Mitten in Stuttgart im Jahr 2020
Verhältnisse wie auf den WM-Baustellen in Katar scheinen auch hier und jetzt auf den Stuttgart 21-Baustellen zu herrschen. Bezahlt wird den türkischen Arbeitern ein Stundenlohn von 7 Euro (die Differenz zum allgemein gültigen Mindestlohn von 12,50 Euro wird mit „Kost, Logis“ u.ä. erklärt). Dafür müssen sie bis zu 12 Stunden arbeiten und das bis zu sieben Tage die Woche. In Deutschland krankenversichert sind sie nicht. Das berichteten Betroffene der Firma ERFA, einem Subunternehmer von Hochtief, so Sidar Carman, Vertreterin der türkischen Migrant:innenorganisation DIDF. Einigen der Kollegen war offensichtlich der Kragen geplatzt, nachdem unter ihnen aufgrund der Ignorierung obligatorischer Sicherheitsmaßnahmen durch die Zuständigen das Coronavirus ausgebrochen war und schnell um sich gegriffen hatte. Stand am 22.4. laut SWR: 19 infizierte Bauarbeiter, 43 in sogenannten Schutzunterkünften, 90 in Quarantäne. Obwohl sie von mehreren Seiten informiert und gewarnt worden war, hatte die Stadt die Dramatik der Risiken lange ignoriert und Informationen nicht weiter gegeben, um den Weiterbau von Stuttgart 21 nicht zu verzögern. Hier könnten sich die grün dominierte Stadt- und Landesregierung ein Beispiel an Österreich nehmen, wo die Gefahr schnell erkannt und alle Großbaustellen stillgelegt wurden - auch die der bei Stuttgart 21 weiter arbeitenden Firmen. Damit ignoriert die Stadt auch mögliche Risiken für die Wohnbevölkerung im Umfeld der Baustellen. Zwar sind die Arbeitsmigranten in teils unhygienischen Massen-Unterkünften untergebracht, pflegen aber einen guten, oft freundschaftlichen Kontakt mit den Anwohner*innen, die ihnen zum Beispiel über Sprachbarrieren beim Einkaufen hinweghelfen. Auch wird berichtet, dass Arbeitern mit existenzgefährdenden Geldstrafen gedroht wird, wenn sie weiter über die Verhältnisse auf den Baustellen berichten bzw. getroffene Aussagen nicht zurücknähmen. Das alles entlarvt die Behauptungen der Projektbetreiber, dass mit S21 die Schaffung von bis zu 20.000 guter Arbeitsplätze verbunden wäre. Diese Behauptung sollte im Vorfeld der Volksabstimmung die Gewerkschaften für das Projekt gewinnen, was teilweise leider gelang. [box title="1. Mai in Corona" box_color="#d2f967" title_color="#1F0000"]Mit anderen Gruppen zusammen ruft das Aktionsbündnis zu einer angemeldeten Solidaritätsaktion am 1. Mai um 10 Uhr zwischen Ferdinand-Leitner-Steg und Planetarium auf.[/box]
Der 1. Mai, der an den Kampf amerikanischer Arbeiter erinnert, statt wie zuvor 12, nur noch 8 Stunden täglich arbeiten zu müssen, ist ein guter Anlass, dem ausbeuterischen Spuk auf den S21-Baustellen ein Ende zu bereiten und sofort und mindestens bis zur Aufklärung der Missstände alle S21-Baustellen stillzulegen, so Werner Sauerborn, Vertreter der Gewerkschafter*innen gegen Stuttgart 21 im Aktionsbündnis.
Kontakt:
Sidar Carman, DIDF 0176 632 930 14
Werner Sauerborn 0171 320 980 1Stuttgart 21: Drohne zeigt 900 Meter lange Baustelle von oben - Südwest badische-zeitung.de
publish2020-04-28 14:51:00K21-neu ohne KategorieCorona: Baden-Württemberg weicht von RKI-Empfehlung ab - Neue Maskenpflicht gilt ab heute | Welt merkur.de
publish2020-04-28 14:46:00K21-neu ohne KategorieStuttgart 21: Arbeiter infiziert - Coronavirus breitet sich auf der Baustelle aus! | Region echo24.de
publish2020-04-24 18:44:00K21-neu ohne KategorieCoronavirus bei Stuttgart 21: 43 Kontaktpersonen in Schutzunterkunft BNN - Badische Neueste Nachrichten
publish2020-04-24 10:41:00K21-neu ohne KategorieQuarantäne 21 - Ausgabe 473 KONTEXT:Wochenzeitung
publish2020-04-21 22:00:32K21-neu ohne Kategorie- Corona-Fälle auch auf der Stuttgart 21-Baustelle Süddeutsche Zeitung
- Stuttgart 21: Arbeiter mit Coronavirus infiziert - Kampf gegen Ausbreitung | Region echo24.de
- Coronavirus in Stuttgart - S 21-Baustelle: 96 Arbeiter in Quarantäne Stuttgarter Nachrichten
- Bauarbeiter in stationärer Behandlung Stuttgart 21-Baustelle: Sechs Arbeiter mit Coronavirus infiziert | SWR Aktuell Baden-Württemberg | SWR Aktuell SWR
- Mehrere "Stuttgart 21"-Bauarbeiter mit Coronavirus infiziert TAG24
- "Mehr zum Thema" ansehen in Google News