgestimmt ist. Nach den bisherigen Planungen betragen die Umstiegszeiten daher bei manchen Verbindungen fast eine Stunde. Die Aufnahme in den vordringlichen Bedarf mit der Begründung des Deutschlandtakts ist daher zu Unrecht erfolgt. Pfaffensteigtunnel als Teil des Ausbaus der Gäubahn Der zweigleisige Ausbau der Gäubahn im südlichen Abschnitt ab Sulz Richtung Singen wurde schon lange geplant und in den vordringlichen Bedarf aufgenommen. Nachträglich wurde die weit entfernte neue Streckenführung im Norden ab Böblingen-Goldberg über den Flughafen zum Teil dieses Ausbaus und damit des vordringlichen Bedarfs erklärt. Dies ist rechtlich und tatsächlich falsch, denn es handelt sich um einen völlig anderen Streckenabschnitt. Zudem ist die bisherige Streckenführung über die Panoramabahn bereits zweigleisig. Es besteht also keinerlei sachlicher oder örtlicher Zusammenhang zwischen beiden Projekten. Vielmehr handelt es sich um ein völlig vom südlichen zweigleisigen Ausbau getrenntes Vorhaben, das für sich allein bewertet werden müsste. Letztendlich lässt sich ohnehin vorhersagen, dass angesichts der immensen Kosten des Pfaffensteigtunnels mangels verfügbarer Mittel der zweigleisige Ausbau des Südabschnitts, welcher Anlass für die Aufnahme des Gäubahnausbaus in den vordringlichen Bedarf war, auf viele Jahre hinaus nicht wird umgesetzt werden können. Er hat nur noch eine Alibifunktion. Berechnung des Nutzen-Kosten-Verhältnisses (NKV) Um die Finanzierung durch den Bund zu rechtfertigen, müsste dem Pfaffensteigtunnel ein NKV von mindestens 1,0 bestätigt werden. Für den Tunnel samt Anbindung an die Bestandsstrecke und an den Fildertunnel hätte dieser NKV nicht nachgewiesen werden können. Denn stündlich fahren auf dem Abschnitt nur wenige Züge, in denen nur wenige Reisende überhaupt zum Flughafen wollen. Güterzüge können dort nicht verkehren. Daher ist der Nutzen gering. Um dies zu verschleiern, wurde jedoch das NKV für beide nicht zusammengehörenden Teile ohne jegliche Rechtfertigung gemeinsam ermittelt. Weil der zweigleisige Ausbau im Süden insbesondere auch wesentliche Verbesserungen für den Güterverkehr mit sich bringt, ist das NKV für jenen Abschnitt so hoch, dass es – zumindest mit einer zu niedrigen Einschätzung der Kosten des Tunnels und anderer Manipulationen – für beide Teile zusammen angeblich für ein NKV von über 1,0 reichte. Dies erinnert sehr stark an die Manipulationen beim NKV für die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm, deren Kosten hinterher weit höher als bei der Berechnung lagen. Das NKV wurde nur dadurch über 1,0 gehievt, weil der Nutzen von Güterzügen einberechnet wurde, obwohl von vornherein klar war, dass diese auf der Strecke nie fahren würden. Ohnehin stehen – wie Ihnen sicher bekannt ist – derartige NKV-Berechnungen bei zahlreichen Projekten im Verdacht, aus Gründen der Durchsetzung politisch gewollter Vorhaben geschönt worden zu sein. Bzgl. des jetzt behaupteten NKV sei noch anzumerken, dass bei der Führung der Gäubahnstrecke über den Flughafen Stuttgart der dadurch für zahlreiche Reisende entstehende Schaden nicht vom behaupteten Nutzen abgezogen wurde. Denn der zum Regionalbahnhof ausgebaute Bahnhof Stuttgart-Vaihingen verliert seine Bedeutung, weil er von den Zügen der Gäubahn gar nicht mehr angefahren werden wird. Das macht insbesondere den Umstieg für Reisende, die weder den Flughafen Stuttgart noch den Hauptbahnhof Stuttgart erreichen wollen, weit schwieriger. Denn sie sind gezwungen, wenn sie zum Beispiel nach Stuttgart-Vaihingen wollen, bereits in Böblingen von der Gäubahn auf andere Verkehrsmittel umzusteigen. Das bringt zwangsläufig Unbequemlichkeiten und Zeitverluste mit sich. Nach der Darstellung der Verantwortlichen für die bevorstehende Kappung der jetzigen Gäubahnstrecke (Panoramabahn), ein großer Teil der Reisenden auf der Gäubahn wolle gar nicht ins Stuttgarter Stadtzentrum fahren, stellt dies einen erheblichen Nachteil der neuen Streckenführung dar. Bevorzugung des Projekts gegenüber anderen des vordringlichen Bedarfs Auf meine Nachfrage, wer denn entscheide, welche der im vordringlichen Bedarf gelisteten zahlreichen Projekte tatsächlich gebaut werden, schrieb mir MdB Matthias Gastel: „Das Thema ist hochkomplex und ich kann es weder hier noch in einem Telefonat vollständig erklären, da es nicht wirklich logisch ist und im Einzelfall entschieden wird, wie es gehandhabt wird. ... Transparent war und ist das nicht.“ Erstmals erfolgte bei diesem Vorhaben die Entwurfs- und Ausführungsplanung mit beteiligten Firmen als „Partnerschaftsmodell Schiene“. Dabei gingen Bahn, Baufirmen und das Eisenbahn-Bundesamt bildlich gesprochen Hand in Hand. Anderen viel sinnvolleren Projekten wurde diese Beschleunigung nicht gewährt. Aufschlussreich, wie die Umsetzung von Projekten zustande kommt, ist, dass sich laut einer Anfrage von Bündnis 90/ Die Grünen im Bundestag „seit 2002 jährlich in Fulda Vertreter des Bundesverkehrsministeriums, der Deutschen Bahn AG und des Eisenbahn-Bundesamts treffen, um die unterjährige und mittelfristige Finanzplanung für die Umsetzung des Bedarfsplans Schiene zu besprechen.“ Weiterhin werde „über die Finanzplanung für den Neu- und Ausbau auf Sicht von fünf bis zehn Jahren“ beraten. „Eine parlamentarische Kontrolle der Absprachen findet nicht statt.“ Von dieser Runde ist der Weg nicht weit zu den Lobbyisten der Tunnelbauer. Marktführer ist die Firma Herrenknecht, die seit vielen Jahren eng verbunden mit der Politik ist. Dies zeigt sich schon seit jeher im Aufsichtsrat, angefangen vom Ex-Ministerpräsidenten Lothar Späth, gefolgt vom früheren LBBW-Vorstandsvorsitzenden Hans-Jörg Vetter, bis hin zum Ex-Ministerpräsidenten Oettinger, Ex-Bundeskanzler Schröder und Ex-Bahn-Vorstandsvorsitzenden Grube. Nach einem Bericht des „Spiegel“ spendete Martin Herrenknecht 2021 knapp 300.000 Euro an die CDU. Der Wahlkampf des früheren Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU) wurde demnach mit 20.000 Euro von der Herrenknecht AG unterstützt. Enge Verbindungen gibt es auch zur Firma WBI. Deren Gründer Wittke hat sich auf das Bauen im Anhydrit spezialisiert und dem Projekt Stuttgart 21 bescheinigt, im dortigen Anhydrit könne sicher gebaut werden. Die Firma WBI wird „mit Unterstützung und Sponsoring der DB InfraGO AG“, welche für Bauten der Deutschen Bahn AG zuständig ist, im Juni 2026 den „11. Felsmechanik- und Tunnelbautag“ veranstalten. Dazu laden als Mitglieder des Beirats Vertreter der Bauindustrie, der DB InfraGo AG, der Stadt Stuttgart und des Bundesverkehrsministeriums sowie S21-Chef Olaf Drescher, der frühere S21-Chef Manfred Leger und Dr.-Ing. E. h. Martin Herrenknecht ein. Geboten wird auch ein Vortrag „Der Tunnel Wartberg als Teil der P-Option in Stuttgart. Herausforderungen beim Tunnelbau im innerstädtischen Bereich“ von Mitarbeitern der DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH und Dr.-Ing. Martin Wittke. Zum Verständnis: Auch die P-Option ist ein aufwändiges Zusatzprojekt zu Stuttgart 21, das möglichst schnell mit weiteren Steuermitteln umgesetzt werden soll. Merkwürdigkeiten bei der Auswahl zur Förderung Abschließend möchte ich mit meinen strafrechtlichen Erfahrungen, die ich eingangs erwähnt hatte, noch auf Auffälligkeiten bei der Umsetzung des Projekts eingehen. Die Bevorzugung dieses längsten Eisenbahntunnels Deutschlands für die wenigen Reisenden, die überhaupt zum Stuttgarter Flughafen wollen, führt zu einer eklatanten Benachteiligung anderer wichtiger Bahnprojekte in ganz Deutschland. Dies betrifft nicht nur längst versprochene Verbesserungen im Osten, sondern beispielsweise auch die Vernachlässigung des wichtigen Bahnknotens Mannheim. Die mit dem Pfaffensteigtunnel verbundene Kannibalisierung zeigt sich auch bei der jetzigen Finanzierungszusage: Von 2,5 Milliarden Euro für Bahnprojekte gehen fast 1,7 Milliarden an den Pfaffensteigtunnel. Alle anderen dringend notwendigen Infrastrukturprojekte in der Fläche fallen hinten runter. Zur Verschleppung des längst gebotenen viergleisigen Ausbaus der Bahnstrecke Mannheim-Heidelberg ging mir im Rahmen meiner journalistischen Tätigkeit ein Hinweis zu, man habe bewusst die Planungen für dieses Projekt nicht zügig vorangetrieben. Denn angesichts der Ansage des Bundes, nur baureife Vorhaben fördern zu wollen, habe eine Konkurrenz mit dem Pfaffensteigtunnel vermieden werden sollen. Der Hinweisgeber ist auf hoher Ebene mit der Materie befasst und erscheint mir glaubwürdig. Konkrete Nachweise zu seiner Aussage liegen mir jedoch nicht vor. Ihre Behörde hat dazu bessere Recherchemöglichkeiten. Allerdings erscheinen mir die Angaben plausibel angesichts der seit Jahrzehnten zu beobachtenden Tendenzen in der Landespolitik, die Interessen der Landeshauptstadt über diejenigen der übrigen Landesteile zu setzen. Sehr geehrter Herr Präsident, abschließend bitte ich um zeitnahe Auskunft, ob der Bundesrechnungshof wie vorgeschlagen eine Untersuchung eingeleitet hat bzw. einleiten wird. Nach meiner Auffassung ist mir hierzu Auskunft zu erteilen. Denn anderenfalls wäre die gesetzliche Regelung, dass nach dem Ermessen des Bundesrechnungshofs eine Einsichtnahme in Ihren Bericht ermöglicht werden könnte, nicht umsetzbar. Mit freundlichen Grüßen Dieter Reicherter(hier das Protokoll als pdf-Datei)
Aktionsbündnis gegen S21
Protokoll der digitalen Sitzung am 27. Januar 2026, 17 bis 19:10 Uhr
ArchitektInnen für K21: Norbert
Bündnis Rems-Murr für Kopfbahnhof Stuttgart: Ernst
Bürgerbahn-Denkfabrik: Andi
Eisenbahnerstammtisch: ---
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Juristen zu S21: Dieter (Sprecher)
Linke: ---
Mahnwache: ---
Stadtteilgruppen: Doris
Schutzgemeinschaft Filder: Frank, Steffen
SÖS: Christine (ab 18:45 Uhr)
SPD-Mitglieder gegen S21: Hermann
Netzwerke 21: ---
TheologInnen gegen S21: Martin (Sprecher)
UnternehmerInnen gegen S21: ---
VCD: ---
Ziviler Ungehorsam: Gisela (bis 17:50 Uhr)
Als Gäste: Jörg, Ulli
Entschuldigt: Heidi, Margarete
Moderation: Doris (für Ernst)
Protokoll: Hermann (für Martin)
publish2026-02-12 09:53:19AB-Protokoll K21-neu- Klärung etwaiger technischer Probleme: keine
- Eröffnung: Dieter begrüßt die Teilnehmer/innen. Martins Protokoll der nächsten Sitzung steht noch aus.
- Hauptthema:
- Veranstaltung im Demokratischen Zentrum Ludwigsburg (vorgezogen von TOP 4.4.): Gisela stellt eine Aktivität mit dem Demokratischen Zentrum Ludwigsburg in Aussicht, für die aber noch wenig Konkretes feststehe. Dabei sieht sie Chancen für eine gemeinsame Aktion anlässlich des Baubeginns beim Pfaffensteigtunnel und fragt, wer von uns mitmachen könnte. In diesem Zusammenhang berichtet Dieter von einer mit Ebbe Kögel vereinbarten „Allmende“-Veranstaltung am Dienstag, 3. März, in Kernen-Stetten. Frank könnte auch dorthin kommen. Zudem hat Norbert einen neuen Song mit Angelika Linckh in Arbeit („Für Euch soll's tote Hosen regnen“).
- Bericht über Bewegungsveranstaltung am 19. Januar: Nicht nur Doris war begeistert über die Auftritte von Jürgen Resch und Jörg Jäkel bei der mit knapp hundert Teilnehmer/innen sehr gut besuchten, von Aktionsbündnis und Demo-Team gemeinsam ausgerichteten Veranstaltung zur Information der Bewegung. Dieter fehlten allerdings Rückmeldungen von Teilnehmenden zur Frage, was nun weiter weiter geschehen solle. Dazu habe die Diskussion wohl zu lange gedauert. Jörg hätte sich zudem ein Protokoll der Veranstaltung gewünscht. Auf Ernsts dortiges Treffen mit Ulrich Pfeiffer folgt eine Diskussion, ob und wie und an wen dieser die AB-Position zum Tief-, Haupt- oder Kombibahnhof wiedergegeben habe. Da Pfeiffers Darstellung offenbar ein Einschwenken des Aktionsbündnisses für den Kombibahnhof unterstelle, wird Dieter dazu mit ihm Kontakt aufnehmen (was mit Mail vom 27. Januar inzwischen auch geschehen ist). Frank plädiert dafür, uns zur Frage des Kombibahnhofs zu positionieren und dazu auch eine komplette Sanierung des Kopfbahnhofs zu propagieren. Die Runde ist sich einig, dass wir uns nun stärker für den Erhalt des Kopfbahnhofs als gegen den Betrieb des Tiefbahnhofs engagieren sollten. Auch Doris betont das Ja zum Kopfbahnhof, plädiert für einen „Bahnhof mit Vernunft“ und legt dabei Wert auf einen „funktionsfähigen Bahnverkehr“. Jörg berichtet von Bernhard Hindersins Hinweis auf das Architekturbüro Schlaich, das sich mit der Verbindung vom Kopf- zum Tiefbahnhof beschäftige. Auch Werner hält es für notwendig, dass wir in der Fachdiskussion über die Verbindung von Tief- und Kopfbahnhof mitmischen. Allerdings blieben die Mängel des Tiefbahnhofs wie Brandgefahr, Gleisneigung und Überschwemmung weiter bestehen. Am 28. Januar will Frank mit Dr. Lieber über die Idee sprechen, Eisenharts Bedenken zum Brandschutz vors Bundesverfassungsgericht zu bringen. Doris fordert, zu allen perspektivischen Fragen die Bewegung weiter aktiv einzubeziehen. Da die Veranstaltung am 19. Januar sehr gut angekommen sei, so Martins Fazit, solle eine weitere so bald wie möglich folgen.
- Meinungsaustausch:
- Landtagswahlkampf: Dieter wurde in der Sprecherrunde beauftragt, mit Tom Adler über Aktivitäten zu reden. In Übereinkunft mit Tom und Hannes ist eine Veranstaltung dazu am 23. Februar geplant. Luigi Pantisano werde eine Wahlkampfreise auf der Gäubahn unternehmen. Werner wirbt für Kontakte mit dem Landesverband der Linken und dafür, dass Sebastian Stark sein Mandat im Aktionsbündnis wahrnimmt. Dabei sei Die Linke die einzige Partei, die unser Thema vertrete. Notwendig sei aber eine eigene Veranstaltung „über unsere Blase hinaus“. Frank äußert sich frustriert über die Haltung seiner SPD zum Pfaffensteigtunnel und zur Kappung der Gäubahn. Wichtiger als eine eigene Veranstaltung findet Ernst einen Flyer, der noch rechtzeitig vor der Landtagswahl verteilt werden sollte. Außerdem sei zu verweisen auf die Aussagen zum Erhalt des Kopfbahnhofs und der Gäubahn im Programm der Grünen zur Landtagswahl. Auch das Engelhardt-Papier sollte seiner Ansicht nach bei den Montagsdemos präsent sein. Martin unterstützt die Idee des Flyers. Steffen kündigt für Ende Februar einen Neujahrsempfang mit Steffen Bilger an, bei dem die SG Filder ein Flugblatt verteilen werde. Frank lädt die Bewegung und Pro Gäubahn ein, dort zahlreich dabei zu sein. Nach der Sitzung der SG Filder wird die Sprecherrunde des AB darüber beraten. Uli Stübler habe angeboten, ein Banner dafür zu entwickeln.
- Baubeginn Pfaffensteigtunnel: Werner sieht einen guten Ansatz darin, beim Spatenstich „unser Fähnchen aufzustellen“. Frank kündigt an, die SG Filder werde in ihrer Vorstandssitzung am 29. Januar darüber beraten. Werner sieht die Chance, daraus „gemeinsam mehr zu machen“. Die Sprecherrunde wird sich darüber austauschen. Jörg rechnet zudem mit Aktivitäten des Gäubahnbündnisses, das am 4. Februar dazu tage.
- Vorgezogen als 3.1.
- Bericht über Gespräch mit Frank Nopper am 16. Januar: Nach ihrem Brief an Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) wurden Dieter und Frank zum Gespräch ins Stuttgarter Rathaus eingeladen. Dabei habe, so berichtet es Frank, OB Frank Nopper eingeräumt, dass die S21-Grundstücke wohl verkauft werden müssten. Am Gespräch beteiligt waren von der Stadt auch Ines Aufrecht, Leiterin der Abteilung „Koordination S21/Rosenstein“, deren Untergebener Hagen Zipperle und der Stadtdirektor Dr. Winfried Klein, der das Referat für Verwaltungskoordination, Kommunikation und Internationales leitet. Frank erzählt von seinem Vortrag über die (mangelhafte) Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs und seinen Argumenten für den Erhalt des Kopfbahnhofs. Sein Gedanke, mit der „Maker City“ zu beginnen, sei von der Stadt tendenziell bestätigt worden. Sehr deutlich sei Frank beim Thema „Pfaffensteigtunnel“ geworden. Wenn dieser Tunnel wider besseres Wissen gebaut werde, bleibe der Stadt nichts anderes übrig, als die Bebauuung des Rosensteins zu verschieben. Nopper habe interessiert zugehört, aber geantwortet: „Wenn Sie Recht haben, bleibt noch genügend Zeit, um das Ruder herumzureißen.“ Im Grundsatz glaube die Stadt sowieso immer der Bahn. Dieter bestätigt das Zuhören der Gegenseite, aber zugleich auch deren unqualifizierte Einwände und die Ignoranz gegenüber Fakten und sachlichem Vortrag. Die Höhe der Kosten sei von der Stadt dabei allerdings nicht bestritten worden. Klein habe um Unterlagen zum Briefwechsel mit Stuttgarts Branddirektor Dr. Georg Belge gebeten, der selbst mit uns partout nicht reden wolle. OB Nopper glaube an die Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs.
- Bericht über Bundestags-Verkehrsausschuss am 14. Januar: Werner hat noch wenig Information von Luigi Pantisanos Büro dazu erhalten. Jörg teilt mit, dass Klaus Müller zum Jahreswechsel Michael Pradel als Technikchef der PSU (Projektgesellschaft der DB AG für das Bahnprojekt Stuttgart 21 und der Schnellfahrstrecke Wendlingen-Ulm) ablöste. Zuvor war Müller im Vorstand von DB InfraGO und DB Kommunikationstechnik und habe somit mehr Erfahrung in Fragen der Digitalisierung als sein Vorgänger. Frank und Dieter sollen mit Klaus Müller das Gespräch suchen
- ABBD-Petition, Berlin-Fahrt: Ernst zufolge tagt der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages am 23. Februar in Berlin. Er selbst fahre dorthin, eine Begleitung sei willkommen. In der Sache wehrten Bauern sich dagegen, dass Pläne der Bahn ihre Felder zerschnitten. Dieser Petition habe das ABBD (Aktionsbündnis Bahn Bürgerinitiativen Deutschland) sich angeschlossen, ein Beiprogramm dazu sei vorbereitet.
- ABBD-Antrag zum Deutschland-Takt: Um das Verhältnis von Kosten und Nutzen des Deutschlandtakts zu ermitteln, müsse auch dessen Kohlendioxid-Fußabdruck berücksichtigt werden. Diesen Aspekt habe, so berichtet es Ernst, Jürgen Zimmermann vom Widerstand gegen das Bahnprojekt Ulm-Augsburg ins Spiel gebracht. Derartige Forderungen müssten auch in den Zielfahrplan einfließen. Ernst hat den entsprechenden Antrag dazu am 19. Januar per E-Mail ans Aktionsbündnis geschickt. Einstimmig wird beschlossen, ihn zu unterstützen. Die Sprecher verabreden, wer von ihnen das Dokument unterschreiben wird.
- Verschiedenes:
- Aufkleber uud Banner: Uli Stübler habe, so berichtet es Werner, Entwürfe für einen Aufkleber entwickelt, der das Motiv des neuen Banners an der Mahnwache aufgreife. Wegen des dort abgebildeten Gesichts stellt Steffen die Frage nach dem Urheberrecht. Bislang sei, so Werner, nicht geklärt, wer dort dargestellt sei. Mutmaßlich seien es weder Heinz Erhardt, dessen Erben keine Freigabe erteilen würden, noch der aus der „Heute-Show“ bekannte Hans-Joachim Heist alias „Gernot Hassknecht“. Jörg erinnert an die Idee einer Postkarte, die in der Sprecherrunde weiter beraten werden soll.
Kein Grund zum Feiern – Baustart Pfaffensteigtunnel ist ein fatales Signal für die Gäubahn
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis reagiert mit scharfer Kritik und Empörung auf den Beginn der vorbereitenden Bauarbeiten für den Pfaffensteigtunnel – einem weiteren Versuch, die gravierenden Planungsfehler von Stuttgart 21 notdürftig zu kaschieren. Statt die internationale Bahnverbindung zwischen Stuttgart, Singen, Zürich und Mailand zu stärken, setzen Deutsche Bahn, Bund und Politik erneut ein verkehrspolitisch falsches, ökonomisch unverantwortliches und klimapolitisch schädliches Signal.
Der Pfaffensteigtunnel ist und bleibt eine teure, unwirtschaftliche und verkehrlich sinnlose Fehlplanung, so das Pro Gäubahn Landesbündnis. Er löst kein einziges der strukturellen Probleme der Gäubahn und verschlechtert ihre Leistungsfähigkeit langfristig. Mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von unter 0,3 ist das Projekt ökonomisch nicht zu rechtfertigen und hätte nach allen anerkannten Bewertungsmaßstäben niemals genehmigt werden dürfen.
Besonders absurd ist: Die Deutsche Bahn hat bis heute keinen einzigen der Tunnel von Stuttgart 21 auch nur annähernd planmäßig fertigstellen können. Massive Kostensteigerungen, jahrelange Verzögerungen und technische Probleme sind dort längst die Regel. Anstatt diese selbst verschuldete Misere aufzuarbeiten, setzt die DB nun auf ein Ablenkungsmanöver – und will mit dem Pfaffensteigtunnel ausgerechnet den längsten Eisenbahntunnel Deutschlands oben drauf setzen. Ein weiteres Hochrisikoprojekt soll davon ablenken, dass Stuttgart 21 insgesamt außer Kontrolle geraten ist.
„Wir sehen diesen Baustart nicht als Fortschritt, sondern als verkehrspolitische Bankrotterklärung“, erklärt Hendrik Auhagen, Sprecher von Pro Gäubahn Konstanz. „Die Gäubahn wird damit faktisch von ihrer bewährten, leistungsfähigen Trasse abgehängt und in eine umständliche, störanfällige Sackgasse über Flughafen und Tiefbahnhof gezwungen – zulasten der Fahrgäste, der Zuverlässigkeit und des internationalen Schienenverkehrs.“
Das Landesbündnis kritisiert insbesondere:
publish2026-02-12 09:03:52Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis reagiert mit scharfer Kritik und Empörung auf den Beginn der vorbereitenden Bauarbeiten für den Pfaffensteigtunnel – einem weiteren Versuch, die gravierenden Planungsfehler von Stuttgart 21 notdürftig zu kaschieren. Statt die internationale Bahnverbindung zwischen Stuttgart, Singen, Zürich und Mailand zu stärken, setzen Deutsche Bahn, Bund und Politik erneut ein verkehrspolitisch falsches, ökonomisch unverantwortliches und klimapolitisch schädliches Signal.
Der Pfaffensteigtunnel ist und bleibt eine teure, unwirtschaftliche und verkehrlich sinnlose Fehlplanung, so das Pro Gäubahn Landesbündnis. Er löst kein einziges der strukturellen Probleme der Gäubahn und verschlechtert ihre Leistungsfähigkeit langfristig. Mit einem Nutzen-Kosten-Faktor von unter 0,3 ist das Projekt ökonomisch nicht zu rechtfertigen und hätte nach allen anerkannten Bewertungsmaßstäben niemals genehmigt werden dürfen.
Besonders absurd ist: Die Deutsche Bahn hat bis heute keinen einzigen der Tunnel von Stuttgart 21 auch nur annähernd planmäßig fertigstellen können. Massive Kostensteigerungen, jahrelange Verzögerungen und technische Probleme sind dort längst die Regel. Anstatt diese selbst verschuldete Misere aufzuarbeiten, setzt die DB nun auf ein Ablenkungsmanöver – und will mit dem Pfaffensteigtunnel ausgerechnet den längsten Eisenbahntunnel Deutschlands oben drauf setzen. Ein weiteres Hochrisikoprojekt soll davon ablenken, dass Stuttgart 21 insgesamt außer Kontrolle geraten ist.
„Wir sehen diesen Baustart nicht als Fortschritt, sondern als verkehrspolitische Bankrotterklärung“, erklärt Hendrik Auhagen, Sprecher von Pro Gäubahn Konstanz. „Die Gäubahn wird damit faktisch von ihrer bewährten, leistungsfähigen Trasse abgehängt und in eine umständliche, störanfällige Sackgasse über Flughafen und Tiefbahnhof gezwungen – zulasten der Fahrgäste, der Zuverlässigkeit und des internationalen Schienenverkehrs.“
Das Landesbündnis kritisiert insbesondere:
- Verdrängung des echten Ausbaus: Der dringend notwendige zweigleisige Ausbau zwischen Horb und Tuttlingen wird weiter auf unbestimmte Zeit verschoben – mit gravierenden Folgen für Pünktlichkeit, Kapazität und Klimaschutz. • Milliardenverschwendung statt Verkehrswende: Öffentliche Gelder fließen in einen Tunnel ohne verkehrlichen Mehrwert, während sinnvolle und wirksame Investitionen in den Ausbau der Gäubahn systematisch blockiert werden. • Gefährdung der internationalen Verbindung: Die neue Streckenführung schwächt eine zentrale Nord-Süd-Achse des europäischen Bahnnetzes und gefährdet die Anbindung an den stabilen und verlässlichen Schweizer Taktfahrplan. • Steigendes Bau- und Betriebsrisiko: Nach den Erfahrungen mit den S-21-Tunneln drohen auch beim Pfaffensteigtunnel jahrelange Verzögerungen, Kostenexplosionen und dauerhafte Betriebsprobleme – auf Kosten der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.
- den Bau des Pfaffensteigtunnels unverzüglich zu stoppen,
- die vorgesehenen Mittel stattdessen in den zügigen und vollständigen zweigleisigen Ausbau der Gäubahn zu investieren,
- den Stuttgarter Kopfbahnhof dauerhaft als zentrale Anbindung der Gäubahn zu sichern und die geplante Kappung der Strecke endgültig zu unterlassen.
https://youtu.be/pIvpCEfMZ_g
Hier ein Link zu 7 kurzen Filmen (2- 6 Minuten) über S 21.
Der renommierte Regisseur Klaus Gietinger versucht hier das ganze Desaster in 7 kurzen Filmchen sachlich und mittels kurzen Experteninterviews zusammenzufassen.
Er bittet um Weiterverbreitung.
publish2026-02-11 17:24:43Aktuelles K21-neu Videos(hier das Protokoll als pdf-Datei)
Aktionsbündnis gegen S21
Protokoll der digitalen Sitzung am 13.1.2026, 17.00 Uhr
(digital) anwesend (v = verhindert):
ArchitektInnen für K21: Norbert
Bündnis Rems-Murr für Kopfbahnhof Stuttgart: Ernst
Bürgerbahn – Denkfabrik: Andi
Eisenbahnerstammtisch: v
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Juristen zu S21: Dieter
Linke: –
Mahnwache: Margarete
Stadtteilgruppen: Doris & Heidemarie
Schutzgemeinschaft Filder: Frank & Steffen
SÖS: Christine & Reinhard
SPD-Mitglieder gegen S21: v
Netzwerke 21: –
TheologInnen gegen S21: Martin
UnternehmerInnen gegen S21: –
VCD: Markus
Ziviler Ungehorsam: Gisela
Als Gast: Ingenieure22: Ulli & Jörg
Moderation: Doris (ab 18.30 Uhr: Markus)
Protokoll: Martin (für Hermann)
publish2026-02-11 09:49:09AB-Protokoll K21-neu- Eröffnung – Protokoll der letzten Sitzung: 1-stimmig angenommen – TO heute: TOPs 2.1 und 2.2 werden wg. Dringlichkeit getauscht
- Hauptthema:
- Vorbereitung Bewegungsveranstaltung am 19.1. im WKV Dieter berichtet, dass er die Veranstaltung zusammen mit Tom sehr einvernehmlich vorbereitet habe. Nachdem klar geworden sei, dass auch Jürgen Resch daran teilnimmt, habe er einen Wechsel der Räumlichkeit weg vom (dann zu kleinen) Forum 3 hin zum WKV entschieden – die Miete sollten AB und Demoteam hälftig tragen. Zur Mobilisierung für die Veranstaltung habe er einen Flyer verfasst und drucken lassen. Als Charakter der Veranstaltung sei bewusst kein Rechenschaftsbericht geplant worden, sondern eine offene Diskussion über aktuelle Fragen. Für den Ablauf gebe es keine genaue Planung, er sei eher spontan gedacht.
- Baubeginn Pfaffensteig im Februar? Frank berichtet, das Kosten-Nutzen-Verhältnis werde von allen Gäubahn-Initiativen kritisch gesehen; er habe deshalb einen Brief an den Bundesrechnungshof in Arbeit. Beim Filder-Pressestammtisch an diesem Vormittag mit einem Mitglied des Seniorenrats, einem freien Journalisten und Christian Milankovic habe letzterer die Fakten korrekt vorgetragen und halte unsere Kostenschätzung (3,x Milliarden) für realistischer als die Bahn-Angaben. Frank geht davon aus, dass der teure Tunnel möglicherweise den 2-gleisigen Gäubahn-Ausbau kannibalisiere. Die Schutzgemeinschaft Filder werde evtl. gegen den Pfaffensteigtunnel klagen; dies habe allerdings keine aufschiebende Wirkung. Die Grünen hätten sich für den Tunnel ausgesprochen, weil er angeblich die Gäubahn rette – weshalb möglichst schnell gebaut werden solle. Und die Bauern auf der Filder hätten – nach anfänglich großem Widerstand – inzwischen ihren Frieden damit gemacht. Ernst regt an, bei Wahlveranstaltungen (Hagel, Özdemir) die jüngste PM der Gäubahn-Inis zu verteilen. Frank ergänzt, entlang der Gäubahn werde dies von den jeweiligen Inis gemacht. Werner fragt, wo Aktionen zivilen Ungehorsams blieben und die Klima-Aktivisten und Robin Wood, nachdem unsere besten Argumente und alle PMs und Briefe nichts gebracht hätten. Er finde, das müsse auf der Veranstaltung am 19.1. diskutiert werden. Dieter bestätigt, dass genau das beabsichtigt sei und im Einladungsflyer stehe. Gisela will versuchen, im Demokratischen Zentrum Ludwigsburg eine Veranstaltung hinzubekommen. Auf jeden Fall sollten wir – nicht auf den Feldern, sondern an einem städtischen Ort, wo man uns sieht – präsent sein, egal, mit wie wenig Leuten, unterstützt durch eine PK. Gut wäre, wenn eine AG das vorbereiten könnte.
- Meinungsaustausch:
- Klagerücknahme Land wg. Außenreinigungsanlage Dieter drückt sein Bedauern aus, dass nicht Jörg in diesen Punkt einführt. Ihm sei unglaublich viel zu verdanken an inhaltlicher Aufklärung und, dass das Land überhaupt aktiv geworden war. Er berichtet, dass der Verzicht auf den Bau der Untertürkheimer Außenreinigungsanlage auf einen Vergleich am Rande des Lärmschutz-Klageverfahrens zurückgehe. Er sei vom EBA genehmigt worden, woraufhin das Land dagegen geklagt, aber kurz vor dem Prozess zurückgezogen habe, weil die Bahn bereits Fakten geschaffen habe. Dieters Bewertung ist, das Land sei hier vor der Bahn eingeknickt. Martin meint, das Land sei vielmehr vor der politisch getragenen S21-Wirtschaftslobby eingeknickt. Jörg, Doris und Gero haben inzwischen eine Anzeige dagegen formuliert. Prof. Urs Kramer kläre noch, was rechtlich möglich sei.
- Anhörung zu Eröffnungsverschiebung im BT-Verkehrsausschuss am 14.1. Werner berichtet, er habe mit Tom Vorbereitungstexte dafür koordiniert mit dem Fokus auf die Frage, wer eigentlich die Verantwortung dafür trägt. Dieter ergänzt, Christoph Engelhardt habe sogar eine fertige Rede für Luigi formuliert. Dennoch beklagt Werner, dass sich Luigis Büro nach seinem Eindruck nicht mit ausreichendem Engagement mit S21 befasse, man scheine das dort für eine rein Stuttgarter Angelegenheit zu halten.
- Landtagswahl Werner fragt in die Runde, was wir im Rahmen des Wahlkampfes tun könnten. Die Landes-Linke sei zwar auf unserer Seite, aber die Frage sei, wie wir sie zu aktiverem Engagement bringen. Frank berichtet bedauernd, dass es die SGF aus Kräftegründen nicht geschafft habe, eine Veranstaltung zu planen. Es wird verabredet, eine AG um Werner und vielleicht Tom zu bilden. Am 19.1. solle das Thema besprochen werden. (ab hier: Moderation durch Markus)
- Gespräch Nopper am 15.1. Frank berichtet, dass die Einladung zu diesem Gespräch als Reaktion des OB auf unseren Offenen Brief an Schnieder/Palla… erfolgt sei. Er, Frank, habe dort v.a. seine Berechnungen der Erschließungskosten vorgestellt (Details dazu siehe auch AB-Protokoll vom 11.11.25); wobei noch offen ist, ob die Grundstücke verkauft oder in Erbbaupacht vergeben werden – vermutlich werde die Stadt aus finanziellen Gründen zum Verkauf gezwungen sein. (18.45 Uhr: kurze Unterbrechung, um zu klären, welche TOPs noch beraten werden können. Ergebnis: TOPs 3.5 und 4.1-3 werden vertagt oder entfallen) Zum Verlauf des Gesprächs wird angemerkt, dass auf Rathausseite nur sehr allgemeines Wissen über S21/Rosenstein vorhanden sei (speziell Ines Aufrecht). Reinhard bringt ein, dass Pätzold sich bereits dahingehend geäußert habe, dass Rosenstein unwirtschaftlich sei – aber eben vom Gemeinderat beschlossen. Frank drückt sein ungläubiges Erstaunen aus, dass Pätzold keinen Plan B für den Fall habe, dass alle oder ein Teil der Kopfbahnhofgleise noch benötigt würden.
- CSU-Angriff auf das Verbandsklagerecht, Bedeutung für DUH und für uns (nicht mehr behandelt)
- Information:
- Auftakttreffen Stadtentwicklungsinitiative Rosenstein (nicht mehr behandelt)
- Treffen mit Student*innen der FH Kehl am 11.2. (nicht mehr behandelt)
- Neues Banner an der Mahnwache (nicht mehr behandelt – nur kurzer Hinweis, dass das geplante Bannermotiv der Einladung dem AB zur Kenntnis als Anhang beigefügt gewesen sei.)
- Verschiedenes
- (keine weiteren Themen)
(hier als pdf-Datei)
AB-Sitzungsplan 2026, Protokoll, Moderation
Version: 5.2.26
publish2026-02-05 17:00:13AB-internes Dokument K21-neu| AB-Sitzung | Ort | Protokoll | Moderation |
| 13.01.26 | (Zoom) | Martin (für Hermann) | Doris |
| 27.01.26 | (Zoom) | Hermann (für Martin) | Doris (für Ernst) |
| 10.02.26 | forum 3 | Werner | Frank |
| 24.02.26 | (Zoom) | Ernst | Hermann |
| 10.03.26 | Welthaus | Hermann | Markus |
| 24.03.26 | (Zoom) | Martin | Doris |
| 07.04.26 | Welthaus | Werner | Ernst |
| 21.04.26 | (Zoom) | Ernst | Frank |
| 05.05.26 | Welthaus | Hermann | Markus |
| 19.05.26 | (Zoom) | Martin | Hermann |
| 02.06.26 | Welthaus | Werner | Ernst (für Doris) |
| 16.06.26 | (Zoom) | Ernst | Frank |
| 30.06.26 | Welthaus | Hermann | Ernst |
| 14.07.26 | (Zoom) | Martin | Hermann |
| 28.07.26 | Welthaus | Werner | Markus |
| 11.08.26 | (Zoom) | Ernst | Doris |
| 25.08.26 | Welthaus | Hermann | Ernst |
| 08.09.26 | (Zoom) | Martin | Frank |
| 22.09.26 | Welthaus | Werner | Hermann |
| 06.10.26 | (Zoom) | Ernst | Markus |
| 20.10.26 | Jugendhaus Mitte | Hermann | Doris |
| 03.11.26 | (Zoom) | Martin | Ernst |
| 17.11.26 | Welthaus | Werner | Frank |
| 01.12.26 | (Zoom) | Ernst | Hermann |
| 15.12.26 | Welthaus | Hermann | Markus |
| – | (Weihnachtspause) | (Weihnachtspause) |
(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Liebe Medienschaffende,
auf Hinweis von Frank Distel erhalten Sie hier noch eine kurze inhaltliche Ergänzung bzw. Klarstellung zu untenstehender Pressemitteilung:
Die Schutzgemeinschaft Filder beanstandet auf das Schärfste, dass es die Bahn durch einen haushaltsrechtlich unzulässigen Etikettenschwindel trotz des realiter sehr niedrigen Nutzen-Kosten-Faktors (NKF) von 0,27 - für den Tunnel allein - erreicht hat, dass der Bund den Pfaffensteigtunnel aus dem maroden Kernhaushalt aus Steuermitteln bezahlen muss.
(Die ausführliche Erklärung finden Sie in der Pressemitteilung unten)
Übrigens: Nach Ankündigung der Bahn wird mit dem Bau des Tunnels bereits jetzt im Februar 2026 auf Stuttgart-Plieninger Seite begonnen.
Vielen Dank für Beachtung.
Die Filder leben lassen!
Gabi Visintin
Liebe Medienschaffende,
die Schutzgemeinschaft Filder wird noch eine letzte Möglichkeit ausschöpfen, den total umstrittenen Pfaffensteigtunnel zwischen dem Flughafen Stuttgart und Böblingen zu verhindern.
Wir werden gegen den Planfeststellungsschluss für den Pfaffensteigtunnel klagen. Mit gewichtigen Gründen.
Untenstehend und angehängt finden Sie die Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Filder e.V. dazu.
Ansprechpartner der Schutzgemeinschaft Filder sind Frank Distel, stellvertretender Vorsitzender, sowie Steffen Siegel, Vorsitzender der SG Filder.
Die Filder leben lassen!
i.A. Gabi Visintin
Steffen Siegel
07158-5850
Frank Distel
0171-9597273
Filder, den 5.2.2026
Pressemitteilung der Schutzgemeinschaft Filder e.V.
Schutzgemeinschaft Filder reicht Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss Pfaffensteigtunnel ein
Die Schutzgemeinschaft Filder e.V. (SGF), anerkannter Umweltfachverband, hat in der Vorstandssitzung vom 29.01.2026 mit überwältigender Mehrheit von 9:1 Stimmen der Vorstandsmitglieder beschlossen, Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss Pfaffensteigtunnel beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig einzureichen. Sie kritisiert heftig, dass der Nutzen-Kosten-Faktor des Pfaffensteigtunnels bei nur 0,27 liegt. Auch das Argument der Bahn, mit dem Pfaffensteigtunnel den Deutschlandtakt zu ermöglichen, weist die SGF zurück.
Dazu Frank Distel, stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder (SGF): „Als Eisenbahnfachmann fehlt mir jegliches Verständnis für den leider genehmigten Bau dieses Tunnel-Irrsinns. Der bis zu 3,5 Milliarden teure Pfaffensteigtunnel nützt dem Deutschlandtakt, das Hauptargument der Bahn für den Bau, NICHTS. Im Gegenteil, er schadet insoweit sogar, weil durch den Fahrzeitgewinn die Gäubahnzüge gerade NICHT zu Taktzeiten am Tiefbahnhof ankommen. Aufgrund der Halbierung der Gleise im Tiefbahnhof - gegenüber 16 Gleisen im bisherigen Hauptbahnhof - kommen nämlich alle Züge im Tiefbahnhof gleichmäßig verteilt rund um die Uhr an! Dies und das „Nahverkehrsdreieck“ des Verkehrsministers von Baden-Württemberg, das viele Züge am Tiefbahnhof vorbeileitet, sowie die über 100 täglichen Doppelbelegungen der engen Bahnsteige machen im unterdimensionierten Tiefbahnhof jeglichen Taktfahrplan zunichte. Daran ändert auch die Digitalisierung des Bahnknotens nichts!“
Da die hochverschuldete Deutsche Bahn die 3,5 Milliarden Euro für den Pfaffensteigtunnel nicht aufbringen kann, soll der Bund aus seinem maroden Kernhaushalt die Kosten übernehmen. Hierfür wäre jedoch ein Nutzen-Kosten-Verhältnis des Tunnels von mindestens 1,0 erforderlich.
Frank Distel dazu: „Der Nutzen-Kosten-Faktor des Tunnels alleine beträgt laut Expertenprüfung nur 0,27 und liegt damit weit unter dem Zugangskriterium zum Bundesverkehrswegeplan. Dies erkennend, erklärte die Bahn manipulativ den Tunnel kurzerhand zum Nordabschnitt des zweigleisigen Ausbaus der Gäubahn südlich von Horb. Damit wird dem Tunnel indirekt der überragende Nutzen-Kosten-Faktor von 2,7 (!) des zweigleisigen Ausbaus zwischen Horb und Singen und zudem ein nie eintretender Nutzen aus dem Güterbahnbetrieb des Südabschnitts anteilig angedichtet. Das ist – wie schon bei der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm geschehen – ein ungeheuerliches Vorgehen! Dieser unzulässige Verstoß gegen die Bundeshaushalts-Ordnung führt nun zur Bevorzugung eines unwirtschaftlichen Tunnels mit der Folge, dass der weitaus vordringlichere, zweigleisige Ausbau der Gäubahn nach Süden aus schierer Haushaltsnot des Bundes noch jahrelang auf der Strecke bleiben wird!“
Die Schutzgemeinschaft ist aufgrund ihres satzungsgemäßen Auftrags zum Schutz der durch viele Baumaßnahmen immer knapper werdenden, wertvollen Filderböden, von der bahnbetrieblich unnötigen Maßnahme betroffen.
Dazu Steffen Siegel, Vorsitzender der SGF: „Der Tunnelanstich in Stuttgart-Plieningen mit Einführung der riesigen, tonnenschweren Tunnelvortriebsmaschinen und die Baustelleneinrichtungen zerstören die fruchtbare Bodenkrume auf Plieninger Markung. Der Landwirtschaft werden erneut dauerhaft rund 20 ha wertvollen Ackerlands entzogen. Die bagatellisierenden Aussagen der Bahn, es handle sich um „vorübergehende Beanspruchungen“ beweist – vom Landesbauernverband bestätigt – das Fehlen jeglicher Kenntnis über diese fruchtbaren Flächen.“
Sollte unsere Klage erfolglos bleiben, dann bliebe nur noch eine allerletzte Möglichkeit, einen unterdimensionierten, bei Sperrungen durch Schäden, z.B. an Tunnelabschnitten im Anhydrit, monatelang ohne Resilienz stillliegenden Bahnknoten Stuttgart, zu verhindern: nämlich den Kopfbahnhof und die Panoramastrecke der Gäubahn zu erhalten. Dabei würde auch die vollkommen indiskutable Unterbrechung der Gäubahn für womöglich bis zu 10 Jahren in Stuttgart-Vaihingen vermieden.
Frank Distel dazu: „Mit einer Stilllegung des Kopfbahnhofs und der Panoramastrecke muss deshalb zwingend abgewartet werden, bis dieser absurde Pfaffensteigtunnel in Betrieb geht. Dann – und erst dann! – wird im täglichen Betrieb mit ALLEN Zügen, also auch den Gäubahnen, schlüssig erkannt, dass der unterdimensionierte Tiefbahnhof selbst die heutige Zugabfertigung von 37 Zügen/h nicht bewältigt. Dies gilt erst recht bei Verdoppelung der Bahnnachfrage ab 2030. Man wird – leider erst nach Vergeudung von 3,5 Steuermilliarden – erkennen, dass der Bahnknoten Stuttgart nur mit dem Erhalt des gesamten Kopfbahnhofs für alle Züge und der Panoramastrecke für die Gäubahn die Anforderungen eines leistungsfähigen Bahnknotens erfüllen kann. Im Übrigen funktioniert auch nur dann der Deutschlandtakt".
Abschließend erklärt Frank Distel zum Thema Verschärfung des völlig unzureichenden Brandschutzes durch weitere 23 km Tunnelröhren: „Einschließlich Pfaffensteigtunnel liegt mit nun 82 Kilometern eingleisigen und engen Tunnelröhren ein im Fern- und Regionalzugverkehr weltweit einmaliges – brandgefährliches – Alleinstellungsmerkmal vor. Damit wird das Gesamtkonstrukt Stuttgart 21 endgültig zur verantwortungslosen Fehlplanung im Sinne der Gefahrenabwehr des Art.2 Abs. 2 GG!“
publish2026-02-05 15:08:09Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Finanzierungszusage für den Pfaffensteigtunnel
Wo bleiben Danksagungen und Entschuldigungen?
Nach der Genehmigung dieses längsten Eisenbahntunnels Deutschlands und der blitzschnellen Finanzierungszusage durch Bundesverkehrsminister Schnieder haben es die Nutznießer des Projekts versäumt, sich bei den Benachteiligten zu entschuldigen und sich bei den Verantwortlichen zu bedanken. Das möchte das Aktionsbündnis stellvertretend nachholen:
Die Nutznießer dieser Finanzierungszusage könnten sich mal bedanken …
publish2026-02-01 18:29:11Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen- die S21-Partner beim Bund, der die Kosten dieses Teils ihres Projekts jetzt tragen muss
- ebenso die Landeshauptstadt Stuttgart, der so ermöglicht wird, ihr nicht finanzierbares und die Überhitzung der Stadt steigerndes Rosensteinquartier mit unbezahlbarem Wohnraum zu bauen
- auch die Bahn könnte sich bedanken, weil sie Planung und Ausführung dem Bund in Rechnung stellen darf
- und natürlich der Tunnelbauer Herrenknecht u.a. für weitere satte Gewinne
- bei allen Steuerzahlenden für letztlich mindestens 5 Milliarden Haushaltsbelastungen, die wieder in Leistungskürzungen und Sozialabbau heimgezahlt werden dürften
- bei allen anderen Regionen in Deutschland, für deren Projekte kein Geld übrigbleibt, wie
- bei der Region Mannheim, wo der Ausbau des bedeutenden Schienenknotens zurückgestellt wurde
- bei allen Anrainern im südlichen Teil der Gäubahn, deren zweigleisiger Ausbau jetzt auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben wird, und die nun jahrelang nicht mehr direkt nach Stuttgart kommen können (wie auch die Stuttgarter nicht mehr ohne Umstieg nach Süden können)
- bei allen Unternehmen, die zum Gütertransport auf eine zweigleisig ausgebaute Gäubahn angewiesen sind und nun durch diesen nicht güterverkehrstauglichen Tunnel ausgesperrt werden
- bei allen Landwirten, deren fruchtbarste Böden dem Tunnel unwiederbringlich geopfert werden
- bei allen Reisenden, die beim Aus-, Ein- oder Umstieg am Flughafen über Treppen oder Fahrstühle neun Stockwerke und lange Laufwege bewältigen müssen
- bei allen Umsteigenden im Tiefbahnhof, wo auch mit diesem Tunnel kein Deutschlandtakt möglich sein wird
- bei allen S 21-Reisenden, denen durch fehlende Zug-Kapazitäten viel Lebenszeit geraubt wird
- bei allen Nutzer:innen der S-Bahn, die bis zu einem Anschluss des Tunnels an die bisherige Bahnstrecke wie angekündigt 450 Tage lang mit Schienenersatzverkehr leben müssen
- nicht zuletzt bei allen Menschen, deren Intelligenz mit der altbekannten Schönrechnerei des Nutzen-Kosten-Verhältnisses des Pfaffensteigtunnels beleidigt wird.
Sogar die DB geht inzwischen von einem gleichzeitigen Betrieb des 16-gleisigen Kopfbahnhofs und des 8-gleisigen Tiefbahnhofs ohne "Fernwanderwege" aus. Ein entsprechender Plan wurde den Gemeinde- und Regionalräten im Rathaus Stuttgart am 21.7.2025 präsentiert. Nach Vorstellungen der DB soll dieser provisorische Zustand nur wenige Monate dauern, aber wir wissen: "Nichts hält länger als ein gutes Provisorium".
Allerdings sollte auch noch am Gleis 16 eine Verbindung zwischen Querbahnsteig und dem mittleren Verbindungssteg gebaut werden. Anstelle der eingezeichneten Baustraße können dort ohne Probleme breite Treppen, Fahrstühle, Rolltreppen und natürlich eine Überdachung errichtet werden.

publish2026-01-30 22:08:05Aktuelles Dokumente K21-neu
