Leserbrief an Bundesverkehrsminister Scheuer zum »Deutschen Taktfahrplan«leserbrief-an-bundesverkehrsminister-scheuer-zum-deutschen-taktfahrplan
Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister Scheuer, mit Freude vernehme ich, dass die gute alte Schweizer Idee vom Taktfahrplan mit sechsunddreißig Jahren Verspätung endlich auch im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur angekommen ist. Viele Milliarden wollen Sie für den Ausbau der Infrastruktur in die Hand nehmen, so dass künftig auch in allen deutschen Knotenbahnhöfen zu jeder vollen Stunde Züge in alle Richtungen abfahren können. Wunderbar! Leider hat Ihr Projekt aber einen gewaltigen Haken, und der liegt im tiefsten Punkt des Stuttgarter Talkessels. Hier vergraben Sie unsere Milliarden um genau das zu verhindern, was Sie dieser Tage so lautstark ankündigen. Im unterirdischen achtgleisigen Schiefbahnhof wird kein Taktfahrplan mehr möglich sein, wenn der oberirdische sechzehngleisige Kopfbahnhof einmal abgebaut ist. Dieser allein aber ist heute schon ideal ausgestattet für Ihr Vorhaben (siehe https://www.youtube.com/watch?v=Uv4L0bYy_bY). Stoppen Sie Stuttgart 21 sofort und bauen Sie zügig den Umstieg 21!   Mit freundlichen Grüßen Thomas Felder, Musik & Wort, Reutlingen
publish2018-10-10 19:01:55Leserbriefe und Offene Briefe K21-neu
Offener Brief an Verkehrsminister Scheuer zum Integralen Taktfahrplanoffener-brief-an-verkehrsminister-scheuer-zum-integralen-taktfahrplan
Sehr geehrter Herr Minister, gerade habe ich im Fernsehen die Meldung verfolgt, dass Sie einen Taktfahrplan nach Schweizer Vorbild für die Bundesrepublik Deutschland einführen wollen. Ich kann dieses Vorhaben nur begrüßen, da ich in der Schweiz sehr gute Erfahrungen mit dem ITF (Integraler Taktfahrplan) gemacht habe. Dumm ist nur, dass ich in Stuttgart wohne und daher wohl nie in den Genuss eines solchen getakteten Fahrplanes kommen werde. Ich möchte Ihnen meine Befürchtungen gern erläutern: Von Stuttgart fahren derzeit Fernzüge in Richtung München, Nürnberg, Berlin, Hamburg, Köln, Karlsruhe und Zürich ab. Dazu kommen noch Regionalzüge nach Tübingen, Karlsruhe, Freudenstadt, Horb, Würzburg, Ulm, Mosbach-Neckarelz, Heidelberg, Mannheim, Aalen und Heilbronn. Wahrscheinlich ist diese Auflistung noch nicht einmal vollständig. Wenn nun alle diese Züge untereinander erreichbar sein sollen, dann dürfte es im achtgleisigen "Neuen Herzen Europas" oder einfacher gesagt bei Stuttgart 21 recht eng werden. Wenn ich nun die oben genannten Fern- und Regionalzüge addiere, komme ich auf mindestens 18 Züge, die gleichzeitig im Stuttgarter Halbtiefbahnhof halten müssten. Bei  nur 8 Gleisen ist das selbst mit den versprochenen Doppelbelegungen nicht machbar. Außerdem sind Doppelbelegungen nur bei kurzen Regio-Zügen möglich, nicht jedoch bei den deutlich längeren Fernzügen. Nun ist es aber auch kein Geheimnis, dass die Bundesregierung unter allen Umständen am Bau von Stuttgart 21 festhalten will und diesbezüglich sogar Druck auf die Aufsichtsratsmitglieder ausübt, was mir bei der letzte Aufsichtsratssitzung am 26.09.2018 ein Mitglied des Aufsichtsrates bestätigte. Diese Aussage hat übrigens selbst mich überrascht. Aber in jedem Fall sehe ich in den Plänen der Bundesregierung für einen sogenannten Deutschlandtakt und dem Bau von Stuttgart 21 einen großen Widerspruch. So wurden in der Schweiz viele Bahnhöfe (z.B. Zürich) erweitert, um den ITF zu ermöglichen. Auch in Deutschland werden einige Bahnhöfe, wie zum Beispiel Mannheim mit zusätzlichen Gleisen und Bahnsteigen ausgebaut, während Bahnhöfe wie Karlsruhe, Nürnberg und die Kopfbahnhöfe in München und Leipzig bereits über genügend Gleise verfügen. In Stuttgart hingegen wird der ehemals siebzehngleisige Kopfbahnhof zu einem achtgleisigen Durchgangsbahnhof zurückgebaut. Wie da ein Taktfahrplan möglich sein soll, kann ich mit meinen laienhaften Bahnwissen leider nicht nachvollziehen. Aber zum Glück sind unsere Politiker ja von Transparenz geprägt und Sie verfügen sicher über fachkundige Mitarbeiter, die mir erklären können, wie Stuttgart 21 mit dem Deutschlandtakt zu vereinen ist. Schließlich kann ich mir nicht wirklich vorstellen, dass die Landeshauptstadt Stuttgart bahntechnisch auf der Strecke bleiben soll, wo doch alle Partner von Stuttgart 21 viel Geld investieren, um den Bahnverkehr zu verbessern und schnellere Verbindungen zu schaffen, die natürlich auch untereinander vertaktet sein sollen. Ich hoffe, dass Sie meine Bedenken mit verständlichen Antworten zerstreuen können. Mit freundlichen Grüßen Peter Müller (begeisterter Bahnfahrer)
publish2018-10-09 19:03:04Aktuelles Leserbriefe und Offene Briefe K21-neu
Anmelden