Doppeljubiläum bei Stuttgart 21 Heilbronner Stimme
publish2020-02-02 12:56:00K21-neu ohne KategorieBaubeginn vor zehn Jahren - "Stuttgart 21": Zwischen Begeisterung und Bürgerprotesten Deutschlandfunk
publish2020-02-02 08:05:19K21-neu ohne KategorieStuttgart 21 - Zehn Jahre Bauarbeiten, zehn Jahre Streit Süddeutsche Zeitung
publish2020-02-01 18:00:00K21-neu ohne KategorieZehn Jahre Stuttgart 21: Projekt spaltet das Land Mannheimer Morgen
publish2020-02-01 08:00:00K21-neu ohne KategorieSZ-Werkstatt - Stuttgart 21 Süddeutsche Zeitung
publish2020-01-31 17:46:44K21-neu ohne KategorieZu Kretschmanns Erklärung, der Konflikt um Stuttgart 21 sei „befriedet“
Wenn sich Ministerpräsident Kretschmann wenige Tage vor der 500. Montagsdemo bemüßigt fühlt, via dpa zu verkünden, der Konflikt um Stuttgart 21 sei befriedet, also beendet, ist wohl mehr der Wunsch Vater des Gedanken, so Dr. Eisenhart von Loeper, Sprecher des Aktionsbündnisses. Es sind die laufenden Hiobsmeldungen zu Stuttgart 21, die die Bürgerproteste immer wieder befeuern. Im Tunnel bei Obertürkheim laufen seit eineinhalb Jahren pro Sekunde 30 Liter Wasser von den Wänden, alle 5 Sekunden eine Badewanne voll. Wenn irgendwo in der Republik ein Zug in Brand gerät, wird vielen bewusst, was es bedeutet, 60 Kilometer Tunnel und zwei Tiefbahnhöfe ohne genehmigungsfähiges Brandschutzkonzept zu bauen. Entgegen allen Zusagen werden den Bürger*innen laufend S21-bedingte Streckensperrungen, Umleitungen, Verspätungen und Zugausfälle zugemutet. Besonderen Unmut bis in die Kreise der betroffenen CDU-Bürgermeister hinein hat die geplante Aufgabe der Gäubahnverbindung zum Hauptbahnhof ausgelöst, nach der jahrelang die Fernzüge aus Süden in Vaihingen enden würden. Die gesamte Planung auf den Fildern wird von einem Gutachten im Auftrag der Stadt Leinfelden-Echterdingen mangelnde Funktions- und Zukunftsfähigkeit attestiert. Hier und an anderen Stellen gibt es noch keine Planfeststellung. Auch der Eindruck, bei den Kosten und Fertigstellungsterminen notorisch belogen zu werden, empört viele Bürger. Gerade erst hat die DB den zugesagten Fertigstellungstermin Dezember 2025 gecancelt - wieder manipulativ verpackt in die Ansage eines „Stufenplans der Inbetriebnahme“, weil sie eben zentrale Bestandteile des Vorhabens, wie die Fildertrasse nicht fristgerecht, vermutlich nie, fertigstellen kann. Nach der Devise, was nicht sein darf, das nicht sein kann, scheint Kretschmann alles dies nicht mehr wahrzunehmen und erklärt montäglich hunderte und am kommenden Montag tausende protestierende Bürger für quasi nicht existent. Dass Kretschmann die von ihm eingebildete Befriedung mit seiner Politik des Gehörtwerdens erklärt, grenze an schwarzen Humor, so von Loeper. Seit Jahren verweigern die Landesregierung und ebenso die auch grün geführte Stadt jeden Dialog in der Sache. Erst kürzlich hat das Verkehrsministerium eine seit langem verabredete Diskussionsveranstaltung mit Experten im Stuttgarter Rathaus über die strittige Frage der Kapazität von Stuttgart 21 kurzfristig abgesagt. Gehört werden? Auftrieb hat die Bürgerbewegung gegen Stuttgart 21 durch die jungen Klimaaktivist*innen erfahren, die schon auf etlichen Montagsdemos gesprochen haben. Dass der Weiterbau von Stuttgart 21 wegen seiner gutachterlich bestens belegten dauerhaften hohen CO2-Emissionen ein aktiver Beitrag zum Klimakollaps ist, kann den grünen Ministerpräsidenten offensichtlich nicht aus seiner Befriedungs-Lethargie wachrütteln. Vielleicht könnte es ein Besuch bei der 500. Montagsdemo am 3. Februar um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof? Kontakt: Eisenhart von Loeper 07452 4995 Werner Sauerborn 0171 320 980 1 zu Fragen der Demo: Matthias von Herrmann 0174 749 786 8
Am kommenden Montag,
dem 3. Februar 2020
findet um 18 Uhr vor dem Hauptbahnhof tatsächlich die
500. Montagsdemo
gegen den „Flaschenhals“ S21 statt,
mit den Verkehrswissenschaftlern
Prof. Heiner Monheim
und Prof. Hermann Knoflacher,
mit dem Journalisten Joe Bauer
und der Bundestagsabgeordneten Sabine Leidig
– und mit „Lenkungskreis Jazz“.
Herzliche Einladung an alle Hoffnungsvollen, Resignierten, Durchhaltekünstler, Gelegenheits-Engagierten, Neuentschlossenen, Klimabesorgten…
Warum?
Warum gehen Menschen nun schon seit fast 10 Jahren jeden Montag auf die Straße,
um gegen S21 zu demonstrieren?
Weil S21 für Stuttgart und die Region eine Katastrophe wäre
(der Schaden durch S21 wäre zu groß, als dass man ihn einfach hinnehmen könnte
– und er wäre nie wieder revidierbar)
– und weil es weiterhin hervorragende Alternativen gibt.
- Weil mit S21 40 % weniger Züge abgefertigt werden könnten als zurzeit und für den Tiefbahnhof auf Dauer keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten bestehen.
- Weil die bei S21 halbierte Bahnsteigfläche nicht für eine Verdoppelung der Fahrgastzahlen reichen würde – das wird aber laut Koalitionsvertrag angestrebt.
- Weil die 8 Gleise von S21 direkte Umsteigemöglichkeiten nur für 8 Fahrtziele bieten würden – Stuttgart ist aber der Mittelpunkt von 14(!) Zielen (also kein integrierter Taktfahrplan möglich).
- Weil der Schrägbahnhof S21, dessen Gleise am einen Ende zweieinhalb Stockwerke höher liegen würden als am anderen, ein zu großes Sicherheitsrisiko darstellen würde, das weltweit nicht genehmigungsfähig ist.
- Weil sowohl im Tiefbahnhof als auch in den 60 km Tunnels kein ausreichender Brandschutz möglich wäre.
- Weil die Infrastruktur auf den Fildern durch den „Mischverkehr“ von Fernzügen und S-Bahnen auf Dauer überlastet und nicht mehr erweiterbar wäre.
- Weil es bei (wöchentlich vorkommenden) Teilsperrungen mit S21 keine Ausweichstrecken mehr gäbe.
- Weil das Anfahren von Zügen gegen starke Steigungen und in Tunnels ein Vielfaches an Energie verbrauchen würde.
- Weil S21 kein Verkehrs-Projekt ist, sondern ein Immobilienprojekt, das den Verkehr lediglich in Mitleidenschaft zieht.
- …und, und, und…
- Und weil es ein Kinderspiel ist, den Kopfbahnhof an ursprünglicher Stelle zu modernisieren und das schon für S21 Gebaute sinnvoll umzunutzen (z.B. E-Logistik in den Tunnels, ZOB, Parkhaus und Fahrradverleih im Tiefbahnhofgebäude) – wobei noch Milliarden gespart werden.
- Und neue Wohnungen? Am aufgelösten Nordbahnhof kann sofort mit dem Bauen begonnen werden, wenn die Bahn ihre S21-Baulogistik wegräumt. Die Kopfbahnhofgleise („Rosenstein-Areal“) muss aber als Frischluftschneise und Kühlkörper für das Stuttgarter Kessel-Klima unbebaut bleiben.

Kretschmann hält Stuttgart-21-Konflikt für "befriedet" BNN - Badische Neueste Nachrichten
publish2020-01-28 14:28:00K21-neu ohne Kategorie