Rauch in Innenstadt: Brand in S21-Tunnel | Stuttgart | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell - SWRrauch-in-innenstadt-brand-in-s21-tunnel-stuttgart-swr-aktuell-baden-wuerttemberg-swr-aktuell-swrpublish2019-04-10 17:38:51K21-neu ohne Kategorie
Lieferung frei: Deutsche Bahn verschenkt 250.000 Tonnen Erde und Lehmboden von Stuttgart 21 - Schwäbischelieferung-frei-deutsche-bahn-verschenkt-250-000-tonnen-erde-und-lehmboden-von-stuttgart-21-schwaebische
Lieferung frei: Deutsche Bahn verschenkt 250.000 Tonnen Erde und Lehmboden von Stuttgart 21  Schwäbische

Ganz offenbar weiß die Bahn derzeit nicht, wohin sie mit all dem Bodenaushub soll - und verschenkt ihn jetzt an Häuslebauer und Co. - samt Lieferung.

publish2019-04-06 15:33:45K21-neu ohne Kategorie
Offener Brief an die Grünen Jugendoffener-brief-an-die-gruenen-jugend

Liebe Stuttgarter Grüne Jugend,

wir möchten die ziemlich verächtliche und schlecht informierte Bewertung der Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 von Patrick Vexler schnell hinter uns lassen und uns auf Konstruktives konzentrieren.

Wir sind sehr beeindruckt von Eurem Engagement bei fridays for future. Als Stuttgart-21-Gegner*innen unterstützen wir das nach Kräften und hoffen, dass sich hier eine starke Dynamik entwickelt, die den fatalen Trend in der Klimaentwicklung etwas entgegensetzen kann.

Wir haben allerdings ein großes Problem mit der Glaubwürdigkeit der hiesigen Grünen Spitzen, weil sie Mitverantwortung übernommen haben für das klimabelastendste Infrastrukturprojekt in Deutschland, für Stuttgart 21.

Wir nehmen Euch trotz des Kommentars von Patrick Vexler ab, dass Euer Engagement bei fff nicht parteipolitisch motiviert ist. Aber bitte setzt Euch mit den Klimawirkungen von Stuttgart 21 auseinander, entzieht Euch nicht mit Ausreden wie „Volksabstimmung“ oder „zu spät“ der Debatte. Das wird dem Ernst der Thematik nicht gerecht, vor allem nicht dem Apell „we want you to panic“, den Greta Thunberg in Berlin ja nochmal gegen Missverständnisse präzisiert hat.

Bitte bezieht Position und thematisiert das parteiintern – um Eurer Glaubwürdigkeit willen.

Um das zu besprechen, möchten wir Euch, sehr gern auch Patrick Vexler, zu einem Meinungsaustausch einladen. Termin und Format können wir absprechen.

Viele Grüße,

Eisenhart von Loeper und Norbert Bongartz, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21

Kontakt:
Werner Sauerborn 0171 320 980

publish2019-04-06 00:16:04Leserbriefe und Offene Briefe K21-neu
Mietwohnungsbau jetzt statt Stuttgart 21mietwohnungsbau-jetzt-statt-stuttgart-21

Alternative „Neue Prag“

Mit Stuttgart 21 verbaue sich die Stadt im wörtlichen Sinne städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten und die Chance einer zeitnahen Entlastung des Miet-Wohnungsmarkts, so Bündnissprecher Dr. Norbert Bongartz im Vorfeld der am 6. April geplanten Mietendemo. Die immer als Jahrhundertchance verkaufte Bebauung des Rosensteinquartiers („B-Areal“) sei umweltpolitisch unverantwortlich. Sie behindert den nächtlichen Luftaustausch, der angesichts der Kessellage der Stadt, ihrer miserablen Luftqualität und steigender Durchschnitts-Temperaturen lebenswichtig ist.1 Vor dem Hintergrund der sich zuspitzenden Klimakatastrophe mute der Plan, der auf eine großflächige Bodenversiegelung innerstädtischer Flächen hinausläuft, wie aus der Zeit gefallen an.

Wenn der grüne Baubürgermeister diesen Anachronismus mit dem Hinweis kleinzureden bemüht ist, S21 werde nun mal „kein Energie-Plus-Bahnhof.“, so markiert dies einen Tiefpunkt grüner Glaubwürdigkeit.2 Wenn Stuttgart 21 je fertig gebaut würde und alle oberirdischen Gleise und Überbrückungsbauwerke demontiert, die Böden saniert wären, ist (nach heutigen Stand) mit einem Baubeginn erst ab 2031 zu rechnen. Wer bei der jetzigen Lage auf dem Wohnungsmarkt mit solchen Zeiträumen rechnen muss, streut den Bürger*innen Sand in die Augen.

Deutlich zeitnäher und umweltverträglicher können bis zu 1000 neue Wohnungen entstehen, wenn der fatale Weiterbau von Stuttgart 21 gestoppt und auf einen Umstieg orientiert wird. Auf dem sogenannten C-Areal, einem 12 ½ Hektar großen Areal zwischen Pragfriedhof und Nordbahnhof, das derzeit noch für die S21-Baulogistik genutzt wird, könnte ein neues Stadtquartier entstehen. Im Konzept UMSTIEG 21 ist mit einem Test-Entwurf eine erste Vision vorgestellt worden, wie dieses neue Viertel, die „Neue Prag“, aussehen könnte.

2027 wird die Stadt die internationale Architektur-Welt zu Gast haben. Anlass ist der 100. Jahrestag der Internationalen Bauausstellung auf dem Weißenhof 1927. Dann wird die Stadt die Wahl haben, sich auf internationaler Bühne entweder mit einem sinnlosen und klimaschädigenden Großprojekt zu blamieren oder zu zeigen, dass man aus Fehlern auch lernen kann und mit einem Musterbeispiel nachhaltigen und sozial verantwortlichen Wohnungsbaus auf dem C-Areal brillieren. Eine solche Konversion21 könnte die Architekt*innen-Avantgarde, die Medien und das interessierte Fachpublikum ähnlich beeindrucken wie es seinerzeit die Weißenhofsiedlung tat.

Kontakt:
Norbert Bongartz 0711 698 076
Werner Sauerborn 0171 320 980 1

1 Die stadtklimatische Bedeutung des Gleisvorfelds belegt der Stadtklimaatlass der Abteilung Stadtklimatologie des städtischen Umweltamts: www.stadtklima-stuttgart.de/index.php?klima_s21_grundlagen_kap4.1

2 „Energie einzusparen, ist nicht das zentrale Thema dieses Bahnhofs“, so Pätzold weiter auf die Frage nach der Klimaneutralität von S21/ StZ vom 07.02.2019

publish2019-04-05 17:06:22Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Ausgerechnet Kretschmann!ausgerechnet-kretschmann

Grüner Ministerpräsident fällt Fridays-for-Future-Schüler*innen in den Rücken

Ein trauriger Offenbarungseid sei die oberlehrerhafte Zurechtweisung der Schüler*innen, die jeden Freitag während der Unterrichtszeit demonstrieren, durch Kretschmann, so das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21. Der Grüne Ministerpräsident hatte in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung die Schüler*innen zur Aufgabe ihrer Schulstreiks aufgefordert und ihnen Sanktionen angedroht. „Nur einmal die Schule zu schwänzen, falle unter zivilen Ungehorsam“, so Kretschmann in völliger Verkennung der Idee des zivilen Ungehorsams.

Dazu der Stuttgarter Friedens- und Konfliktforscher Dr. Wolfgang Sternstein, der sich sein Leben lang mit der Theorie und Praxis gewaltfreier Aktionen und des zivilen Ungehorsams beschäftigt hat, dafür auch mehrfach Gefängnisstrafen in Kauf nahm:

„Ziviler Ungehorsam gewinnt seine über eine bloße Demonstration hinausgehende Wirksamkeit gerade aus der Fortsetzung der in Frage stehenden Aktionen, um den Druck auf die für den Klimaschutz verantwortlichen Politiker zu erhöhen. Bei den Schülerstreiks geht es gerade um die Erhöhung dieses Drucks durch die Fortsetzung der Streiks bis zu einem Erfolg in Gestalt der Zusicherung der verantwortlichen Politiker, das Klima wirksam zu schützen. In aller Deutlichkeit muss gesagt werden: Die Stellungnahme des Ministerpräsidenten zeigt, dass er den Charakter des zivilen Ungehorsams als einer gewaltfreien Aktionsmethode gar nicht verstanden hat, sonst würde er nicht eine Beendigung der Schülerstreiks fordern.“

Therese Kah, die am 31. März für die Friday-for-future-Bewegung bei Anne Will aufgetreten war, zur Forderung, die Streiks aufzugeben: „Zwei Wochen, und dann ist die Aufmerksamkeit wieder weg!“

Mit seiner Intervention zeigt Kretschmann auch, dass er die Schüler*innen und ihr Anliegen nicht wirklich ernst nimmt. Damit reiht er sich ein in den lähmenden Mainstream einer Politikergeneration, die von den Schüler*innen zu Recht für ihr Versagen in der Klimapolitik kritisiert wird. Therese Kahs Rat für Politiker wie Winfried Kretschmann sinngemäß: Machen Sie Ihre Hausaufgaben, ergreifen sie umgehend ernsthafte Maßnahmen gegen die sich anbahnende Klimakatastrophe – und die Schülerstreiks erledigen sich.

Eine solcher drastischer Schritt, der dem Ernst der Lage gerecht würde, wäre ein sofortiger Baustopp für Stuttgart 21, Deutschlands klimaschädlichstem Infrastrukturprojekt, und die Eröffnung einer Diskussion über Auswege. Die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 versteht sich als Teil der Klimaschutzbewegung und unterstützt nach Kräften den Streik der Schüler*innen.

Kontakt:
Werner Sauerborn 0171 320 980 1
Eisenhart von Loeper 07452 4995
Wolfgang Sternstein 0711 293874

Verfassungsschranken für Sanktionen bei schulischer Abwesenheit, Kurzgutachten von Prof. Felix Ekardt, Leipzig/Berlin

publish2019-04-03 18:00:37Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Stuttgart 21, die Klimakatastrophe und die Bigotterie der hiesigen Grünenstuttgart-21-die-klimakatastrophe-und-die-bigotterie-der-hiesigen-gruenen

Werner Sauerborn auf der 458. Montagsdemo auf dem Stuttgarter Schlossplatz

https://www.youtube.com/watch?v=-VJ8xGOPvUo

Zugegeben, die Grünen regen uns auf. Auch zugegeben: da ist eine gute Portion Emotionalität dabei. Andererseits stehen wir ja in dem wohlverdienten Ruf einer Bewegung der Rationalität und guten Argumente. Wie berechtigt ist also unsere Empörung über und die besondere Aufmerksamkeit für die hiesigen Grünen? (Natürlich gibt es auch bei den Grünen, wie bei den anderen Parteien, sehr nette und aufrichtige Menschen.)

Es geht hier auch in Wahlkampfzeiten nicht um eine vordergründige Partei- oder Gegenparteinahme. Als Bürgerbewegung messen wir alle Parteien an dem Maßstab (es gibt sicher auch andere), wie sie zu dem Projekt stehen, welche Verantwortung sie für S21 und den Weiterbau in Zeiten der Klimakatastrophe tragen. Bei CDU, SPD, FDP & Co ist der Fall klar: sie sind die alten Betonköppe, die uns das eingebrockt haben, die mit ihrem Wachstumsfetischismus irgendwo im letzten Jahrhundert hängen geblieben sind. Ebenso klare Verhältnisse haben wir auf der anderen Seite: SÖS und LINKE sind gleichermaßen Teil dieser Bürgerbewegung. Mit Hannes und Tom an der Spitze gibt es eine wunderbar funktionierende Verzahnung mit der parlamentarischen Opposition im Rathaus.

So etwas würde man sich auch im Landtag wünschen. Aber seit die Grünen - entscheidend mit unseren Stimmen - an die Macht gekommen sind, gibt es weder in der Regierung noch in der Opposition Anlaufstellen oder Unterstützung beim Thema S21: Totalausfall! Womit wir wieder bei den Grünen sind.

Sie sindanders als die Dumpfbacken der alten Tunnelparteien, die immer wieder ihre alten Textbausteine abspulen und, wenn‘s im Gemeinderat drauf ankommt, sagen: Die Bahn hat recht, sie sind ja die Experten. Die Grünen haben Ahnung! Da schaue man sich nur die vielen Bundestagsanfragen von Matthias Gastel an. Sie wissen was sie tun, was die Sache ja noch schlimmer macht.

Hinzu kommt: Die Grünen sind aufgrund ihrer Entstehung und Identität auch Expert*innen in Sachen Klima und Umwelt. Sie wissen was die Verfehlung der Pariser Klimaziele bedeutet, auch was auf diese Stadt zu kommt, und sie wissen und werden dem nicht widersprechen können, das Stuttgart 21 frontal allen Klimazielen entgegenläuft.

  • Sie wissen, dass S21 durch gigantische Betonverbräuche und massive Verlagerung von Verkehr auf die Straße die globale Co2-Belastung je nach Szenario um zwischen 3,5 und 5,6 Millionen Tonnen bis 2050 erhöhen wird.
  • Sie wissen, dass die zu erwartenden Verkehrsverlagerungen zu einer Stickoxyd-Mehrbelastung zwischen 600 und 1700 t bis 2050 und zu einer Erhöhung der Feinstaubemissionen zwischen 560 und 750 t bis 2050 führen wird.
  • Sie wissen, dass durch verengte Wasserabflüsse und den Staudammeffekt des Bahnhofstrogs das Überschwemmungsrisiko in der ohnehin hochwassergefährdeten Stadt massiv erhöht wird.
  • Sie wissen, wie klimabelastend die weitere Bodenversiegelung ist, die mit S21 auf den Fildern und im Rosensteinareal geplant ist.
  • Sie wissen, wie stadtklimatologisch wichtig die Flächen des Gleisvorfelds für die Belüftung und nächtliche Abkühlung der Stadt sind.
    Dazu, geradezu zynisch, unser Grüner Baubürgermeister Pätzold in der StZ auf die Frage „Wird der neue Bahnhof auch klimaneutral sein?“:
    „Nein, das wird kein Energie-Plus-Bahnhof. Energie einzusparen, ist nicht das zentrale Thema dieses Bahnhofs“. Da würde ich sagen: fahren wir doch wieder Diesel & SUVs, deren zentrales Thema war ja auch nicht, Energie zu sparen.
  • Auch nicht entgangen sein wird den Grünen, dass zur Abdichtung gegen Wassereindringen, v.a. in den Anhydrit, 3,8 Millionen Liter Chemikalien (Acrylatgele und Polyurethane) in den Boden gepresst werden, das sind 19 000 Badewannen. Und da ist das, was uns in Zukunft noch bevor steht, z.B. im abgesoffenen Tunnel nach Obertürkheim, noch nicht eingerechnet.
  • Und natürlich muss man Grünen nicht erklären, was die fortgesetzte massenhafte Rodung alter Baumbestände im Schlossgarten, im Rosenstein oder an der Rohrer Kurve für das bedrohte Klima bedeutet.

Und da sie bei alledem nicht widersprechen können, fehlt es auch nicht an rhetorischer Kritik, die ohne Weiteres auch auf dieser Bühne und in dieses Mikrophon gesagt werden könnte:

  • Kretschmann sagt, bei S21 sei alles eingetreten, was die Gegner befürchtet hatten.
  • Winfried Hermann erklärt S21 zur größten Fehlentscheidung der Eisenbahngeschichte.

Da müsste doch als nächstes kommen: „Wie können wir aus diesem verkehrs- und klimapolitische Irrweg aussteigen oder abbiegen?“. Stattdessen folgt das Mantra: für einen Ausstieg oder Umstieg sei es zu spät, das wäre vor drei Jahren noch gegangen. Da hatten sie das aber auch schon so gesagt. Das wirkt wie eine zentral vorgegebene Sprachregelung, an die sich alle Gliederungen und Ebenen der Partei peinlich halten, einschließlich leider des BUND, dessen Positionen zu S21 bisweilen wie mit der Staatskanzlei oder Winnie Hermann abgestimmt wirken.

Kürzlich schien es eine kleine Ausnahme, ein kleines Aufmucken zu geben: Die Kreismitgliederversammlung der Stuttgarter Grünen wollte, wie aus einem längeren Tiefschlaf erwacht, „rechtzeitig die Frage diskutieren, ob der neue Bahnhof den künftigen verkehrlichen Anforderungen gerecht werden kann“. Angesichts der drohenden Abkoppelung der Panoramastrecke sollte wohl vorsichtig mal das Kombi-Fähnchen aus dem Fenster gehängt werden. Kombi bedeutet ja einen teilweisen Verzicht auf die Bebauung des Gleisvorfelds. Aber auch das war den Neo-Prolern Kuhn und Pätzold schon zu viel. Kurz reingegrätscht und das Rebelliönchen war abgeblasen. Aus der Beschlussvorlage „Wir lehnen eine Unterbrechung der Gäubahn ab“ wurde dann: „Wir wollen ergebnisoffene Prüfungen aller Alternativen zur Unterbrechung der Gäubahn.“

Wer oberfromm daher kommt, in der Wirklichkeit aber gegen seine eigenen Grundsätze verstößt, den bezeichnet man als bigott. Dass passt auf eine Partei, die sich als Bannerträgerin von Klima- und Umweltschutz versteht – und dann derart gegen ihre Ziele verstößt.

Ein anschauliches Beispiel lieferte Kuhn vor kurzem auf der Fridays-for-Future-Demo, zu der er sich ein bisschen selbst eingeladen hatte. Er ,…

  • der sich lange gegen den Radentscheid und dessen Umsetzung gesperrt hatte,
  • der sich an der Seite des Grünen Regierungspräsidenten Reimer lieber gegen Fahrverbote als für den Schutz von Umwelt und Menschen einsetzt
  • er, der Klimaskandal21 so schnell wie möglich umsetzen will,

stilisiert sich vor den jungen Schüler*innen mit ein paar umweltpolitischen Schlagworten und applausträchtigen Triggerbegriffen als der große Umweltheld.


Was sind die Erklärungen der Grünen für den flagranten Widerspruch von Anspruch und Wirklichkeit, wie managen sie ihn in der politischen Diskussion?

Mit zwei ihrer Erklärungen kann man sich kurz fassen:

Auf eine mit Lug und Betrug betriebene Volksabstimmung mag sich selbst Kretschmann nicht mehr so recht berufen. Das in dieser Spur verlaufene Brexit-Plebiszit und die Trumpwahl zwingen da zur Zurückhaltung.

Und auch der Turn des hiesigen BUND-Geschäftsführers (ausgesprochen: Bund für Umwelt- und Naturschutz), der flugs den Weiterbau von S21 als den „aus Umweltgründen sinnvolleren Weg“ umdefinieren wollte, blieb glücklicherweise eine Ausnahme.

Ein weiterer Versuch,  Anspruch und Wirklichkeit miteinander zu versöhnen, ist die Erzählung von den „Verbesserungen von S21“. Hier geht es um Ideen, wie den Ausbau der Rohrer Kurve, das Dritte Gleis am Flughafen, die S21-Doppelkurve nach Flughafen-Tübingen oder – ziemlich gaga – die Tieferlegung des Kopfbahnhofs, wobei dann das Gleisvorfeld zwischen den Untergeschossen der Gleisvorfeldbebauung durchgeführt würde.

All diesen „Verbesserungen“ ist zweierlei in unterschiedlicher Ausprägung gemein:

  1. Die Bahn erklärt: machen wir gern, aber außerhalb der S21-Finanzierung – und Winnie Hermann macht mit, Querfinanzierung aus anderen öffentlichen Töpfen, Verschleierung der wahren Projektkosten!
  2. Die sog. Verbesserungen laufen auf ein Kontinuum von Reparaturen, Mängelbeseitigungen und Anbaumaßnahmen hinaus. Tunnelbauer und Betonindustrie jubilieren, die Klimabilanz von S21 verschlechtert sich weiter.

Wenn man Grüne auf Podien oder in kleiner Runde fragt, wieso sie dermaßen gegen ihren Markenkern verstoßen, kommt regelmäßig die Antwort: Wir können nicht anders - der Koalitionspartner, die Vertragslage, die politischen Beschlusslagen. Die Hälfte davon sind Vorwände. Eine Vertragsbindung gibt es längst nicht mehr. Das bestätigt erneut das juristische Gutachten für das Aktionsbündnis, das Eisenhart hier angekündigt hat und das wir in den nächsten Tagen veröffentlichen wollen. Die Grünen inszenieren sich als umstellt von Sachzwängen. Sie würden ja gern anders, aber könnten nicht.

Doch, sie könnten anders, wenn sie wollten! Wackersdorf, Kalkar, Atomausstieg, Kohleaustieg – nie waren die Rahmenbedingungen und politischen Mehrheiten schon da, sondern immer wurden sie erst erkämpft. Durch öffentlichen und politischen Druck, durch Bürgerbewegungen. Wer sich nur als Sachwalter bestehender Machtverhältnisse sieht, besonders wenn er deren profitlicher Teil ist, ändert nichts!

Winfried Hermann kann nicht verstehen, dass Bürger ihren Unmut über S-Bahn-Streckensperrungen z.B. bei ihm abladen. Er habe S21 doch nicht erfunden. Stimmt, aber Du sicherst seinen Weiterbau ab, Du bist der zuständige Verkehrsminister, Du stehst in der Verantwortung für S21 – und bist damit genau der richtige Adressat für die Kritik!

Fordern wir deswegen den Rücktritt des Verkehrsministers? Nein, da wären erst mal ganz andere dran. Aber wir können ihm raten, mal ins Kino zu gehen und sich den Film „Wackersdorf“ anzuschauen. Da gab‘s den mutigen Landrat Schuierer, dem war die Umwelt wichtiger als sein Amt. Das hat er aufs Spiel gesetzt und im Schulterschluss mit der Bürgerbewegung gegen die Wiederaufbereitungsanlage gekämpft und das schon weit gediehene Projekt gestoppt – und hat dabei am Ende nicht mal sein Amt verloren, eben weil er es aufs Spiel gesetzt hatte. Gerade von den Grünen fordern wir mit Greta Thunberg: die Lage ist ernst, Schluss mit dem kleinen Karo, I want you to panic! Ihr sollt in Panik geraten! Daraus muss Vieles folgen. Mit Sicherheit: Kein Stuttgart 21, sondern OBEN BLEIBEN!

publish2019-04-03 10:11:33Aktuelles K21-neu Vorträge und Reden
Ausstieg aus „Stuttgart 21“ und „Umstieg 21“ – Rechtsgutachten Prof. Urs Kramerausstieg-aus-stuttgart-21-und-umstieg-21-rechtsgutachten-prof-urs-kramer

Offener Brief von Regierungsbaumeister, Bürgermeister i. R. und Vorstandsmitglied der Schutzgemeinschaft Filder Frank Distel, Ostfildern, an Andrea Nahles, Kevin Kühnert und Andreas Stoch

Liebe Andrea, lieber Kevin, lieber Andreas,

die Deutsche Bahn AG ist inzwischen derart marode, dass sie – wie Bahnkunden tagtäglich erleben müssen – ihrer grundgesetzlich verbrieften Hauptaufgabe eines funktionierenden, zuverlässigen Bahnbetriebs nicht mehr nachkommen kann. Der Schuldenstand liegt inzwischen bei 20 Mrd. €. Die reine Zahl 20 erschreckt Euch vielleicht nicht, deswegen drücke ich das mal etwas anders aus: 20.000 Millionen Euro!!!

Ganz entscheidend daran beteiligt ist die an allen Ecken und Enden völlig gescheiterte Fehlplanung „Stuttgart 21“, die in unserer Partei leider totgeschwiegen wird (!). Inzwischen bestätigt sich auch unsere, vom Bundesrechnungshof bestätigte, zwei Jahre alte Schätzung, dass die explodierenden Kosten die 10-Milliarden-Grenze deutlich reißen werden. Zusammen mit der, im Bundesverkehrswegeplan verankerten Neubaustrecke Wendlingen – Ulm sind es über 15 Milliarden! Liebe Genossin, liebe Genossen: 15 Milliarden Euro  FÜR EINEN NICHT WIEDER GUT ZU MACHENDEN RÜCKBAU DER BAHNINFRASTRUKTUR!! Für ein Fehlprojekt, das bahnbetrieblich WEITGEHEND UNGEEIGNET ist für den (auch den Nahverkehr umfassenden) Deutschlandweiten Integralen Taktfahrplan! 10 (15) Milliarden für eine gescheiterte Planung, die nicht einmal den heutigen Bahnverkehr bewältigt; zahlreiche verspätungs–AUF-bauende Störfaktoren im gesamten Bahnknoten Stuttgart implementiert – UND – mangels jeglicher Zukunftstauglichkeit die auf breiter politischer Front geforderte Verdoppelung der Bahnnachfrage bis 2030 nicht einmal ansatzweise leisten kann.

Das bahnbetrieblich UND städtebaulich weitaus bessere Alternativprojekt „Umstieg 21“ des „Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21“ wird zurzeit auf den momentanen Baufortschritt aktualisiert. Selbst beim aktuellen Baustand würde die Bahn (und der Steuerzahler) zwischen mindestens 2 Milliarden, eher sogar 2,5 Milliarden €, sparen – SEHR VORSICHTIG GERECHNET!  Leider ist diese Alternative nie von den Projektpartnern wirklich seriös geprüft und mit einem Weiterbau von S 21 – ehrlich gerechnet - gegenübergestellt worden. Vielmehr sind Aufsichtsrat, Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik regelmäßig von der Bahn mit bewusst in die Höhe gerechneten, falschen Ausstiegskosten belogen worden, um den längst unwirtschaftlich gewordenen Weiterbau dieses Wahnsinns zu rechtfertigen. Stets hat man sich politisch hinter einer Volksabstimmung versteckt, die (vergleichbar mit dem Brexit) von A bis Z mit verlogenen Zahlen und Behauptungen zustande gekommen ist; stets hat man – wider besseres Wissen! – mit schöngerechneten Zahlen operiert – BIS HEUTE! Sieht das die Politik nicht – oder WILL sie es nicht sehen? Demnächst steht wieder ein Offenbarungseid des Bahnvorstands bevor – der wievielte eigentlich?

Last but not least: stets versteckt man sich hinter dem Finanzierungsvertrag der Projektpartner vom April 2009 (FinVe), wonach man angeblich im Rahmen der Pflicht zur Förderung des Vorhabens nicht rauskäme. Mit dieser Fehleinschätzung räumt nun ein – ganz bewusst parteineutral gehaltenes - Rechtsgutachten von Prof. Urs Kramer, Universität Passau, gründlich auf.

Ich leite Euch hiermit Briefe unseres Bündnissprechers, Rechtsanwalt Eisenhart von Loeper an Bundesumweltministerin Svenja Schulze und an den Bahnvorstand weiter. Dazu das erwähnte Rechtsgutachten von Prof. Kramer zu den Fragen eines Baustopps und dessen rechtlicher Einschätzung im Lichte des Finanzierungsvertrags der Projektpartner vom April 2009 sowie der sog. „Sprechklausel“ dieses FinVe.

Wie lange will „meine“ SPD diesem UNSÄGLICHEN bankrott-trächtigen Treiben des Bahnvorstands insgesamt und zu „Stuttgart 21“ im Besonderen noch tatenlos zusehen?

Tragt ENDLICH politisch bei zum Stopp dieses Wahnsinns in Stuttgart; einer Fehlplanung, die andere Großprojekte, wie beispielsweise die Elbphilharmonie in Hamburg oder den Großflughafen BER schon lange im negativen Sinne übertroffen hat! BEIDE Projekte sind für ihre jeweiligen Zwecke trotz der peinlich explodierten Kosten wenigstens sinnvoll; Stuttgart 21 ist dagegen bahnbetrieblich schon jetzt und erst recht in Zukunft völlig unterdimensioniert; mit den 59 km Tunnelstrecken und unterirdischen Bahnhöfen dazuhin höchst gefährlich für Leib und Leben der Fahrgäste, namentlich im Fall eines Zugbrands, der im Schnitt 2 bis 3 mal pro Jahr passiert!

Mit solidarischen Grüßen

Dipl.-Ing. Frank Distel

Regierungsbaumeister, Bürgermeister i. R.

publish2019-03-31 09:26:04Aktuelles Leserbriefe und Offene Briefe K21-neu
Pressekonferenz des Bündnisses „Rettet die Bahn“ im Haus der Bundespressekonferenz, Berlinpressekonferenz-des-buendnisses-rettet-die-bahn-im-haus-der-bundespressekonferenz-berlin

Anmoderation & Dr. Winfried Wolf, Bündnis Bahn für Alle

[youtube url="https://youtu.be/mFhcdf6-gIQ"]

Prof. Wolfgang Hesse, Bürgerbahn statt Börsenbahn

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Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft der Lokomotivführer

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Eisenhart von Loeper, Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21

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Teil 5 Pressenachfragen

[youtube url="https://youtu.be/bm_Q9czIUKo"]

Moderation: Dr. Bernhard Knierim

publish2019-03-27 21:41:57Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen Videos
Stuttgart 21 könnte möglicherweise noch teurer werden | Stuttgart | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell - SWRstuttgart-21-koennte-moeglicherweise-noch-teurer-werden-stuttgart-swr-aktuell-baden-wuerttemberg-swr-aktuell-swr
Stuttgart 21 könnte möglicherweise noch teurer werden | Stuttgart | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell  SWR

Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn tagt heute in Berlin. Ein Thema könnten auch Kostensteigerungen beim Bahnprojekt Stuttgart 21 sein.

publish2019-03-27 06:42:00K21-neu ohne Kategorie
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