(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Angebliche S21-Inbetriebnahme führt zu unzumutbaren S-Bahn-Einschränkungen
In der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses der Region wurde erneut eine Chance verpasst: Kein Wort darüber, dass die Bahn gerade dabei ist, durch ihre unzumutbar umfangreichen Baustellen die letzten Kunden in der Region Stuttgart zu verprellen und zu verlieren. Keine konkreten, mit Strafzahlungen verbundenen, Forderungen an die Bahn. Keine nachvollziehbare Erklärung, was die vom S21-Lenkungskreis eilig einberufene „Taskforce“ besser machen soll als die Bahn selbst. Keine Stellungnahme zur Bankrotterklärung der Bahn, die nicht in der Lage ist, ihre ureigenste Aufgabe zur Organisierung eines anständigen Betriebs selbst zu erfüllen. Keine Forderung, dass die Region, Verkehrsverbände und der Fahrgastbeirat engstens an den Baustellenplanungen beteiligt werden müssen. Keine Überlegung, die S21-Eröffnung zu verschieben, um Druck aus den Arbeiten zu nehmen. Dabei wissen alle Beteiligten längst, dass diese angebliche Inbetriebnahme im Winter 2026 lediglich eine symbolische Veranstaltung mit ein paar Einzelzügen und einiger Prominenz sein wird. Keine Frage dazu, warum der S-Bahn-Fahrplan 2026 auch anderthalb Jahre vorher noch nicht veröffentlicht wird und wie die Busunternehmen rechtzeitig ihre Fahrpläne und Ressourcen planen sollen. Kein Wort darüber, dass man das Problem immer noch nicht gelöst hat, wie angesichts der zusätzlichen S-Bahn-Station Mittnachtstraße ein stimmiger Fahrplan mit pünktlichen Fahrzeiten und guten Anschlüssen aussehen kann.
Stattdessen wird den Erpressungen der Bahn lammfromm nachgegeben. Verantwortungslos werden nicht mehr hinnehmbare Sperrungen abgenickt und die Zerstörung des Bahnverkehrs gefördert. Scheinheilig fordert man mehr Park & Ride-Parkplätze und gibt das als Verbesserung des ÖPNV aus. In Wahrheit will man vertuschen, dass der auf die S-Bahn getaktete Busverkehr wegen derer Unzuverlässigkeit nicht mehr funktioniert und die Menschen gezwungen sind, selbst mit dem Auto zu den Haltestellen der S-Bahn zu fahren. Und man bedankt sich unterwürfig bei der Bahn, dass sie das Selbstverständliche angekündigt hat: ihr katastrophales Baustellenkonzept mit einer Verdoppelung der Zahl der Baustellen im Jahr 2026 „noch einmal zu überdenken“. So sieht keine engagierte Vertretung der Bevölkerungsinteressen aus. Dieses Regionalparlament hat erneut seine Aufgabe verfehlt.
Martin Poguntke, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S21: „Das Regionalparlament ist offensichtlich weiterhin bereit, die Interessen der Fahrgäste den unverantwortlichen S21-Planungen zu opfern. Ein Stopp aller S21-Vorbereitungen und stattdessen eine sukzessive komplette Instandsetzung und Modernisierung des S-Bahn-Netzes ohne jeden Zeitdruck wäre nötig. Eine S21-Eröffnung im Jahr 2026 braucht niemand.“
Kontakt:
Martin Poguntke, 0151 403 602 56
Dieter Reicherter, 0151 263 711 31
publish2025-06-05 09:24:36Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen(hier dieser Brief als pdf-Datei)
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident!
Wir danken Ihnen für die klaren Worte, die Sie auf Ihrer Pressekonferenz am vergangenen Dienstag zum sich zuspitzenden Bahnchaos und dem Zusammenhang mit Stuttgart 21 gefunden haben. Nun trete „alles ein, wovor wir immer gewarnt haben – und zwar von A bis Z“, sagten Sie, während „wir Projektgegner arrogant vom Bahnkonzern abgebürstet worden sind“. Das „Wir“ bezieht sich natürlich auf die Zeit, als wir noch zusammen im Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 gekämpft und Sie auf den Montagsdemos gesprochen haben – bis sich unsere Wege trennten.
Sie haben Bezug genommen auf Herrn Ex-Bahnchef Mehdorn und Herrn Ex-OB Schuster. Mit wahrheitswidrigen, schönfärberischen Behauptungen wurde von ihnen und wird von deren Nachfolgern das Projekt bis heute durchgeboxt, von immer neu gerissenen Kostenzusagen und Eröffnungsterminen über Milchmädchenrechnungen, was die Kapazitätsfrage betrifft, bis zum Leugnen der Risiken von Anhydrit, Überflutung und Brandschutz bis zu der großen Frage unserer Klimazukunft.
Ähnlich distanzierende Signale vernehmen wir auch von unserem Verkehrsminister, Herrn Winfried Hermann, der auf die DB bezogen jüngst meinte: „Wer so weitermacht, braucht am Ende keinen Bahnhof mehr, weil niemand mehr mit dem Zug fährt“.
Man gewinnt den Eindruck, Sie wollten sich gegen Ende ihrer Amtszeit nochmal ehrlich machen. Aber wir fragen uns: mit welcher Konsequenz?
Bis heute rechtfertigen Sie und Herr Minister Hermann Ihr unbeirrtes Festhalten an diesem Projekt mit einer Volksabstimmung, deren Geschäftsgrundlage genau diese falschen Behauptungen waren, deren wir uns damals gemeinsam bewusst waren und die sich heute, wie Sie sagen „von A bis Z“ bestätigen.
Bitte ziehen Sie – lieber spät als nie – jetzt Konsequenzen aus Ihrem Wissen um das Projekt und setzen Sie und Ihr Verkehrsminister sich für den Erhalt möglichst vieler Kopfbahnhofgleise und des Gäubahnanschlusses ein. Zumindest was Letzteres betrifft, würden Sie einem unmissverständlichen Beschluss der Landesdelegiertenkonferenz Ihrer Partei folgen.
Sehen Sie nicht, dass der Bahn das Projekt inzwischen außer Kontrolle geraten ist und sie nur noch hilflos und widersprüchlich auf die Hiobsmeldungen reagiert, die einander in immer engerem Takt jagen?
Fügen Sie bitte nicht der Bahn, den Bahnkunden und nicht zuletzt dem Klima unkalkulierbaren Schaden zu, indem Sie weiterhin auf einer – illusorischen – Projekt-Inbetriebnahme im Jahr 2026 bestehen – mit all den offen angekündigten weiteren Zumutungen!
Bitte ziehen Sie jetzt Konsequenzen aus Ihrer guten Kenntnis der Projekt-Probleme!
Mit freundlichen Grüßen,
Martin Poguntke Dieter Reicherter
Sprecher Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21
publish2025-05-31 15:05:47Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen(hier das Protokoll als pdf-Datei)
Protokoll Aktionsbündnis K 21
Digitale Sitzung am 13. Mai 2025 , 17 bis 19:09 Uhr, mit:
ArchitektInnen für K 21: Norbert
Bürgerbahn-Denkfabrik: Andi
Eisenbahnerstammtisch: Jenö, Jörg
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Juristen zu Stuttgart 21: Dieter (Sprecher)
Linke: Sebastian Stark
Mahnwache: Margarete
Netzwerke: ---
Rems-Murr-Bündnis gegen S21: ---
Schutzgemeinschaft Filder: Frank (bis 18 Uhr), Steffen
SÖS: Reinhard (bis ???)
SPD-Mitglieder gegen S 21: Hermann
Stadtteilgruppen: Doris, Heidi
Theologinnen und Theologen gegen S 21: Martin (Sprecher)
Unternehmer*innen gegen S21: ---
VCD: Markus
Ziviler Ungehorsam: Gisela
Moderation: Markus, Protokoll: Hermann
Entschuldigt: Ernst, Ulli
publish2025-05-30 17:52:41AB-Protokoll K21-neu- Eröffnung:
- Hauptthema
- Meinungsaustausch
- Information
(hier das Protokoll als pdf-Datei)
Protokoll Aktionsbündnis gegen Stuttgart21/ 29.April 2025
Analoge Sitzung im Forum 3, 17h bis 19.09 ! mit …
ArchitektInnen für K 21: Norbert
Bürgerbahn-Denkfabrik: Andi (bis 18.15h)
Eisenbahnerstammtisch: Hans-Jörg (entschuldigt, bzw. ab 18.50h),
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Juristen zu Stuttgart 21: Dieter
Linke: ---
Mahnwache: Margarete
Netzwerke: ---
Rems-Murr-Bündnis gegen S21: Ernst
Schutzgemeinschaft Filder: --
SÖS: Reinhard (bis 18.15h)
SPD-Mitglieder gegen S 21: Hermann
Stadtteilgruppen: Doris
Theologinnen und Theologen gegen S 21: Martin
Unternehmer*innen gegen S21: ---
VCD: Markus
Ziviler Ungehorsam: Gisela
Ständiger Gast: Uli für die Ingenieure22 (entschuldigt)
Moderation: Herman
Protokoll: Werner
publish2025-05-30 17:44:11AB-Protokoll K21-neu- Eröffnung:
- „Die Absurdität von Weiterbauen (Pfaffensteig, Rosenstein) in Zeiten von Krise und Zeitenwende“. Hierzu ist eine kleine Kampagne zusammen mit der Fraktion und dem Demoteam angedacht. In diesem Zusammenhang käme dem Mahnwache-Banner eine wichtige Rolle zu.
- Thematisierung von S-Bahn- und Bahnchaos. In diesem Zusammenhang kann das Zitat von Winfried Hermann verwendet werden („Wer so weitermacht, braucht am Ende keinen Bahnhof mehr, weil niemand mehr mit dem Zug fährt“.
- Das gerade aktuelle Thema Ästhetik versus Funktion, wie in der Pressemitteilung und in Martins Rede aufgegriffen. Es gefiel hierzu der Arbeitstitel „Schön, aber Scheiße“.
Neu entdeckt:
publish2025-05-28 13:10:41Aktuelles Dokumente K21-neuGötz Adriani zieht eine Verbindungslinie von den Württembergischen Bauernprotesten zu denen gegen das Projekt Stuttgart 21:
"Von 1514 bis 1819 haben die Auseinandersetzungen der Landesherren mit den Landständen um die im Vertrag zu Tübingen vereinbarten Rechte und Pflichten an. Die dabei aufgetretenen Streitfragen prägten auch die Bevölkerung Württembergs und brachten sie dazu, widersetzlich auf staatliche Zwänge zu reagieren. Vermehrt entwickelte sie ein Widerstandspotential gegen die Absichten von Fürsten oder Bürokraten, ihre Mitspracherechte in Frage zu stellen. Ihr nüchternes Selbstvertrauen machte sie vergleichsweise immun gegenüber obrigkeitsgläubigen Ideologien und heilsversprechenden Parteien. »Empörung« ist jener Schlüsselbegriff des Vertrags, der in 500 Jahren nichts von seiner Aussagekraft verloren hat. In der Landesgeschichte verwurzelt, lässt er sich nicht zuletzt auf die Massenproteste gegen das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 übertragen. Deshalb beenden wir unseren Ausstellungsstreifzug durch die Geschichte mit einem Ausblick auf Stuttgart 21 und die Empörung, die damit einhergeht. Denn vielen stellt sich in der Tat die Frage, was unsere Verfassungsrechte noch wert sind, wenn Prestigevorhaben wie Stuttgart 21 von den Initiatoren nach Belieben schöngeredet und -gerechnet werden können und selbst die Bahnverantwortlichen längst in Betracht gezogen haben, dass die ausufernden Kosten und der vermeintliche Nutzen in keiner vernünftigen Relation mehr zueinander stehen. Was ist von Parlamentariern oder Regierungsmitgliedern zu halten, die sich als Handlanger der Lobbyisten betätigen, ohne ihrer Kontrollfunktion angesichts der ominösen Planungen und der völlig aus dem Ruder laufenden Kosten ausreichend nachzukommen. Die immer teurer gewordenen Beteuerungen von Politikern und Wirtschaftsbossen haben sich als haltlos erwiesen. Kritiker, die auf die unübersehbaren ökonomischen und ökologischen Risiken aufmerksam machen, müssen hinnehmen, dass sie als Verhinderer von Standortvorteilen und Wachstumschancen hingestellt und als ewig gestrige Bedenkenträger, die leichtfertig die Zukunftsaussichten Baden-Württembergs aufs Spiel setzen, diffamiert werden. Überregional – ja international – wahrgenommen wurde Stuttgart 21 weder aufgrund eines herausragenden verkehrstechnischen Konzepts, noch wegen einer genialen architektonischen Lösung, sondern in Folge der stichhaltigen Einwände gegen die Realisierung eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs mit reduzierter Kapazität. Stuttgart 21 ist nicht zum Synonym für Innovation und Fortschritt geworden, sondern für die Empörung breiter Volksschichten, deren friedlich vorgetragener Widerstand – wie zu Herzog Ulrichs Zeiten – von der Staatsgewalt mit drakonischen Maßnahmen unterbunden wurde. Das Aufbegehren einer Bevölkerung, die sich von der Hybris parteiischer Machtcliquen übergangen fühlte und gegen deren rabiaten Durchsetzungswillen antrat, trug immerhin dazu bei, dass einer fragwürdigen Parteienführung das Misstrauen ausgesprochen und ihre Herrschaft in Land und Stadt beendet wurde. Angesichts der dubiosen Argumente von Investoren, Interessenverbänden, Mediatoren und jenen Politikern, welche die unsäglichen Einsätze von Polizei und Verfassungsschutz zu verantworten haben, sieht sich eine mündige Bürgerschaft zur Empörung herausgefordert." Götz Adriani, Ausstellungs-Publikation „1514: Macht – Gewalt – Freiheit – Der Vertrag zu Tübingen in Zeiten des Umbruchs“, Epilog, Kunsthalle Tübingen, 8. März bis 31. August 2014(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-05-27 13:43:27Aktuelles K21-neu PressemitteilungenVersteckspiel mit den Kostensteigerungen
Stuttgart21 vor der nächsten Kostenexplosion
In bekannt intransparenter Weise hat die Deutsche Bahn über die nächste ins Haus stehende Kostensteigerung bei Stuttgart21 informiert. In einem sechszeiligen Abschnitt am Ende der nach der Sitzung des Lenkungskreises am 19. Mai auf ihrer Website veröffentlichten Unterlagen wird kleinlaut eingeräumt, dass sich die tatsächlichen Projektkosten innerhalb eines Jahres (IV/2024 zu IV/2023) um 350 Mio. € erhöht haben. In der verschleiernden Formulierung der DB ist die Rede von einer „Fortschreibung des Gesamtwertumfangs auf 11.303 Mrd. €“. Damit ist der Finanzpuffer fast aufgebraucht – und das obwohl Kostensteigerungen aus einem erheblichen Teil noch nicht vergebener Aufträge nicht berücksichtigt sind. Diese Information geht auf eine Recherche der Stuttgarter Zeitung (Christian Milankovic) vom 22.5. zurück. Scheibchenweise bereitet die Bahn die nächste Kostensteigerung, vermutlich in Milliardenhöhe, vor, während die Projektpartner dazu schweigen. Zur Begründung gibt die Bahn laut StZ „Herausforderungen aus der Einzigartigkeit im Ausbau der Bahnhöfe des Projekts“, ein „herausforderndes Marktumfeld“ bei den noch ausstehenden Vergaben sowie eine „geänderte Inbetriebnahmekonzeption“ an. Also alles „völlig überraschend neue Prämissen“, so Dipl.-Ing. Frank Distel vom Aktionsbündnis, zugleich stellvertretender Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder, süffisant. Im Erfinden von fadenscheinigen Ausreden sei die Bahn um keine Worthülse verlegen, so Distel. Lapidar stellen die Projektpartner laut Unterlagen des Lenkungskreises außerdem fest, dass sie natürlich ihre juristische Auseinandersetzung um die nicht finanzierten Kosten von bis jetzt 6,5 Mrd. € in die nächste Instanz fortsetzen werden. Völlig unberücksichtigt in der öffentlichen Diskussion bleiben weiterhin die noch viel größeren Kostenblöcke für die sog. Ergänzungsprojekte, kritisiert Distel weiter. Dabei handelt es sich um die Vorhaben Nordzulauf, P-Option und vor allem um den Pfaffensteigtunnel. Nach einer Kostenrechnung des Münchner Verkehrswissenschaftlers und Finanzexperten Karlheinz Rößler von 2019 belaufen sich die Kosten der Ergänzungsprojekte („Stuttgart21/II“) auf 5,2 Mrd. €. Die Methodik des Büros Vieregg/Rössler beruht auf Auswertungen der Kosten abgeschlossener Projekte und hat sich vielfach als sehr treffsicher erwiesen. Unter Berücksichtigung der inzwischen eingetretenen Baupreissteigerungen muss allein für den Pfaffensteigtunnel am Ende mit Kosten in Höhe von 3,5 Mrd. € gerechnet werden. Öffentlich kommunizieren Bahn und Projektträger 2 Mrd. € für diesen 2 x12 km langen Tunnel. Damit, so Distel, „bedient sich die Bahn der seit Jahren beklagten Manipulationsmethode, bei ihren Kostenschätzungen erstmal tiefzustapeln und Kostensteigerungen scheibchenweise im Projektverlauf einzuräumen.“ Obwohl der Pfaffensteigtunnel in der Unlogik von S21 systemrelevant ist, sollen seine Kosten mittels eines Etikettierungstricks (Zusammenschaltung mit dem zweigleisigen Gäubahnausbau bis Singen) aus den Mitteln des Bundesverkehrswegeplans finanziert werden. Eine ähnliche Strategie der Kostenabwälzung deutet sich beim 500-Milliarden-Investitionsfonds an: Hier bemühen sich die Projektpartner bereits, die ausdrücklich zusätzlichen Vorhaben gewidmeten Mittel sinnwidrig in das Stuttgarter Fass ohne Boden umzulenken. „Augen auf!“ appelliert das Aktionsbündnis an Städte und Bundesländer außerhalb von Stuttgart21, die wesentlich dringender Finanzmittel für bessere Bahnprojekte zugunsten der gebotenen Verkehrswende benötigen. Kontakt: Frank Distel: 0171 959 7273, Werner Sauerborn: 0171 320 9801(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-05-15 18:16:09Aktuelles K21-neu PressemitteilungenVor der Sitzung des Stuttgart21-Lenkungskreises
Umlenken statt Kopf in den Sand
Als Höhepunkt der S21-Absurditäten bezeichnet Bündnissprecher Dieter Reicherter die Planung einer weiteren S-Bahn-Stammstreckensperrung im Sommer 2026, während zuvor schon die Gäubahn vom Hauptbahnhof endgültig abgekoppelt werden soll. Das sich daraus erge bende Szenario hatte zu erheblichem Unmut selbst in den Reihen der S21-Treuen im Regionalparlament geführt. Die ohnehin verärgerten Oberbürgermeister der Städte entlang der Gäubahn sehen sich „verschaukelt“, was „noch milde ausgedrückt sei“, und konstatieren „eine verkehrspolitische Bankrotterklärung“ der verantwortlichen Politik, so eine Erklärung von acht betroffenen Oberbürgermeistern verschiedener Parteien entlang der Strecke. Angesichts dieses Drucks wird der Lenkungskreis nicht umhinkommen, sich von der jetzigen Planung zu verabschieden und eine Verschiebung der Gäubahnkappung zumindest auf Ende 2026 einzuleiten. „Dies wäre ein Stück Realitätssinn, würde die Probleme aber nicht lösen, sondern nur verschieben“, so Reicherter. Oder in den Worten der acht Oberbürgermeister: „Egal, was uns jetzt demnächst wieder als sogenannte Übergangslösung aufgetischt wird – das glaubt kein Mensch mehr.“ Die ganze S21-Projektplanung darf sich nicht von ihrer Scheinwelt aus Lichtaugen und Kelchstützen blenden lassen, sondern muss auf den Boden der Realität zurückkehren. Dazu gehört die Einsicht, dass der Kopfbahnhof auf Dauer erhalten bleiben muss, weil nicht reparable Kapazitätsdefizite, unwirksamer Brandschutz und eine noch lange fehlende Gesamtausstattung mit ETCS eine funktionsgerechte Inbetriebnahme von Stuttgart21 unmöglich machen werden. Der Kopfbahnhof kann und wird oben bleiben,- weil eine Rosensteinbebauung zur Fata Morgana geworden ist, weil die Neufassung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes eine Entwidmung der Gleisfläche ausschließt
- weil allein schon die Erschließungskosten die Stadt heillos überfordern würden
- weil durch die Planung Personalressourcen gebunden und andere Projekte kannibalisiert werden
- weil die schwerwiegenden Folgen für das Stadtklima eine Bebauung gar nicht zulassen.
...auch am Montag, 19. Mai (trotz anderer Ankündigung)!
Alle Videos der Montags-Demos sind zu finden unter: https://www.parkschuetzer.de/videos/alle.html(hier diese Rede als pdf-Datei – und hier als Video ab Minute 15:15)
publish2025-05-02 17:10:58Aktuelles Demo K21-neu Montagsdemo Vorträge und Reden„Was zählt bei einem Bahnhof - Architekturästhetik oder Funktion?“
MoDemo-Rede am 28.4.25 (Martin Poguntke)
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter! Am Osterwochenende war sie wieder, die große Show der „Tage der offenen Baustelle“. Wow! Was waren da wieder viele Leute da! Was sind da wieder für technische und ästhetische Superlative vorgestellt worden! Und: Was wurde da wieder gelogen und verbogen und verheimlicht! Aber die Leute sind nicht so blöd, wie mancher bei der Bahn vielleicht denkt. Klar gab es am Karsamstag, als ich dort Flyer verteilt habe, auch mal einen Vater, der meinte, wir würden mit unserem Protest gegen S21 seinen Kindern Schaden zufügen. Oder den alten Herrn, der sich an den Kopf tippte, wie dumm unser Protest doch sei. Oder den Mann mittleren Alters, der auf unserem Flyer las: „Verbrechen“ und meinte: „Ihr seid doch die Verbrecher!“ Aber das waren nach meiner Erfahrung eher Einzelfälle in diesen ganzen vier Stunden. Viel häufiger machte ich die gegenteilige Erfahrung, dass Leute sich ausdrücklich für „kritische“ Informationen interessierten. Immer wieder ging es mir so, dass ich beim Verteilen rief: „Infos zum Projekt!“ Und wenn die Leute manchmal zögerten, einen Flyer anzunehmen, und ich dann ergänzte: „kritische(!) Infos!“ – dass die Leute dann zugriffen und meinten: Ja, genau das wollen wir. Manche drehten, nachdem sie bereits vorbeigelaufen waren, nochmal um, als sie hörten, dass ich „kritische“ Infos hätte. Oder Leute gingen direkt auf mich zu: „Sie haben auf der Warnjacke stehen „Gäubahn erhalten!“ – da will ich auf jeden Fall einen Flyer von Ihnen.“ Nein, nein, das Publikum fällt nicht blind herein, auf die Strategie der Bahn. Die beeindruckenden Besucher*innen-Zahlen sind keineswegs Zahlen der Begeisterung fürs Projekt. Sondern die Leute sind zu einem sehr großen Teil skeptisch bis ablehnend. Sie fragten mich teils amüsiert, was ich meinte, wann das Projekt denn wirklich fertig würde. Outeten sich, schon bei den ersten Demos gegen S21 dabei gewesen zu sein – und ihre Kinder am „Schwarzen Donnerstag“. All das sind Besucher*innen der „Tage der Offenen Baustelle“. Und wer wollte es ihnen verübeln, dass sie sich durchaus auch für die gigantischen technischen Leistungen interessierten. Man könnte zwar heulen, wenn man sich klar macht, wofür das Ganze. Aber es ist ja doch beeindruckend, auf welchem hohen technischen Niveau, da auch immer wieder Probleme gelöst und Ziele umgesetzt wurden. Und: Warum sollte ein Bahnhof nicht schön sein dürfen? Natürlich ist es eine Freude, wenn ein Bahnhof schön ist. Man benutzt ihn dann ja noch lieber. Aber den Leuten, die mich fragend ansahen, warum ich S21 gegenüber kritisch eingestellt sei, sagte ich dann regelmäßig: „Es reicht eben nicht, wenn ein Bahnhof schön ist. Er muss vor allem sehr gut funktionieren. Und das tut er halt nicht.“ Aber was hat die Bahn auch in letzter Zeit unternommen an Werbeaktivitäten! Ganz besonders mit vielen, vielen hochprofessionellen Filmchen auf Social-Media. Aber auch ganz analog. Da hat sich das Stuttgarter Ballett dafür hergegeben, für den Bahnhof – und sich selbst – zu werben, mit „Kraft-durch-Freude“-Fotos (besser: „Fotos in Leni Riefenstahl-Ästhetik“) zwischen den Kelchstützen. Da hat sich der ahnungslose Schauspieler Axel Milberg am Rande von Dreharbeiten zu einem neuen Krimi zu einem schwärmerischen Interview über die Ästhetik der Baustelle hinreißen lassen. Und weil man ihn vor allem als Tatort-Kommissar Borowsky kennt, haben die Medien bereitwillig den Eindruck erweckt, hier sei auch ein Tatort gedreht worden. War aber gar nicht so. War eben irgendein Krimi, in dem Axel Milberg einen S21-Ingenieur darstellte. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Aber – psst! Nicht weitersagen! – manchmal bewundere ich auch ganz heimlich diese hoch professionelle Werbestrategie, die die Bahn da mit Millionen-Aufwand fährt. Das ist ja schon allein ästhetisch und von der Bildgewalt her wirklich klasse. Und die Bahn macht da ja auch im Grunde gar nichts anderes, als überall in der Werbewirtschaft gemacht wird: Sie bewirbt gar nicht die eigentlichen Eigenschaften ihres Produkts, sondern sie verkauft Träume, ein Lebensgefühl. So wie es z.B. auch Zigaretten-Werbung macht: Zigaretten-Werbung schwärmt ja nicht vom Tabak, sondern bringt ihre Zigaretten mit einem Lebensgefühl von Freiheit und Abenteuer oder Luxus und Schönheit in Verbindung. Aber wenn es auch gar nichts Besonderes ist, was die Bahn da tut, mit ihrer Bahnhofswerbung ohne Bahnhof, so ist es dennoch noch lange nicht in Ordnung. Genauso wenig, wie es in Ordnung ist, dass Zigaretten-Werbung dreist von den Nikotin-Gefahren ablenkt. Und das ist es auch, was wir der Bahn vorwerfen: Ihr dürft ja gerne werben. Aber ihr dürft nicht verschleiern und ablenken. Und das tut ihr aber. Ihr lullt die Leute ein mit wunderschönen Kelchstützen und beeindruckenden Ingenieursleistungen. Und ihr lenkt dabei absichtsvoll von der Frage ab, was der Bahnhof können müsste. Und ihr verschleiert, welche Risiken ihr mit diesem Projekt eingeht und welche Gefahren ihr damit erzeugt. Kein Wort darüber, dass die Landesregierung ein Nahverkehrs-Dreieck plant, mit dem die Regionalzüge vom Tiefbahnhof ferngehalten werden sollen – weil ihr einen viel zu kleinen Hauptbahnhof baut, der den Namen nicht verdient. Kein Wort darüber, dass ihr mutwillig lebensgefährliche Panik-Situationen heraufbeschwört – weil ihr mit Bahnsteig-Doppelbelegungen und riesigen Doppelstockwagen viel zu viele Menschen auf die viel zu knappen Bahnsteige lockt. Kein Wort darüber, dass ihr für euer sogenanntes Brandschutzkonzept lediglich eine Baugenehmigung bekommen habt – dass ihr aber für eine noch ausstehende Betriebsgenehmigung mit so großen Beschränkungen rechnen müsst, dass sich Zugverkehr im Tiefbahnhof und in den Tunnels gar nicht mehr lohnt. Das ist es, was wir euch vorwerfen: Dass ihr mit eurer Waschmittel-Werbung vom Eigentlichen ablenkt und die katastrophalen Hintergründe verschleiert. Ihr seid doch keine Schraubenfabrik, die halt möglichst viele Schrauben verkaufen können will. Sondern ihr seid ein Unternehmen im Besitz des Volkes, das einen grundgesetzlich verbrieften Beförderungsauftrag zu erfüllen hat. Aber was bleibt der Bahn auch anderes übrig? In der Anfangszeit hatte sie immer noch mit vielen, schnellen Zügen und genialer Bahnhofsqualität geworben. Aber das glaubt ihr inzwischen ja niemand mehr, nicht einmal die schärfsten Befürworter des Projekts. Was bleibt da der Bahn denn übrig, als vom Eigentlichen abzulenken und stattdessen Schönheit und Technik zu bejubeln? Die Bahn kann nicht anders, aber die Medien könnten anders. Sie könnten Punkt für Punkt die empörende Wahrheit recherchieren und solange veröffentlichen, bis keiner mehr wagt, diesen Skandal weiterzubauen. Aber sie tun es nicht, die Medien. Sie lassen sich auf die durchsichtige Werbestrategie der Bahn ein und kolportieren sie in ihren Jubel-Stories. Obwohl sich auch da einiges getan hat: Mehr und mehr trauen sich selbst konservative Medien ans Licht mit brisanten Details. Allerdings zumeist erst, wenn es zu spät ist. Jetzt, wo die Neubaustrecke in Betrieb ist, jetzt wird über den Betrug mit den Leichtgüterzügen berichtet. Jetzt, wo die Tunnels gebaut sind, jetzt keimt das Interesse an den Quellungsgefahren durch Anhydrit. Jetzt, wo der Rohbau des Tiefbahnhofs fast fertig ist, jetzt trauen sich einige zu fragen, ob es denn mit der Leistung des Bahnhofs wirklich klappen wird. Ich fürchte, das liegt einfach daran, dass Bahn-Bashing inzwischen zum Volkssport geworden ist. Die Bahn ist ja als Ganze inzwischen in einem so beklagenswerten Zustand, dass wirklich niemand mehr sie verteidigen kann. Selbst die CDU fordert ja jetzt mehr Bahnsachverstand in Vorstand und Aufsichtsrat der Bahn – wohl, weil es sich beim Publikum gut macht, wenn jetzt auch die CDU so tut, als ob sie was ändern wolle. Dabei gerät aus dem Blick und wird von der Politik sehr bewusst verschleiert, dass es nicht nur die Bahn ist, die von unfähigen Controllern bahntechnisch an die Wand gefahren wurde. Denn es ist ja die Politik, die diese Controller in diese Positionen gebracht und dort gehalten hat. Denn es ist ja die Politik, die der Bahn ein Riesen-Projekt nach dem andern aufs Auge gedrückt hat. Denn es ist ja die Politik, die die Bahn fast seit Jahrzehnten ausplündert, sie missbraucht zur Generierung von Bauprojekten, für die massenhaft öffentliche Gelder in die Bauwirtschaft geleitet werden. Oder jetzt – mittels des Digitalen Knotens Stuttgart – auch in die Digitalwirtschaft. Es ist die Politik, die jetzt der Bahn hinterherruft: Haltet den Dieb! Nachdem sie selbst die Bahn sehenden Auges in diese Lage manövriert hat. Und ja am liebsten sehen würde, wenn die Bahn ganz zugrunde gehen würde. Dann wäre endlich Ruhe – für die Autoindustrie. Ich weiß es nicht, aber ich könnte mir denken, dass das der eigentliche Grund für das merkwürdig zögerliche Verhalten der Medien ist: Man will sich’s nicht mit der Politik verderben. Aber vielleicht ist es ja auch die Naivität der Medienschaffenden. Vielleicht können sie sich einfach nicht vorstellen, dass es wirklich so ist. Dass wirklich der Stuttgarter Kopfbahnhof gar nicht ersetzt werden sollte durch den Tiefbahnhof, weil das irgendwelche Verkehrsvorteile hätte. Sondern dass es wirklich nur das Geschenk der Bahn an die Stadt Stuttgart war, dass sie den Weg freimachen wollte für einen neuen Stadtteil mitten im Zentrum. Dass Stuttgart 21 wirklich nie als Verkehrsprojekt gedacht war, sondern als Investitionsprogramm für die baden-württembergische Bauwirtschaft. Aber jetzt ist es so. Der damalige Bahnchef Dürr hat nun mal die Bahn in diese Lage gebracht. Und die CDU hat bundesweit dafür gesorgt, dass es zur politischen Correctness gehört, dass das niemand offen sagt oder gar kritisiert. Und die anderen Parteien haben sich aus Opportunismus mit ins Verschwiegenheits-Boot begeben, in dem sie nun alle gemeinsam sitzen – und weiterhin die Bahn zur Selbstzerstörung drängen. Was soll sie denn aber tun, die Bahn, in dieser Situation? Ihr bleibt ja offenbar gar nichts anderes übrig, als Waschmittel-Werbung für ein Projekt zu machen, an das niemand mehr glaubt. Im Grunde ist es das Eingeständnis des Scheiterns, dass die Bahn nur noch mit Ästhetik und Technik werben kann. Weil sie selbst und alle Beteiligten wissen, dass es bahntechnisch nicht nur nichts zu bewerben gibt. Sondern im Gegenteil: dass man bahntechnisch gezwungen wäre, das Projekt lieber spät als nie zu stoppen. Und ich muss sagen, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter: Das ist nicht von alleine so geworden. Sondern ich bin der Überzeugung, dass das ganz wesentlich unser großer Erfolg ist. Nicht zuletzt die unerschütterliche Aufklärungsarbeit unserer Bewegung hat dazu geführt, dass man einfach keine fachlichen Argumente mehr hat, die nicht längst widerlegt sind. Unser öffentlicher Druck hat dazu geführt, dass die Marke „Stuttgart 21“ so sehr verbrannt ist, dass man auch z.B. bei der Benennung des neuen Lügenturms tunlichst die Erwähnung von „Stuttgart 21“ vermieden hat. „Info-Turm-Stuttgart“ heißt er verschämt. Unser inzwischen jahrzehntelanger Druck hat das Projekt so kompetent entzaubert, dass die Bahn nur noch mit Werbezauber halbwegs positive Stimmung dafür erzeugen kann. Und wir machen weiter. Wir treiben es immer weiter so, dieses öffentliche Demaskieren des Projekts. Montag für Montag, Woche für Woche. Mit Demos, Arbeitsgruppen, Veranstaltungen, Pressearbeit. Tropfen für Tropfen, Stein für Stein, bis irgendwann irgendwo irgendwas die Sache zum Kippen bringt. Letzten Endes ist es das Projekt selbst, das sich zum Kippen bringen wird. Aber wir sind die Problemverstärker, die für die nötige Öffentlichkeit und den nötigen Druck sorgen. Die Bahn versucht, mit Werbesprüchen über die Runden zu kommen. Aber wir sagen – warum nicht auch mit einem Werbespruch –: „Nichts ist unmöglich! Oben bleiben!“(hier das Protokoll als pdf-Datei)
Protokoll der Online-Sitzung des Aktionsbündnisses,
Dienstag, 15. April 2025, 17.00 Uhr bis 18.52 Uhr
Anwesend:
ArchitektInnen für K21: Norbert
Bündnis Rems-Murr für K21: Ernst
Bürgerbahn–Denkfabrik: Andi
Eisenbahnerstammtisch: Jörg, Jenö
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Linke: verh.
Mahnwache: Margarethe
Stadtteilgruppen: Heidi, Doris
Schutzgemeinschaft Filder: Frank, Steffen
SÖS: Reinhard, Christine (ab 17.25h)
SPD-Mitglieder gegen S21: verh.
Netzwerke 21: -
TheologInnen gegen S21: Martin
Unternehmer*innen gegen S21: -
VCD: Markus
Juristen: Dieter
Ziviler Ungehorsam: Gisela
Website: verh. Moderation: Frank
als Gast für die Ingenieure22: Ulli Protokoll: Ernst für Werner
publish2025-05-02 16:14:38AB-Protokoll K21-neu- Klärung etwaiger technischer Probleme - keine
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