(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Anhörung zum Stuttgart 21-Pfaffensteigtunnel – ein weiteres Kapitel von Betrug und Murks
Das Eisenbahn-Bundesamts (EBA) führt derzeit die Anhörung zum geplanten Pfaffensteigtunnel durch. Dieser soll als längster Eisenbahntunnel Deutschlands die Kappung der Fernstrecke Zürich–Stuttgart („Gäubahn“) vom Hauptbahnhof Stuttgart rechtfertigen. Reisende sollen ab 2026 für 10 oder noch mehr Jahre im Vorort Vaihingen auf S-Bahnen und Stadtbahnen umsteigen.
Nachdem die S-21-Planung auf den Fildern (Streckenführung im Mischverkehr auf der S-Bahn-Trasse) gescheitert ist, zeigen die Planungen der Bahn, unterstützt von der Politik und dem EBA, hier einmal mehr das bekannte Muster des Projekts: Kosten und Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden geschönt, vorzugswürdige Varianten außer Acht gelassen und Sicherheitsanforderungen mit Füßen getreten.
Fakt ist:
publish2024-09-05 14:50:14Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen- Das EBA fürchtet eine öffentliche Anhörung mit Experten und beschränkt sich auf schriftliche Anhörung.
- Das EBA lässt mit der Aufteilung der Planfeststellung in zwei Abschnitte zu, dass nach Genehmigung und Bau des ersten Teils ein nicht nutzbarer Torso entsteht, falls der zweite Teil nicht genehmigt werden kann.
- Der Tunnel verstößt mit Emissionen von 560.000 Tonnen CO2 schon beim Bau und mit zusätzlichen hohen Mengen im Betrieb gegen Deutschlands Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen.
- Das Projekt raubt der Landwirtschaft unwiederbringlich wertvollste Ackerböden und zerstört Waldflächen.
- Wie schon bei den Tunneln von Stuttgart 21 wird durch die Einhaltung nur der Mindeststandards ein wirksames Rettungskonzept vereitelt. Bei der Titanic waren ursprünglich 32 Rettungsboote vorgesehen. Deren Anzahl verkürzte man auf die gesetzliche Mindestanzahl von 16. Der Rest ist bekannt.
- Nachdem Kritiker nachgewiesen hatten, dass die Vorschrift, Selbst- und Fremdrettung müssten gewährleistet sein, bei Stuttgart 21 verletzt wird, hat das EBA seine Tunnelrichtlinie klammheimlich geändert und genau diese Garantie gestrichen. Dazu Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21: „Das ist ein staatlicher Anschlag auf Leib und Leben von Bahnreisenden, Bahnbediensteten, Rettungskräften und Feuerwehrleuten.“
- Zu Wirtschaftlichkeit und angeblichem Klimanutzen des Tunnels bedient sich die Bahn eines Taschenspielertricks: Ohne Nachweis wird eine erhebliche Verkehrsverlagerung vom Auto auf die Bahn behauptet und damit ein volkswirtschaftlicher Vorteil sowie die Einsparung von CO2 begründet.
- Obwohl die Schätzungen der Fachleute mittlerweile bei 2,5 Milliarden Euro liegen, werden Baukosten von unter 1 Milliarde zugrunde gelegt. Kosten und Nutzen des Tunnels werden nicht direkt gegeneinander abgewogen, sondern auf die gesamte Strecke der Gäubahn und deren derzeitige Ertüchtigung umgerechnet. Dabei wird ein Nutzen für Güterzüge eingerechnet, obwohl im Pfaffensteigtunnel keine Güterzüge fahren werden. Dem angeblichen Zeitgewinn von 4 Minuten steht der Zeitverlust von täglich tausenden Reisenden als Folge der Gäubahnkappung entgegen. Und das alles für täglich nur 70 bis 100 Reisende zum Flughafen.
- Falsch ist auch die Behauptung, der Tunnel sei zur Umsetzung des Deutschlandtaktes Denn er löst nicht das Problem des dafür zu kleinen Tiefbahnhofs. Die behauptete Zeiteinsparung von 4 Minuten ließe sich auch durch den Einsatz von Zügen mit Neigetechnik problemlos erreichen – und noch viel effektiver durch den zweigleisigen Ausbau zwischen Horb und Hattingen zu einem Bruchteil der Kosten des Tunnels.
(hier die Rede als pdf-Datei)
Herrn Bauers baahnsinnige Sprüche zu S21
Norberts Kurzbeitrag zur 722. Montagsdemo am 2. 9. 2024
Liebe mit-denkende, immer noch mit-zornige, mit-gealterte Weggefährt-Innen im gemeinsamen Widerstand gegen das große Blendwerk in unserer Stadt!
In der Juli-Ausgabe des Projektmagazins zu S21- das ist das bei der Bahn und in den Zügen aus-liegende Jubel-Blättchen mit dem Titel „BEZUG“ - findet sich als Aufmacher ein bemerkenswertes Interview mit Bernhard Bauer, dem Vorsitzenden des Vereins Bahnprojekt Stuttgart-Ulm-e.V.
Anlass zu diesem Interview ist zum einen das inzwischen 30 Jahre alte Großprojekt und dessen neuerlich auf 2026 hinausgeschobene schrittweise Fertigstellung. Auf 5 Seiten des Magazins verbreitet Bauer sein einseitiges, verklärendes Bild von Stuttgart 21.
Dem Interview vorangestellt hat er noch ein Vorwort in Doppelautorschaft mit Olaf Drescher, in dem beide die Verschiebung der Eröffnung „ein Gebot der Vernunft“ nennen. Und trotzdem sei S21 „erkennbar auf der Zielgeraden“. Der Preis dafür sei unter anderem, dass der Kopfbahnhof auch 2026 weiter in Betrieb bleiben werde, „bis dahin letztlich Basis für den Netzfahrplan“, wie sie zweideutig-undeutlich hinzufügen.
30 Jahre sei es nun her, dass die Idee für dieses Jahrhundertbauwerk von den vier Schwaben Matthias Wissmann, Heinz Dürr, Erwin Teufel und Manfred Rommel öffentlich vorgestellt worden sei, eine wie sie sagen „glückliche Fügung der Geschichte“.
Mit der Fertigstellung von S21 würden, so die beiden (Phrasen-)Drescher, „auch noch nachfolgende Generationen den Visionären dankbar sein, die Stuttgart 21 mit Gestaltungswillen, Weitsicht und Entschlossenheit auf den Weg gebracht haben – und auch jenen, die das Projekt geplant, gebaut und erfolgreich in Betrieb genommen haben werden.“
Das Interview mit Bernhard Bauer enthält eine Fülle hinreißender, geradezu haarsträubend-beschö-nigender Äußerungen zu S21, die ich Ihnen hier zum Besten gebe:
Meine Zitatensammlung beginnt damit, dass es mit S21 möglich war, „eine Wunde der Stadtentwicklung zu schließen und gleichzeitig neue Räume fürs Wohnen zu gewinnen.“ Das alles werde noch „garniert mit dem Effekt, dass der Zugverkehr schneller und besser“ werde. Das habe ihn, (Bauer), damals „nicht nur überzeugt, sondern regelrecht in den Bann gezogen.“ Die Faszination sei in den 3 Jahrzehnten sogar größer geworden.
Weiter unten - nicht weiter verwunderlich – folgt Bauers Hymne auf die einzigartige Architektur von Ingenhoven, der „schon in den 90-er Jahren nachhaltig geplant“ habe. Der Bahnhof werde, so Bauer, „komfortabler als alles, was man bisher kannte.“
Zum Thema Kommunikation meint Bauer: Die Erfahrung habe gezeigt, dass es bei solchen Projekten wichtig sei, die Menschen mit einer umfassenden Kommunikation von Anfang an einzu-beziehen, Vertrauen zu bilden und zu erhalten. Nach der „Schlichtung“ habe sich die Kommunika-tion durchaus verbessert. Sie sei wesentlich transparenter, offensiver und auch aktueller geworden.
Das Ergebnis der Volksabstimmung referiert Bauer auf seine Weise: In Stuttgart seien knapp 53% und in Baden-Württemberg sogar 59% für das Projekt gewesen, wobei er großzügig unterschlägt, dass es hier nur die abgegebenen Stimmen waren und das Quorum nicht erreicht wurde. Die Faszination der Menschen belegt Bauer mit den riesigen Besucherzahlen auf der Baustelle.
Einen wesentlichen Trend in der Kritik gegen S21 sieht Herr Bauer in einer Hysterie im Alltag, einer Skandalisierung und oft auch Panikmache von Seiten vermeintlicher Experten, die noch nie eine belastbare eisenbahntechnische Untersuchung verantwortet hätten. „Wo Halbwahr-heiten wider besseres Wissen die Runde machen, Fakten teilweise zurechtgebogen und umgeformt werden, da regiert über kurz oder lang der größte Feind der Demokratie – die Lüge“. Und dies wolle keiner! So biegt er sich die Wirklichkeit zurecht…
Für Bauer ist von zentraler Bedeutung, dass S21 innovativ sei. Dieses Projekt sei wie kaum ein anderes ein Beispiel von Innovationsfähigkeit im Land und ein Motor für seine Wirtschaft.
Die wegen vieler Faktoren so stark gestiegenen Kosten seien politisch weiter zu verantworten. - es sei aus seiner Sicht gut angelegtes Geld, weil etwas Bleibendes entstehe, einschließlich des digitalen Knotens Stuttgart – ein Leuchtturm-Projekt, von dem angeblich selbst die Schweizer Verkehrsexperten schwärmten!
Am Ende des Interviews schwingt sich Bauer dazu auf, das von ihm beworbene Projekt als einen Gewinn für das Land zu bezeichnen „Dieses Projekt dient den Menschen“, so lautet sein Fazit.
Mir kamen fast die Tränen angesichts der von Moral, Zuversichtlichkeit, Stolz und Schönfärberei getragenen Aussagen des Herolds Bauer, der für sein S21-Projekt aus freien Stücken trommelt, was ich nicht begreifen kann.
Mit seinem Interview hat er mich nicht bekehren können.
Ich sehe unser Ziel auch weiter klar vor meinem Auge, welches – immer noch – mit dem prägnant-kappen Ruf klar umrissen ist:
OBEN BLEIBEN!
publish2024-09-04 16:16:41Demo K21-neu Montagsdemo(hier der NewSletter21 als pdf-Datei)
(hier der StZ-Kommentar von Rainer Ruf: "Hochlauf der Super-Spießer" Strobel und Rülke)

publish2024-08-23 17:24:06Aktuelles K21-neu newS21letter

Brief an verkehrs- und finanzpolitische Verantwortungsträger bundesweit
Das Aktionsbündnis hat - gemeinsam mit VCD-Kreisverband Stuttgart und der Schutzgemeinschaft Filder - einen Brief an verkehrs- und finanzpolitische Verantwortungsträger bundesweit geschrieben, mit folgendem Inhalt: (hier der Brief als pdf-Datei) Sehr geehrte Damen und Herren Im Oktober 2023 hat der Bundestag in Umsetzung der EU-Verordnung 2021/782 eine Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes (AEG) beschlossen, in Kraft getreten am 29. Dezember. Darin wird der Erhalt von Schieneninfrastruktur als im überragenden öffentlichen Interesse liegend erklärt. Eine Entwidmung ist nur noch zu sehr begrenzten Zwecken statthaft, wozu – auch nach Auffassung des Eisenbahnbundesamts – Wohnungsbau nicht zählt. Damit ist eine Entwidmung des Gleisvorfelds des Stuttgarter Kopfbahnhofs nicht mehr möglich. Dies betrifft den fast fertiggestellten Tiefbahnhof Stuttgart 21 nicht unmittelbar. Umso mehr mittelbar, weil damit die Bebauung des abgeräumten Gleisvorfelds mit einem neuen Stadtteil namens Rosensteinquartier nicht mehr möglich ist. Dieses Stuttgarter Immobilienprojekt aber war und ist die eigentliche Motivation für Stuttgart 21, während die bahnbetriebliche Frage der Funktionalität des Ersatzbahnhofs nie eine maßgebliche Rolle spielte. Nun schwärmen zahllose S21-Lobbyisten über Parteischienen und Verbände Richtung Berlin aus, um ihr hiesiges Immobilienprojekt mit einer verwässernden Gesetzesänderung, quasi einer Lex Stuttgart 21, doch noch zu retten. Damit wäre dann auch der Intention der AEG-Neufassung die Spitze gebrochen, die der Schiene im Sinne der Verkehrswende eine höhere Priorität einräumen sollte. Flankiert werden diese Vorstöße durch mediale Attacken von Vertretern der Bauwirtschaft, die ihre Felle davon schwimmen sieht und z.B. auch vom Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper, der per SWR-Interview am 30.7.2024 meinte: „Ganz offensichtlich war sich der Bundesgesetzgeber bei der Novellierung von Paragraf 23 der Tragweite seiner Entscheidung nicht bewusst, oder er befand sich jedenfalls mehrheitlich in einem Zustand kollektiver legislativer Verirrung.“ Angesichts der globalen Erhitzung, besonders angesichts der Stuttgarter Kessellage, an einer mikroklimatisch hochsensiblen Stelle einen neuen Stadtteil mit bis zu 21 Meter hoher Bebauung hinzusetzen, ist ohnehin nicht zu verantworten - und sei die Bebauung selbst noch so umweltschonend. Es würde, so warnen Stadtklimatologen, die für die nächtliche Abkühlung der Innenstadt entscheidende Frischluftschneise Richtung Neckar zugebaut. Finanzpolitisch war Stuttgart 21 schon immer eine Fehlallokation von Mitteln für den Bahnverkehr. Finanzielle Ressourcen der Bahn und mittelbar des Bundes flossen nicht in die vielen sinnvollen Bahnreparatur und -ausbauprojekte im ganzen Land, sondern in ein Bahnprojekt, das eigentlich ein Stuttgarter Immobilienprojekt und bahnverkehrlich sinnlos, ja kontraproduktiv ist. Dem nachvollziehbaren Versuch der DB, die Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg wenigstens anteilig an den bisher nicht gedeckten Mehrkosten von 6,5 Mrd. € (bei einem Gesamtkostenstand von 11,5 Mrd. €, Anfang 2024) zu beteiligen hat das Verwaltungsgericht Stuttgart im Mai dieses Jahres einen Riegel vorgeschoben und eine Revision gegen sein Urteil nicht zugelassen. Eine Verwässerung des AEG § 23 würde einer weiteren Fehlallokation von Bahnmitteln Richtung Stuttgart Tür und Tor öffnen. Schon jetzt sind umfangreiche sogenannte Ergänzungsprojekte in der Planung, die, eingestanden oder nicht, die offenkundigen Funktionsdefizite des Projekts v.a. in puncto Kapazität beheben sollen – aber nicht können. Denn das Kapazitätsproblem ist nicht in fehlenden Zulaufstrecken, sondern in der Flaschenhalswirkung des Tiefbahnhofs begründet. Vorgesehen sind weitere 47 km Tunnelbau (auf dann über 100 km Tunnel) mit immensen CO2-Belastungen, bei Kosten von etwa 7 Mrd. € (bei derzeitigem Baupreisniveau). Auch für dieses Stuttgart 21/2 würden wieder in Milliardenhöhe Bahn- bzw. Bundesmittel in Anspruch genommen. Dies soll nach den Vorstellungen der S21-Planenden teils über verdeckte Querfinanzierungen geschehen. So z.B. bei der Finanzierung des Pfaffensteigtunnels, der mit 2 x 11,5 km Deutschlands längster Eisenbahntunnel wäre. In der Planfeststellung wird er als Teil der seit langem überfälligen Sanierung der Gäubahn deklariert und soll so nicht aus S21-Mitteln, sondern über den Bundesverkehrswegeplan finanziert werden. Das Kalkül, für (das Immobilienprojekt) Stuttgart 21 möglichst in die Bundeskassen zu greifen, liegt auch bei der Implementation von ETCS vor. Durch die Kreation eines modellhaften „Digitalen Knotens Stuttgart“ sollen bevorzugt Mittel in das S21-Projekt fließen, das ohne klassische Zugsteuerung geplant wurde. Angesichts eines dramatischen Schuldenstands der DB von derzeit 36 Mrd. € hat der Bahnvorstand gut daran getan, diese Querfinanzierung von Stuttgart 21 per Gremienvorbehalt erstmal zu stoppen. Die Argumentation, ausgerechnet eine Implementation von ETCS in das S21-Planungschaos könne eine Leistungssteigerung von völlig aus der Luft gegriffenen 30 % bewirken, ist maximal abwegig. Wir bitten Sie also: lassen Sie eine Lex Stuttgart 21 nicht zu. Verhindern Sie, dass in einer hochprekären Lage aller öffentlichen Haushalte anderswo dringend benötigte Finanzmittel weiter in das Stuttgarter Milliardenfass ohne Boden fließen. Nur der Erhalt des Kopfbahnhofs kann die Leistungsfähigkeit, erst recht im Blick auf die erwünschten Zuwächse auf der Schiene, gewährleisten. Ohnehin nicht hilfreiche milliardenteure Ergänzungsprojekte würden sich erübrigen. Im Zuge unserer langjährigen kritischen Verfolgung des Projekts hat sich sehr viel Expertise in den vielen Details dieses komplexen Projekts aufgebaut. Gern versorgen wir sie mit Informationen und stehen auch für Gespräche zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Martin Poguntke, Sprecher Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, 0151 403 602 56 Werner Sauerborn, Geschäftsführer Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21, 0171 320 98 01 Ulrich Heck, Vorsitzender VCD Kreisverband Stuttgart, 0711 342 086 20 Steffen Siegel, 1. Vorsitzender Schutzgemeinschaft Filder e.V., 0162 692 51 86 Frank Distel, 2. Vorsitzender Schutzgemeinschaft Filder e.V., 0171 959 72 73Liebe Freund*innen von Kopfbahnhof und unverstümmelter Gäubahnhof-Anbindung,
es sind turbulente Wochen für die Freunde und Unterstützer von Bahn-Rückbauten durch Tunnelsysteme aus Stahl und Beton. Ihre üblichen Sekundanten in den Medien wirken selber verunsichert. Und sie brauchen Schützenhilfe von "Haus&Grund" und von der Bauwirtschaft, die auf dem fachlich-intellektuellen Niveau der sogenannten "Pro-ler" der frühen 10er-Jahre für's Weiterbauen agitieren.
Nötig ist in dieser Situation jetzt aber nicht verbohrtes Weiterwursteln im Interesse von Bau- und Immobilienlobby, sondern eine Öffnung der Debatte auf der Grundlage von Fakten. Die sprechen für uns, für den Plan B der DUH und der GDL. Und gegen jeden Versuch, die Eisenbahn-Gesetzesänderung vom November 2023 für eine "Lex Stuttgart21" zu verändern. Wer eine Zukunft für den Bahnverkehr will, darf dabei unter keinen Umständen mitspielen. Siehe angehängter link zum Video von Klaus Gietinger: https://youtu.be/1INDpkWTHJA
Das Tunnelbahnhofsprojekt Stuttgart21 ist in seiner bisher tiefsten Krise seit Baubeginn. Unsere Präsenz auf der Straße ist ein sichtbares Zeichen für Baustop und Plan B! Kommt und seid dabei!
Montagsdemo für Kopfbahnhoferhalt und direkten Gäubahnanschluss, 12.August 2024, 18:00 Schlossplatz Stuttgart
Redner: Bernd Riexinger, MdB und Mitglied im Verkehrsausschuss: "Die Änderung im Allgemeinen Eisenbahngesetz, die öffentliche Debatte und die Auswirkungen auf Stuttgart21"
Musik: Kate'n Crazy,
Moderation: Stefan Notter
publish2024-08-09 08:35:03Demo K21-neu Montagsdemo(hier als pdf-Datei)
Protokoll der analogen Sitzung im Welthaus am 23. 7. 2024, 17.00 – 19.00 Uhr
Anwesend:
ArchitektInnen für K21: Norbert
Bündnis Rems-Murr für Kopfbahnhof Stuttgart: Ernst
Bürgerbahn–Denkfabrik: Andi
Eisenbahnerstammtisch: Jörg
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Linke: verh.
Mahnwache: Margarethe
Stadtteilgruppen: Heidi, Doris
Schutzgemeinschaft Filder: verh.
SÖS: Reinhard, Christine (ab 18.10 h)
SPD-Mitglieder gegen S21: Hermann
Netzwerke 21: -
TheologInnen gegen S21: verh.
Unternehmer*innen gegen S21: -
VCD: Markus
Juristen: Dieter (bis 18.50 h)
Ziviler Ungehorsam: Gisela
Website: verh. Moderation: Hermann (für Markus)
als Gast für die Ingenieure22: Ulli Protokoll: Ernst
1.Eröffnung
– Begrüßung durch Dieter
– Protokoll vom 9.7.24 (Werner): genehmigt
– TO heute:
eingefügt wird:
5.2. Gespräch mit SPD-GR-Fraktion seitens Jörg
5.3. S21-Baumaßnahmen im 1. Quartal 2025 (Jörg)
publish2024-08-08 14:57:08AB-Protokoll K21-neu- Erster TOP
- Diskussion:
- Meinungsaustausch:
- Information:
- Verschiedenes
(hier der Offene Brief als pdf-Datei)
Sehr geehrte Damen und Herren,
gestern hat Herr Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg wohl aus Frustration über die nach neuer Rechtslage nicht mehr mögliche Bebauung des Gleisvorfelds mit heftigen Angriffen gegen das Aktionsbündnis reagiert. Die Stuttgarter Zeitung von heute zitiert ihn mit dem „Argument“, die Gegner seien Menschen, „die selbst gut mit Wohnraum versorgt und daher von der katastrophalen Lage auf dem Immobilienmarkt nicht betroffen sind“.
https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.debatte-um-gleisflaechen-in-stuttgart-bauwirtschaft-aussage-der-s-21-gegner-an-zynismus-nicht-zu-ueberbieten.8ac807fd-0390-4bfe-a991-daf16d7da93c.html
Das Aktionsbündnis reagiert darauf mit einem Schreiben an Herrn Möller (Anlage). Es ist der Versuch, die offenkundigen Informationslücken von Herrn Möller zu schließen und ihn weg von der Ebene der persönlichen Angriffe für eine gern auch öffentlichen Debatte zu gewinnen.
Mit freundlichen Grüßen, Werner Sauerborn, Geschäftsführer Aktionsbündnis
publish2024-08-08 14:29:57Aktuelles Leserbriefe und Offene Briefe K21-neu Pressemitteilungen(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2024-08-07 18:13:22Aktuelles K21-neu PressemitteilungenLex S21: Getroffene Hunde - und Ewiggestrige - bellen
Immer kuriosere Züge nimmt die Diskussion um die davon schwimmenden S21-Felle wegen des inzwischen rechtlich unmöglich gewordenen Baus des Rosensteinviertels an. Sprache und Reaktionen aus der Provinz zeigen, dass man zu früh das Fell des Bären verteilt hat. Leider schadet die Wortwahl in einigen Aussagen konkret weiter dem Ansehen von Demokratie und Justiz. Deshalb ruft das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 die Beteiligten bei aller Enttäuschung zur Mäßigung und gegenseitigem Respekt auf. In diesem Sinne bedenklich ist insbesondere die Aussage des Stuttgarter Oberbürgermeisters Dr. Frank Nopper, der Bundestag - nach dem Grundgesetz eines der höchsten Verfassungsorgane – habe im „Zustand kollektiver (!) legislativer Verirrung“ ein Gesetz beschlossen. Damit wird in populistischer Weise Misstrauen gegen demokratische Prozesse geschürt. Wenn der FDP-Landtagsabgeordnete Hans Dieter Scheerer erklärt „Wir brauchen keinen oberirdischen Bahnhof“, so vermutet man als erstes, dass er nicht mit der Bahn fährt und ihm ein zuverlässiger und leistungsfähiger Bahnhof egal ist. Man denkt an seine Parteifreunde im Bund, die lieber Autobahnen als Bahnstrecken ausbauen, und an Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP), der seine CO2-Ziele nicht einhält und damit gegen Klimagesetze verstößt. Man wird an das Ausbremsen von nötigen Maßnahmen des Klimaschutzes und an die Verharmlosung der Erderhitzung erinnert. Wenn dann dieser Landespolitiker noch davor warnt, „dass Teile des oberirdischen Bahnhofs in Betrieb bleiben“, so hat er sich offenkundig nicht informiert, dass der künftige Tiefbahnhof die versprochene Leistung nicht schafft und zur angestrebten Verdoppelung der Passagierzahlen zwingend oberirdische Gleise bleiben müssen. Die Lobbyisten Joachim Rudolf und Ulrich Wecker von Haus&Grund entlarven sich durch ihre Wortwahl selbst. Denn wer unfähig ist, Planungen aus dem letzten Jahrtausend auf den Prüfstand der zwischenzeitlichen Entwicklungen und Erkenntnisse zu stellen, ist selbst ewig gestrig. Und wer mit religiösem Bezug diejenigen der Rechthaberei bezichtigt, die sich auf demokratisch beschlossene Gesetze berufen, der richtet sich selbst. Dazu Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses: „In meinem langen Berufsleben als Staatsanwalt und Strafrichter musste ich vielen Rechtsbrechern erklären, dass Gesetze für Alle gelten, und mit Strenge für Gerechtigkeit sorgen. Auch Lobbyisten müssen sich an Recht und Gesetz halten.“ Ewiggestrig ist auch, wer sich zur Begründung, warum ein an seinen eigenen Schwächen gescheitertes Projekt trotzdem irgendwie weitergeführt werden muss, auf eine Volksabstimmung aus dem Jahr 2011 beruft. Abgesehen davon, dass schon nach damaliger Auskunft der Landesabstimmungsleiterin das Ergebnis keinerlei rechtliche Wirkung hatte, sind die Fakten längst über die damaligen falschen Verheißungen hinweggegangen. In der hitzigen Auseinandersetzung wird total übersehen, dass ein leistungsfähiger und zuverlässiger Schienenverkehr in ganz Deutschland seit jeher vom Grundgesetz ausdrücklich als Aufgabe des Gemeinwohls garantiert wird. Die jetzige gesetzliche Klarstellung als „überragendes öffentliches Interesse“ ist nur folgerichtig. Es verstößt gegen den Geist dieses Gesetzes, wenn Stuttgart eine Extrawurst fordert und in einer extrem angespannten Finanzlage die Milliardenkosten der S21- Fehlplanungen den Haushalten des Bundes und anderer Städte und Regionen anzulasten versucht. Das Aktionsbündnis ruft daher zu sachlicher Diskussion und Information auf und ist zu Gesprächen mit allen Beteiligten bereit. Es erwartet nicht nur von der Politik, sondern von Allen, die sich zu Wort melden, eine Bereitschaft zum fairen und rationalen Austausch. Wenn – wie beispielsweise von der Industrie- und Handelskammer Stuttgart - Bitten um ein Gespräch noch nicht einmal beantwortet werden, so ist auch dies eine Verhaltensweise von Ewiggestrigen. Kontakt: Dieter Reicherter 07192 930522 oder 0151 263 711 31, Werner Sauerborn 0171 320 980 1(hier als pdf-Datei)
Protokoll der digitalen Sitzung am 9. Juli 2024, 17h bis 19h
Digital anwesend:
ArchitektInnen für K21: Norbert
Bündnis Rems-Murr für Kopfbahnhof Stuttgart: Ernst
Bürgerbahn – Denkfabrik: Andi (bis 18h)
Eisenbahnerstammtisch: Jenö, Jörg
GewerkschafterInnen gegen S21: Werner
Linke: –
Mahnwache: -
Stadtteilgruppen: Doris
Schutzgemeinschaft Filder: Steffen, Frank (bis 18h)
SÖS: Reinhard (bis 18.30h)
SPD-Mitglieder gegen S21: entschuldigt
Netzwerke 21: -
TheologInnen gegen S21: Martin
Unternehmer*innen gegen S21: -
VCD: Markus
Juristen: Dieter
Ziviler Ungehorsam: Gisela
Website: -
als Gast für die Ingenieure22: Ulli
Moderation: Markus
Protokoll: Werner
1. Eröffnung
- Begrüßung durch Martin
- Protokoll vom 25.6. (Martin) wird genehmigt
- TO heute: einige Ergänzungen und Änderungen der Reihenfolge, s. TOP-Nummerierungen
5.1. Bericht über Gäubahn-Gespräch vom 26.6.
Das gelungene Video-Interview mit Frank, produziert von Klaus Gietinger vor dem Gäubahntreffen, soll Teil eines größeren Gäubahnfilms werden, der die Gäubahnanrainer in der Breite über den Zusammenhang von Gäubahnunterbrechung und S21 informieren soll.
In diesem Zusammenhang gab es noch weitere Gespräche:
publish2024-08-07 15:01:31AB-Protokoll K21-neu- Mit Klaus Amler, voll auf Kretschlinie, der die Idee eines unterirdischen Kopfbahnhofs reanimieren will.
- Mit Frieder Kümmerer, der einen Beitrag über die Verschuldung der Stadt plant, die immer mehr zur Handlungsgrenze wird und schon das Regierungspräsidium als Aufsichtsbehörde auf den Plan gerufen hat, die die mittelfristige Finanzplanung wie vorliegend nicht akzeptieren werde,
- Mit einem No-Name-Immobilienmakler, der im Rosenstein Immobilienpreise von 12 000 bis 13 000€/qm prognostizierte.
- Über den Stuttgarter Finanzbürgermeister, der 1 Mrd. € Erschließungskosten für Rosenstein prognostizierte,
- Mit dem Singener OB Häussler, der doch Sympathien für Pfaffensteig erkennen ließ.
(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei - NACHTRAG: siehe am Ende dieses Beitrags!)
Bahnfreundliche Novellierung des Eisenbahngesetzes stoppt Immobilienprojekt Rosenstein
In der Tat ist der „S21-Städtebau“ auf dem Gleisvorfeld infrage gestellt, wie die Stuttgarter Zeitung am 29. Juli in großer Aufmachung berichtet, weil der Berliner Gesetzgeber die Regeln zur Freistellung von Gleisflächen konsequent verschärft hat. Es geht jedoch nicht nur um „Infragestellen “. Vielmehr bedeutet nach einhelliger Jurist*innen-Meinung die am 29. Dezember 2023 in Kraft getretene Änderung des §23 Allgemeines Eisenbahngesetz (AEG), dass die Kopfbahnhofgleise auf keinen Fall zugunsten des geplanten S21-Immobilienprojekts „Rosensteinquartier“ aufgegeben werden dürfen.
Damit ist dem eigentlichen Motiv von Stuttgart21 der Boden entzogen. „Wir haben in Stuttgart21 schon immer vor allem ein Immobilienprojekt gesehen, bei dem ein funktionierender Bahnhof kein Kriterium war. Jetzt dreht das neue AEG den Spieß um und macht – zu Recht – den Schienenverkehr zur obersten Priorität“, so Bündnissprecher Martin Poguntke. In der Novellierung des AEG sehen das Aktionsbündnis und viele ökologisch orientierte Verbände einen richtigen Schritt in Richtung Verkehrswende von der Straße auf die Schiene. Im Übrigen wird damit auch eine EU-Richtlinie umgesetzt.
Umso bedenklicher, dass jetzt aus der Grünen Ecke Überlegungen ins Spiel gebracht werden, wie § 23 AEG wieder verwässert oder umgedeutet werden könn te, um irgendwie doch noch das Immobilienprojekt zu retten und den Kopfbahnhof weg zu bekommen. Dafür ist Matthias Gastel, bahnpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, „zur Änderung des Eisenbahngesetzes bereit“. „Eine solche „Lex Stuttgart21“ passt gut zur Entwicklungsgeschichte des Projekts mit seinen Manipulationen, Falschbehauptungen und lobbyistischen Interventionen “, so Poguntke weiter.
Das Aktionsbündnis appelliert an die S21-Betreiber, ihren Frieden mit der Neuregelung zu machen, die ja auch einen gesichtswahrenden Rückzug aus der S21 -Sackgasse weist: milliardenteure, klimabelastende Ergänzungsprojekte würden sich erübrigen, die Gäubahn -Kappung, bei der eine Niederlage gegen die Deutsche Umwelthilfe droht, würde der Bahn erspart, ebenso das neue Ungemach um die Funktionsdefizite des geplanten Abstellbahnhofs in Untertürkheim. Die Stadt Stuttgart käme in den Genuss von einer halben Milliarde Euro, weil die Bahn die Gleisflächen zurückkaufen würde. Zudem
bleiben der Stuttgarter City zusätzliche Hitzerekorde erspart, wenn die Frischluftschneise Gleisvorfeld nicht zugebaut wird.
Dass andernorts in Stuttgart Grünflächen für Wohnungen zugebaut werden müssten, wenn das Rosensteinprojekt aufgegeben werden muss, hält das Bündnis angesichts von massenweisen Leerständen und vielen Umnutzungsmöglichkeiten für eine populistische Irreführung.
„Wenn die Bebauung des Rosensteins nun also immer unwahrscheinlicher und der Erhalt des Kopfbahnhofs immer zwingender wird, darf jetzt kein Geld mehr in die Planung des Rosensteins fließen, und es dürfen keine baulichen Maßnahmen mehr ergriffen werden, die die Funktion des Kopfbahnhofs beeinträchtigen“, so Poguntke.
Kontakt: Martin Poguntke, 0151 403 602 56, Werner Sauerborn, 0171 320 980 1
NACHTRAG:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in unserer PM von heute 10.45h (nochmal anbei) haben wir noch nicht aufgegriffen, dass sich inzwischen auch der Stuttgarter OB Nopper im SWR https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/stuttgart-ob-nopper-kritisiert-eisenbahngesetz-100.html mit der Forderung einer "unverzüglichen Änderung des Allgemeinen Eisenbahngesetzes", also einer Lex Stuttgart21, zu Wort gemeldet hat. Damit kehrt die Initiative dorthin zurück, wo sie ihren Ursprung hat, nämlich bei den zuallererst für Stuttgart21 Verantwortlichen.
Statt weiter die Lebenslüge von der "städtebaulichen Jahrhundertchance" zu verbreiten, sollte sich ein verantwortungsbewusster Oberbürgermeister besser mit den Jahrhundertrisiken einer Aufheizung der Stadt durch die geplante Bebauung von Stuttgarts wichtigster Frischluftschneise befassen und sich der Ruinierung des Stuttgarter Bahnknotens durch den Abriss der Kopfbahnhofgleise entgegen stellen.
Mit freundlichen Grüßen
Martin Poguntke für das Aktionsbündnis gegen Stuttgart21
publish2024-08-01 08:33:29Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen