Kein „Weiter so“ nach angekündigten radikalen Bahn-Mittelkürzungen auch für Stuttgart 21
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(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Kein „Weiter so“ nach angekündigten radikalen Bahn-Mittelkürzungen auch für Stuttgart 21
Kopfbahnhof erhalten, S21-Arbeiten stoppen!
Die angekündigte Reduzierung der Finanzmittel für die Bahn bedeutet: Der geplante Pfaffensteigtunnel der transnationalen Gäubahn zum Stuttgarter Flughafen und der geplante neue Schnellzugtunnel im Norden Stuttgarts – beides laut Bahn für den Deutschlandtakt erforderlich – werden auf Jahrzehnte nicht gebaut werden. Das Projekt „Digitaler Knoten Stuttgart“, laut Bahn und Politik Voraussetzung für eine ausreichende Leistungsfähigkeit von Stuttgart 21, soll vorerst nicht umgesetzt werden. Der im Bau befindliche Tiefbahnhof könnte deshalb in diesem Jahrzehnt keinesfalls mehr den vollen Betrieb aufnehmen.
Rosensteinquartier fürs Erste obsolet
Damit sind auch die Pläne der Stadt Stuttgart fürs Erste obsolet, auf den Flächen der abzureißenden Kopfbahnhofgleise einen neuen – allerdings ohnehin das Stadtklima schwer belastenden – Stadtteil zu bauen. Denn erst wenn im Vollbetrieb getestet wurde, wie viele Züge der Tiefbahnhof bei ausreichender Pünktlichkeit bewältigt, kann entschieden werden, wie viele Kopfbahnhofgleise weiterhin gebraucht werden.
Arbeiten am Projekt sofort aussetzen
Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 fordert deshalb die Projekt-Verantwortlichen auf, alle Arbeiten an dem Projekt sofort auszusetzen, bis alle Probleme geklärt sind. Bündnissprecher Dieter Reicherter: „Seit Jahren wirft das Projekt immer mehr kritische Fragen auf, die seinen Sinn grundsätzlich in Frage stellen. Der Brandschutz funktioniert nicht. Die planlos begonnenen Arbeiten am Digitalen Knoten mit kurzfristig angekündigten Streckensperrungen führen zu Chaos und zwingen die Kunden zurück ins Auto. Nicht zuletzt die drohende „Infarkt“-Gefahr bei Störungen lässt Tunnel und Tiefbahnhof zu einem sündhaft teuren Schildbürgerstreich werden.“
Alternativen prüfen, Kopfbahnhof modernisieren
Stattdessen fordert das Aktionsbündnis, dass endlich ernsthaft die durchaus möglichen Alternativen untersucht werden. So würde das Konzept „Umstieg 21“, das eine Modernisierung des Kopfbahnhofs und die Nutzung der Tunnels für City-Logistik vorsieht, erheblich attraktiveren und sichereren Bahnverkehr ermöglichen und zugleich Milliarden an weiteren Kosten einsparen. Bündnissprecher-Kollege Martin Poguntke: „Es wäre verantwortungslos und gegenüber der Bevölkerung geradezu frech, ein Projekt auf Biegen und Brechen zu Ende bauen zu wollen, das die Bahn selbst als unwirtschaftlich bezeichnet, dessen Nutzen immer fraglicher wird und das nun auch noch auf weitere Jahrzehnte eine Riesenbaustelle zu bleiben droht.“ Weil der Kopfbahnhof ganz offensichtlich noch auf Jahrzehnte gebraucht wird, muss er unverzüglich modernisiert und darf die Gäubahn nicht unterbrochen werden.
Kontakt:
Martin Poguntke, 0151 403 602 56
Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31
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2024-02-04 17:00:01
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Chancen nutzen – unsinnige Prestige-Projekte aufgeben
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(hier diese Pressemitteilung von Bürgerbahn - Denkfabrik für eine starke Schiene als pdf-Datei)
Die Mittelkürzungen für die Bahn um 18 Mrd. Euro im Bundeshaushalt 2024 sind zum einen Ausdruck dessen, dass das Bundesverkehrsministerium der Bahn nicht die für die Verkehrswende notwendige Priorität einräumt. Dass beim Straßenbau nicht im gleichen Maß gekürzt wird, zeigt die Schlagseite der Verkehrspolitik der Ampel.
Die Mittelkürzungen für die Bahn bieten aber zugleich die Chance, sich endlich und endgültig von den prestigebehafteten Hochgeschwindigkeits-Megaprojekten mit hohen Investitionskosten, extrem langen Bauzeiten und zweifelhaftem Nutzen zu verabschieden. Dies gilt auch für begonnene Projekte, die nicht in den nächsten ein bis zwei Jahren fertiggestellt werden können. Stattdessen müssen die Projekte abgespeckt, Neubau durch Ausbau ersetzt werden, die Streckenelektrifizierung vorangetrieben, eingleisige Stellen auf zweigleisigen Strecken beseitigt und mehr Ausweich- und Überholgleise eingebaut werden, um die Streckenleistungsfähigkeit zu erhöhen.
Aus Sicht von Bürgerbahn – Denkfabrik für eine starke Schiene gehören folgende Projekte auf die Streichliste und sind durch die jeweils genannten, kostengünstigeren Projekte mit kürzeren Realisierungszeiten zu ersetzen:
- Stuttgart 21: Verzicht auf alle Ergänzungsprojekte wie Pfaffensteigtunnel, Nordzulauf und Nahverkehrsdreieck Stattdessen: Erhalt und Ertüchtigung des jetzigen Kopfbahnhofs, Umnutzung der bereits gebauten Teile des Projekts für ein unterirdisches Gütertransportsystem, keine Kappung der Magistrale Gäubahn Einsparung: 8 Mrd. Euro
- 2. S-Bahn-Stammstrecke München: Sofortige Einstellung der Bauarbeiten Stattdessen: Ausbau des Süd- und Nordrings Einsparung: 6 Mrd. Euro
- Verzicht auf den Fernbahntunnel in Frankfurt Stattdessen: Viergleisiger Ausbau der Südmainstrecke Einsparung: 5 Mrd. Euro
- Verzicht auf die Neubaustrecke Hannover – Bielefeld Stattdessen: Ausbau der Bestandsstrecke Einsparung: 3 Mrd. Euro
- Verzicht auf Neubaustrecke Maschen – Hannover Stattdessen: Ausbau der Bestandsstrecke Einsparung: 5 Mrd. Euro
- Verzicht auf die Bahnhofsverlagerung von Hamburg-Altona nach Diebsteich mit dadurch erforderlichem Verbindungsbahnentlastungstunnel Stattdessen: Modernisierung des jetzigen Bahnhofs Altona und Ausbau der Verbindungsbahn mit zusätzlichen Bahnsteigen am Dammtor Einsparung: 10 Mrd. Euro
- Oberrheintalstrecke: Verzicht auf Tunnellösungen, Begrenzung der Ausbaugeschwindigkeit auf 200 km/h Einsparung: 2 Mrd. Euro
- Brenner-Nordzulauf: Verzicht auf Neubaustrecken in Tunnellage Stattdessen: Ausbau und Elektrifizierung von Bestands- und Ausweichstrecken Einsparung: 8 Mrd. Euro
- Verzicht auf die Neubaustrecke Ulm – Augsburg Stattdessen: Korridorsanierung, Steigerung der Leistungsfähigkeit der Bestandsstrecke durch kleinere, aber wirksame Verbesserungen Einsparung: 4 Mrd. Euro
- Fehmarnbelt-Hinterlandanbindung: Weitestgehender Verzicht auf Neubau Stattdessen: Ausbau der Bestandsstrecke, Elektrifizierung und zweigleisiger Ausbau Lübeck – Bad Kleinen und Lübeck – Lüneburg, um neue Laufwege für den Güterverkehr zu erschließen Einsparung: 3 Mrd. Euro
- S-4 Projekt Hamburg – Bad Oldesloe: Verzicht auf Ausbau östlich von Hamburg Stattdessen: Optimierung des Projekts durch Begrenzung des S-Bahn-Ausbaus auf die Strecke bis Hamburg-Rahlstedt; restliche Strecke: Ertüchtigung des Bestandes und Angebotsausweitung Einsparung: 1 Mrd. Euro
- Beitrag zur Engpassbeseitigung
- Beitrag zur Betriebsstabilisierung
- Beitrag zur Erhöhung der Kapazitäten im Bahnnetz
- Beitrag zum Ausbau der Flächenbahn
- Schnelle Umsetzbarkeit
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2024-02-07 11:23:46
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Die Mittelkürzung ist eher Chance als Gefahr für den Deutschlandtakt!
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(hier diese Pressemitteilung von Bürgerbahn - Denkfabrik als pdf-Datei)
Die Mittelkürzung ist eher Chance als Gefahr für den Deutschlandtakt!
Die Kritik an den geplanten Einsparungen bei der Bahn reißt nicht ab. Wegen der Haushaltskrise wird auch der Bahn weniger Geld zur Verfügung gestellt; sie soll sich zuerst auf die Sanierung des Netzes statt auf den Neu- und Ausbau von Strecken konzentrieren. Die Deutsche Bahn, Verkehrsminister Wissing und andere Vertreter der Ampelkoalition betonen, dass es sich nicht um eine Streichung von Projekten, sondern um eine Änderung der Prioritäten bei den vielen To-Do’s in Sachen Schieneninfrastruktur gehe. Die Verkehrspolitik sollte hier ehrlicher und mutiger agieren! Denn die Sinnlosigkeit der umstrittensten Großprojekte der Bahn ist keine Frage der zeitlichen Abfolge und Priorisierung.Die »Verschnaufpause« ist mehr: Die Chance für eine Denkpause und Revision des Deutschlandtakts
Der Deutschlandtakt (D-Takt) ist nicht in Gefahr, sondern die jetzige »Verschnaufpause« bietet die günstige Chance, den Zielfahrplan für den D-Takt an die realistischen finanziellen Gegebenheiten und an die klimapolitischen Zwänge anzupassen. Mit einem überarbeiteten Fahrplankonzept und einer Rückbesinnung auf realistische, bezahlbare und schneller umsetzbare Ziele erhält der D-Takt erst die Förderung, die ihm gebührt. Ein überarbeiteter Deutschlandtakt kommt mit einem Minimum an Neubauten aus, bietet jedoch ein Maximum an saniertem, modernisiertem, digitalisiertem, elektrifiziertem, reaktiviertem Bestandsnetz und maßvollem Ausbau. Nutzen wir die Chance für eine gründliche Überarbeitung und Neuberechnung in einem neuen Zielfahrplan (»Zfp-4«)! Ein Deutschlandtakt sollte sich nicht an vordringlichen Bedürfnissen der Bau- und Bahnlobby orientieren. Vielmehr stehen die Fahrgäste im Vordergrund, die mit einer pünktlichen und zuverlässigen Bahn fahren wollen. Ebenso muss der Güterverkehr gefördert werden, um dem ansteigenden Einsatz von Lkw für Warentransporte eine Alternative anzubieten. Das häufig geäußerte Argument, man müsse am propagierten Fahrplan (Zfp-3) im Interesse der »stakeholder« festhalten, überzeugt nicht, denn - ein als unrealistisch erkannter Fahrplan sollte nicht um seiner selbst willen »in Stein gemeißelt« werden - auch für Interessenverbände (»stakeholders«) sollte ein ausgewogenes, bezahlbares, jetzt gestartetes Investitionsprogramm mehr Gewinn bringen als ein jahrzehntelang verfolgtes »Wolkenkuckucksheim« von Scheinversprechen, Insellösungen und teuren Beton-Bauruinen.Dazu Heiner Monheim, Sprecher von Bürgerbahn:
»Ein zuverlässiger und vernünftiger integraler Taktfahrplan setzt nicht auf teure Prestigeprojekte, sondern auf Bahnhöfe mit vielen Gleisen und vielen Weichen im Vorfeld. Die Schweiz beweist seit Jahrzehnten, wie erfolgreich das Konzept »Takt vor Tempo« ist. Nur so kann das Ziel, in Deutschland mittelfristig die Fahrgastzahlen auf der Schiene zu verdoppeln, erreicht werden. Monströse Projekte wie Stuttgart 21 oder Hamburg-Diebsteich waren noch nie notwendig für einen Deutschlandtakt, im Gegenteil: sie wären schädlich. Bürgerbahn – Denkfabrik hat in der vorigen Woche eine erste Liste mit elf schädlichen Projekten und ihren sinnvollen Alternativen vorgelegt: https://buergerbahn-denkfabrik.org/chancen-nutzen-unsinnige-prestige-projekteaufgeben/ Diese Alternativen kosten mindestens 50 Milliarden Euro weniger und bringen den Fahrgästen mehr. Und mit ihnen ist ein Deutschlandtakt schon 2035 möglich, nicht erst 2070.« https://buergerbahn-denkfabrik.org Sprecher von Bürgerbahn – Denkfabrik für eine starke Schiene: Prof. Heiner Monheim, +49-170-8048154publish
2024-02-13 09:16:07
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Kein Weiter so beim never-ending S21-Desaster!
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(hier die PM als pdf-Datei)
Bitte den Veranstaltungshinweis am Ende beachten!
Statt Schwarze-Peter-Spiele müssen alle Projektpartner jetzt endlich ihrer Verantwortung gerecht werden
Kein Weiter so beim never-ending S21-Desaster!
Wer mit Stuttgart 21 vertraut ist, konnte kaum überrascht sein, dass der immer wieder steif und fest behauptete Eröffnungstermin niemals zu halten sein würde. Dennoch jetzt der große Aufschrei mit vielen Schlagzeilen (Stuttgarter Zeitung, 2.3.2024: „Stuttgart 21 – das Desaster ist perfekt“) als die DB nun einräumte, dass es 2025 allenfalls eine symbolische Teileröffnung geben werde und der Kopfbahnhof bis auf Weiteres erhalten bleiben müsse. Spätestens seit die DB dem Projekt auch noch den „Digitalen Knoten Stuttgart“ (DKS) übergestülpt hat, musste jeder wissen, dass der Zeitplan gerissen werden würde. Ein derart hoch komplexes elektronisches Zugsteuerungssystem zu installieren – auch noch in einem der komplexesten Bahnknoten Deutschlands – ist nicht in wenigen Jahren zu leisten. Verantwortung nicht allein der Bahn zuschieben Wenn die hiesigen Projektpartner und S21-Förderer den Schwarzen Peter für das „perfekte Desaster“ jetzt allein der Bahn zuschieben wollen, muss daran erinnert werden, dass auch sie es waren, die allen fachlichen Einwänden und Warnungen zum Trotz immer für Weiterbauen plädiert haben. Wieviel Milliarden sollen noch in ein nicht rettbares Projekt versenkt werden und wie viele Klimaschäden sollen noch in Kauf genommen werden bis die Verantwortlichen sich für eine Diskussion über Auswege, Umstiegs- und Umnutzungsmöglichkeiten öffnen Ein Stadtteil auf Gleisen, die dringend gebraucht werden Obwohl nur noch von harten S21-Ideologen bestritten wird, dass die bestehenden Kopfbahnhofgleise weiterhin für einen leistungsfähigen Bahnbetrieb gebraucht werden, sollen sie weiterhin dem Bau eines neuen Stadtteils mitten in der für Stuttgart so wichtigen Frischluftschneise geopfert werden. Veranstaltung „Rosensteinbebauung und Stadtklima“ Gemeinsam mit der „FrAktion“ im Stuttgarter Gemeinderat und als Teil der AG Stadtklima hat deshalb das Aktionsbündnis für Montag, 4.3., 19 Uhr eine Veranstaltung im Großen Saal des Rathauses vorbereitet, die genau diese Frage stellt: Ist die vor 20 Jahren geplante Rosensteinbebauung angesichts der ohnehin starken Aufheizung der Stadt heute noch zu verantworten? Eine klimapolitische Lageeinschätzung dazu liefert als Hauptreferent Prof. Jörn Birkmann, Leiter des Instituts für Raumordnung und Entwicklungsplanung der Uni Stuttgart und koordinierender Leitautor für den sechsten Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC). Wir fordern von der Stadt… Bündnissprecher Martin Poguntke: „Wir fordern die Stadt Stuttgart auf, nicht nur zu prüfen, wie hoch und wie breit auf dem Gleisfeld gebaut werden kann, sondern, ob Bauen dort überhaupt verantwortbar ist und ob nicht der Biotop-Charakter des Gleisvorfelds sogar im Sinne vorbeugender Klimaschutzpolitik noch optimiert werden kann.“ Kontakt: Martin Poguntke, 0151 403 602 56 Werner Sauerborn, 0171 320 980 1publish
2024-03-02 19:04:01
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
700. Montagsdemo gegen Stuttgart21, für Verkehrswende und Klimaschutz
700-montagsdemo-gegen-stuttgart21-fuer-verkehrswende-und-klimaschutz
(hier die Pressemitteilung als pdf-Datei)
Während das Projekt von einem Offenbarungseid zum Nächsten stolpert und sich die Sinnfrage kaum mehr
verdrängen lässt, erweisen sich die Proteste gegen Stuttgart21 als stabil und lebendig: Am 26. Oktober 2009,
Rüdiger Grube war gerade Hartmut Mehdorn als Bahnchef gefolgt, da startete die erste Montagsdemo gegen
Stuttgart21. Nun, am Montag, dem 18. März: die 700ste!
Viele bekannte Unterstützer*innen wie Georg Schramm, Walter Sittler, Felix Huby, Wolfgang Schorlau, Christine
Prayon, Herta Däubler-Gmelin, Claus Weselsky, Gregor Gysi, Jürgen Resch, zuletzt Ex-SBB-Chef Benedikt
Weibel gaben den Projektgegner*innen auf den Bühnen der Montagsdemos die Ehre. Von den vielen
Künstler*innen, die auftraten, seien nur Stefan Hiss, Konstantin Wecker, Dota Kehr, Che Sudaka, Gerhard Polt &
Die Well – Brüder, sowie No Sports genannt. In der Anfangszeit fehlte auch kaum ein zu Amt und Würden
gekommener Grüner - ob Minister, Oberbürgermeister oder Ministerpräsident. Allesamt wurden sie - Klimaschutz
hin, Klimaschutz her - treue Stuttgart-21-Unterstützer, die sich mit ihren Projektpartnern heute vor der Realität
blamieren.
Anfangs noch vom Aktionsbündnis initiiert, werden die montäglichen Proteste seit Jahren in solidarischer
Arbeitsteilung vom Orgateam der Montagsdemos verantwortet. Diesem Team ist es zu danken, dass die Demos
sich zu einer „Volkshochschule unter freiem Himmel“, so Tom Adler vom Demoteam, entwickelt haben. Immer
wieder kommen Expert*innen zu Wort, die deutlich machen, dass es bei Stuttgart21 um mehr als um einen
Bahnhof geht: nämlich um Grundsätzliches wie Demokratie, Recht auf Stadt, Verkehrswende und Klima generell.
Das unterstreicht die 700ste Montagsdemo mit ihren Redner*innen: neben dem Theaterregisseur Volker Lösch
sprechen Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, die gerade einen Schlüssel-Prozess gegen die von den
Projektpartnern geplante Abkopplung der Gäubahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof führt , sowie die Umwelt- und
Klimaaktivistin Carola Rackete, die „eine Verkehrsstruktur in Stadt und Land fordert, mit der die CO2-Emissionen
drastisch reduziert werden können. Dafür brauchen wir weiterhin den oberirdischen Bahnhof in Stuttgart, damit
genügend Gleise zur Verfügung stehen, um möglichst viel Transport auf die Schiene zu bekommen.“ Kontext
13.3.2024.
„Wenn‘s ernst wird musst du lügen“ – dieser Spottsatz von Claude Juncker könnte geradezu Wahlspruch der
Stuttgart21-Verantwortlichen mit ihrer fortwährenden Desinformation sein. Mit ihr haben sie aktiv dazu
beigetragen, das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern. Statt nach rechts zu kippen ist die Stuttgart21-
Bewegung jedoch fester Bestandteil des millionenfachen Protests der letzten Wochen gegen Rechtsextremismus.
Kontakt: Tom Adler 0179 900 70 10, Werner Sauerborn 0171 320 980 1
Am 18. März, 18 Uhr, vor dem geschundenen Stuttgarter Hauptbahnhof
700. Montagsdemo gegen Stuttgart21, für Verkehrswende und Klimaschutz
Während das Projekt von einem Offenbarungseid zum Nächsten stolpert und sich die Sinnfrage kaum mehr
verdrängen lässt, erweisen sich die Proteste gegen Stuttgart21 als stabil und lebendig: Am 26. Oktober 2009,
Rüdiger Grube war gerade Hartmut Mehdorn als Bahnchef gefolgt, da startete die erste Montagsdemo gegen
Stuttgart21. Nun, am Montag, dem 18. März: die 700ste!
Viele bekannte Unterstützer*innen wie Georg Schramm, Walter Sittler, Felix Huby, Wolfgang Schorlau, Christine
Prayon, Herta Däubler-Gmelin, Claus Weselsky, Gregor Gysi, Jürgen Resch, zuletzt Ex-SBB-Chef Benedikt
Weibel gaben den Projektgegner*innen auf den Bühnen der Montagsdemos die Ehre. Von den vielen
Künstler*innen, die auftraten, seien nur Stefan Hiss, Konstantin Wecker, Dota Kehr, Che Sudaka, Gerhard Polt &
Die Well – Brüder, sowie No Sports genannt. In der Anfangszeit fehlte auch kaum ein zu Amt und Würden
gekommener Grüner - ob Minister, Oberbürgermeister oder Ministerpräsident. Allesamt wurden sie - Klimaschutz
hin, Klimaschutz her - treue Stuttgart-21-Unterstützer, die sich mit ihren Projektpartnern heute vor der Realität
blamieren.
Anfangs noch vom Aktionsbündnis initiiert, werden die montäglichen Proteste seit Jahren in solidarischer
Arbeitsteilung vom Orgateam der Montagsdemos verantwortet. Diesem Team ist es zu danken, dass die Demos
sich zu einer „Volkshochschule unter freiem Himmel“, so Tom Adler vom Demoteam, entwickelt haben. Immer
wieder kommen Expert*innen zu Wort, die deutlich machen, dass es bei Stuttgart21 um mehr als um einen
Bahnhof geht: nämlich um Grundsätzliches wie Demokratie, Recht auf Stadt, Verkehrswende und Klima generell.
Das unterstreicht die 700ste Montagsdemo mit ihren Redner*innen: neben dem Theaterregisseur Volker Lösch
sprechen Jürgen Resch, Chef der Deutschen Umwelthilfe, die gerade einen Schlüssel-Prozess gegen die von den
Projektpartnern geplante Abkopplung der Gäubahn vom Stuttgarter Hauptbahnhof führt , sowie die Umwelt- und
Klimaaktivistin Carola Rackete, die „eine Verkehrsstruktur in Stadt und Land fordert, mit der die CO2-Emissionen
drastisch reduziert werden können. Dafür brauchen wir weiterhin den oberirdischen Bahnhof in Stuttgart, damit
genügend Gleise zur Verfügung stehen, um möglichst viel Transport auf die Schiene zu bekommen.“ Kontext
13.3.2024.
„Wenn‘s ernst wird musst du lügen“ – dieser Spottsatz von Claude Juncker könnte geradezu Wahlspruch der
Stuttgart21-Verantwortlichen mit ihrer fortwährenden Desinformation sein. Mit ihr haben sie aktiv dazu
beigetragen, das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern. Statt nach rechts zu kippen ist die Stuttgart21-
Bewegung jedoch fester Bestandteil des millionenfachen Protests der letzten Wochen gegen Rechtsextremismus.
Kontakt: Tom Adler 0179 900 70 10, Werner Sauerborn 0171 320 980 1publish
2024-03-14 19:20:04
Aktuelles Demo Pressemitteilungen
Kelchstützen-Ästhetik statt funktionierendem Bahnhof
kelchstuetzen-aesthetik-statt-funktionierendem-bahnhof
(hier die Pressemitteilung als pdf-Datei)
So zeigt sich inzwischen auch OB Frank Nopper vom S21-Debakel „enttäuscht“ und fürchtet, dass Stuttgart21 zum Dauer-Imageschaden der Stadt werden kann (Stuttgarter Zeitung 25.3.2024) – als wäre er nicht mitverantwortlich für die Zumutungen des Projekts.
Mit der Friederike Groß-Karikatur wollen Stuttgart21-Gegner*innen dem Ablenkungsmanöver der Baustellentage vor Ort entgegenwirken. Sie werden mit Flugblättern (s. Anlage) darauf hinweisen, dass es für das „perfekte Desaster“ (Stuttgarter Zeitung vom 2.3.24) nur eine logische Konsequenz gibt: Erhalt, Renovierung und Ertüchtigung des Kopfbahnhofs. Auch, weil nur so eine angemessene Anbindung der Gäubahn möglich ist.
In diesem Sinne werden am Ostermontag auch vom Stuttgarter Komitee zur Erhaltung der Gäubahn Bahnfahrten mit dem historischen Schienenbus „Roter Flitzer“ entlang der von Abkoppelung bedrohten Panoramastrecke der Gäubahn angeboten. Infos zu Fahrzeiten, Route und Ticketvorverkauf hier: https://roter-flitzer.de/tag-der-offenen-baustelle/ und in den Miniaturwelten gegenüber der Mahnwache.
Angesichts der neu aufgekommenen Forderung nach einem Kombimodell, bei dem Tief- und Kopfbahnhof parallel genutzt werden sollen, unterstützt das Aktionsbündnis alle Bemühungen, den Kopfbahnhof zu erhalten, spricht sich aber darüber hinaus dafür aus, auf den Tiefbahnhof ganz zu verzichten. Viele mit Stuttgart21 zusammenhängende Probleme wie Brandrisiken, Überflutungsrisiko der City bei Starkregen oder unattraktives Umsteigen könnten dann vermieden werden.
Baustellenbesucher*innen sollten sich deshalb nach Ansicht des Aktionsbündnisses die unterirdischen Anlagen lieber unter dem Aspekt alternativer Nutzungen ansehen. In vielen Städten werden unterirdische Güterlogistiksysteme diskutiert. In Stuttgart wäre mit den S21-Tunneln die dafür notwendige Infrastruktur bereits vorhanden, und oberirdisch könnten Autostraßen zurückgebaut werden. Zu prüfen wäre, ob die Tunnel auch für nicht-fossile Energieversorgung, wie Fernwärme- und Wasserstoffleitungen genutzt werden können. Auch hätte eine unterirdische Station für Fernbusse zum Umstieg auf die Schiene Platz, sowie eine zeitgemäße Radstation uvm. Umnutzungsvorschläge hier: www.umstieg-21.de.
Kontakt:
Martin Poguntke, 0151 403 602 56
Werner Sauerborn, 0171 320 980 1
Tage der Offenen Stuttgart21-Baustelle
Kelchstützen-Ästhetik statt funktionierendem Bahnhof
Während Stuttgart21 in eine alles infrage stellende Krise schliddert und die Projektpartner nicht nur um ungedeckte Projektkosten in Milliardenhöhe streiten, sondern auch über das „Wie-weiter?“, eröffnet die Bahn Ostern, als wäre nichts gewesen, ihre Tage der Offenen Baustelle. Bündnissprecher Martin Poguntke: „Offensichtlich versucht man mit der Ausstellung der Ästhetik von Kelchstützen und technischer Superlative die Aufmerksamkeit des Publikums von den immer unübersehbareren strukturellen Schwächen des Projekts abzulenken.“ Der aktuellen Realität des Projekts – vor allem für die Stadt Stuttgart – kommt jedoch die hier abgedruckte aktuelle Karikatur von Friederike Groß viel näher. Friederike Groß war 28 Jahre bis 2013 Titel-Karikaturistin der Stuttgarter Zeitung und ist inzwischen Professorin für Illustration an der University of Europe for Applied Sciences (UE) in Hamburg. Das Thema Stuttgart21 hat sie nicht losgelassen. |
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2024-04-02 09:50:39
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Führt die Bahn die Justiz mit Falschaussagen in die Irre?
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(hier die Pressemitteilung als pdf-Datei)
Prozess um fehlenden S21-Brandschutznachweis
Führt die Bahn die Justiz mit Falschaussagen in die Irre?
Verrückte Welt: Erst prozessiert die DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH (PSU) jahrelang mit der Begründung, sie wolle ihre Simulationen zur Evakuierung von Bahnreisenden aus S21-Tunneln im Brandfall aus Sicherheitsgründen geheim halten. Dann – nachdem sie von den höchsten Verwaltungsrichtern des Landes zur Offenlegung verpflichtet wird – prozessiert sie wieder jahrelang mit der Behauptung, sie müsse gar nicht die Simulationen zeigen, sondern nur einen Bericht darüber. Und als sie schließlich – nach fast sechs Jahren – mittels Zwangsvollstreckung gegen den PSU-Vorsitzenden Olaf Drescher zur Offenlegung der Simulationen gebracht werden soll, behauptet sie, es gebe gar keine Simulationen mehr und kontert mit einer Zwangsvollstreckungsabwehrklage. So wird nun der Kläger, der sein Recht auf Einsichtnahme beim Verwaltungsgerichtshof durchgesetzt hatte, selbst zum Beklagten und soll in dieser endlosen Posse nun auch noch die Kosten der Zwangsvollstreckung tragen. Ob das Verwaltungsgericht Stuttgart diesen neuen Winkelzügen folgt, wird sich in der Verhandlung am kommenden Freitag, 12. April 2024, um 11:00 Uhr zeigen. Das Gericht will mithilfe zweier Zeugen der Firma Gruner AG aus der Schweiz klären, ob die eingeklagten Simulationen tatsächlich im zweiten Quartal 2016 – längst vor den Prozessen – gelöscht waren und die PSU also die Beteiligten und die Gerichte getäuscht hat. Nach ihrer eigenen Darstellung hätte die PSU nicht nur den Kläger – die projektkritischen Ingenieure22 –, sondern auch sämtliche mit dem nun fast acht Jahre dauernden Verfahren befassten Richterinnen und Richter zum Narren gehalten. Denn diese hatten sich entsprechend dem Prozessvortrag der PSU intensiv mit den behaupteten Sicherheitsbedenken befasst. Die PSU hätte aber die Anträge auf Einsichtnahme schon im Juli 2016 und erneut im September 2016 mit der Begründung ablehnen müssen, die Simulationen existierten gar nicht (mehr). Wolfgang Kuebart (Ingenieure22): „Das Verhalten der Bahn erinnert mich an unsere Klage im Jahr 2015 auf Herausgabe der Azer-Liste zu den Risiken von Stuttgart 21. Damals führte unser Antrag auf Zeugenvernehmung von Infrastrukturvorstand Kefer und S21-Chef Leger zur Veröffentlichung der Liste, von der die Bahn zuvor ebenfalls behauptet hatte, sie sei verschwunden. Zudem könnte – im aktuellen Fall – die PSU jederzeit die angeblich gelöschten Simulationen nochmals erstellen lassen.“ Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21: „Offenbar sollte von Anfang an vertuscht werden, dass die PSU keinerlei Nachweis dafür hat, wie im Brandfall die Menschen aus einem Zug im S21-Tunnel lebend evakuiert werden sollen. Denn die Menschen sind auf Selbstrettung angewiesen, weil Feuerwehr und Rettungskräfte nicht schnell genug am Brandort eintreffen können. Jedoch ist die Tunnelröhre bei einem Vollbrand in höchstens 10 Minuten mit den tödlichen Rauchgasen komplett verraucht. Dann bleibt keine Überlebenschance mehr.“ Schon am 14.5.2012 hatte das Regierungspräsidium Stuttgart die Bahn aufgefordert, eine „Entfluchtungssimulation Zug im Tunnel einschließlich Nachweis Verhinderung Rauchübertritt in den Querschlägen“ vorzulegen. Und am 22.1.2014 berichtete die PSU im „Arbeitskreis Brandschutz Projekt Stuttgart-Ulm“ den Vertretern des Regierungspräsidiums und der Stuttgarter Feuerwehr, die Firma Gruner AG habe durch Simulationen die Berechnungen der Bahn bestätigt. Damit hatte sie jedoch den Arbeitskreis hinters Licht geführt, denn sie ließ ihn in dem Glauben, die angeführte Simulation beziehe sich auf einen Brandfall, während sie sich in Wahrheit lediglich auf ein harmloses „Kaltereignis“ bezog. In der Verhandlung am 12.4.2024 wird zu klären sein, warum die angebliche Löschung dieser Simulationen während der gesamten Prozessdauer geheim gehalten wurde. Kontakt: Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31 Wolfgang Kuebart, Tel. 0711 653 706 oder 0152 265 933 51publish
2024-04-12 04:11:04
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
30 Jahre Kritik, Enthüllungen, Protest – und Alternativen!
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(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
30 Jahre Stuttgart 21
30 Jahre nach der öffentlichen Vorstellung des Projekts Stuttgart 21 sehen sich die Projektgegner in ihrer Kritik fast ausnahmslos bestätigt. Bündnissprecher Martin Poguntke: „Diese Bewegung ist deshalb so ausdauernd und weiterhin hoch aktiv, weil sie immer auf der richtigen Spur war und darin fachlich immer wieder bestätigt wurde. Mangelnde Leistungsfähigkeit, steigende Kosten, spätere Fertigstellung, massive Klimaschäden – die Kritiker hatten zu jeder Zeit recht mit ihren Mahnungen.“
Die Stärke und das Durchhaltevermögen der Protestbewegung hatten und haben ihren Kern im kompromisslosen Umgang mit Fakten anstelle von Schönfärbereien, Faktenmanipulation und Ideologie. Einen demokratiepolitischen Tiefpunkt stellte dabei die Volksabstimmung von 2011 dar – ein Lehrstück „gelenkter Demokratie“, bei dem wider besseres Wissen eine baldige Fertigstellung des Projekts bei Kosten von maximal 4,5 Mrd.Euro und 30 Prozent Leistungssteigerung versprochen wurde. Während andernorts ähnliche Erfahrungen Politikverdrossenheit und Rechts-Entwicklungen befeuern, ist der Protest gegen Stuttgart 21 nie politisch nach rechts gekippt, sondern hat sich immer konsequent als Demokratiebewegung verstanden – auch gegen Rechts und Neonazis.
Die Stärke der Kritiker-Bewegung liegt auch darin, dass sie nie nur das Projekt abgelehnt, sondern immer auch konstruktive Gegenvorschläge gemacht hat – auch wenn diese politisch und medial meist ignoriert und totgeschwiegen werden, wohl, weil sie dem Dogma der Unumkehrbarkeit von S21 zuwiderliefen. Gerade jetzt, wo das Projekt an allen Ecken und Enden ins Trudeln gerät, sieht das Aktionsbündnis einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, eine Öffnung der Diskussion zu erreichen, in der auch Konversionsansätze wie das Konzept „Umstieg 21“ aufs Tapet kommen. Dabei geht es gerade nicht um ein Zurück auf Null, sondern im Wesentlichen die Umnutzung von Tunnels und Tiefbahnhofhalle für hochmoderne vollautomatische Güterlogistik und die Modernisierung des Kopfbahnhofs. Geprüft wird derzeit die Nutzung der Tunnels für Energieträger wie Wasserstoff oder Fernwärme.
Das seit Jahren vorgebrachte Argument, es müsse weiter gebaut und investiert werden, weil schon so viel gebaut und investiert wurde, würde in der Privatwirtschaft kein Betriebswirt akzeptieren. Bündnissprecher Martin Poguntke: „Unwirtschaftlich versenktes Geld wird nicht wirtschaftlicher, wenn man noch mehr versenkt. Wer auf dem Holzweg ist, geht nicht weiter, auch wenn er schon sehr weit gegangen ist. Es wird allerhöchste Zeit, dass sich alle Projektbeteiligten ehrlich machen und nach Auswegen suchen, die wirtschaftlich vertretbar sind und – angesichts der drohenden Klimakatastrophe – die Verkehrswende durch eine massive Erweiterung des Bahnverkehrs tatsächlich ermöglichen. Dafür kämpfen wir – as long as it takes!“
Kontakt:
Martin Poguntke, 0151 403 602 56
Werner Sauerborn, 0171 320 980 1
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2024-04-15 17:06:09
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Jetzt Fakten auf den Tisch in der Brandschutzfrage!
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(hier die Pressemitteilung als pdf-Datei)
Nach dem juristischen Pyrrhussieg der Bahn bei ihrer „Zwangsvollstreckungsabwehrklage“
Jetzt Fakten auf den Tisch in der Brandschutzfrage!
„Der Brandschutz in dem weltweit wohl größten geschlossenen Tunnelsystem ist zu wichtig als dass er auf juristische Nebenkriegsschauplätze abgedrängt werden dürfte“, so Bündnissprecher Dieter Reicherter nach dem Rechtsstreit über die Herausgabe von Entfluchtungssimulationen. Deren Existenz hatte die Bahn behauptet und sogar einen Vergleich vor dem Verwaltungsgerichtshof über die Herausgabe abgeschlossen. Erst Jahre später erhob sie den Einwand, die Simulationen gar nicht zu haben. Am Ende stellte sich heraus, dass diese schon vor 8 Jahren mit Zustimmung der Bahn gelöscht worden waren. Deshalb kam die Richterin am Verwaltungsgericht Stuttgart nicht umhin, der Klage der Bahn Recht zu geben nach der Devise „wo nichts mehr ist, kann auch nichts herausgegeben werden.“ Diese Winkelzüge der Bahn bzw. der S21- „DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH“ (PSU) dürfen nicht das letzte Wort sein. Denn es geht um die Sicherheit von 300 000 Reisenden und vieler Beschäftigter, die täglich die im Tiefbahnhof und seinem großen Tunnelnetz verkehrenden Züge nutzen würden. Bahnunabhängige Brandschutzexpert*innen weisen seit langem daraufhin: die engen Tunneldurchmesser, die viel zu weit voneinander entfernten Fluchtstollen und viele weitere Risikofaktoren würden eine rechtzeitige Entfluchtung im Falle eines Zugbrands für die Mehrzahl der Reisenden unmöglich machen. Das gilt insbesondere für mobilitätseingeschränkte Menschen. Stuttgart21 würde für viele zur Todesfalle. „Ich bin entsetzt, dass wieder einmal nur formale Tatbestände verfahrensbestimmend waren. Niemand fragt, warum wir eine Zwangsvollstreckung anstrengten. Dahinter steht die Erkenntnis, dass mit realistischen Simulationsparametern die Evakuierung eines Zuges in der vorgeschriebenen Zeit nicht gelingt, in der Realität schon gar nicht! Deshalb wollten wir die Simulationen sehen. Dass wir jahrelang an der Nase herumgeführt wurden, dafür können wir nichts. Also werden wir versuchen müssen, auf andere Weise Klarheit zu schaffen." sagt Wolfgang Kuebart für die Gruppe der S21-kritischen Ingenieure22, die den Rechtsstreit um die Herausgabe der inzwischen gelöschten Simulationen geführt hatte. Aktionsbündnis und Ingenieure22 fordern von den zuständigen Politiker*innen und der Bahn, ihrer Verantwortung für Leib und Leben vieler Menschen gerecht zu werden und die Brandschutzfrage bei Stuttgart21 endlich ernst zu nehmen. Konkret richtet sich diese Forderung zum einen an die Regierungspräsidentin Bay und den Stuttgarter Branddirektor Dr. Belge. Sie müssen von der PSU Aufklärung fordern über ihren falschen Vortrag zur Existenz von Simulationen in dem gemeinsamen Arbeitskreis Brandschutz im Januar 2014. Zwingend müssen sie auch die Wiederherstellung und Vorlage der gelöschten Simulationen verlangen. Zusätzlich muss das Regierungspräsidium auch die Vorlage des schon 2012 von ihm geforderten Nachweises der sicheren Evakuierung im Brandfall durchsetzen. Insbesondere aber wird das Eisenbahn-Bundesamt aufgefordert, von der PSU schon jetzt und nicht erst im Rahmen der Inbetriebnahmegenehmigung von Stuttgart 21 den Nachweis der sicheren Evakuierung auch im Brandfall zu verlangen. Sowohl in den S21-Tunneln als auch im künftigen Tiefbahnhof müssen die Menschen vor Ausbreitung der tödlichen Rauchgase evakuiert werden können. Bei den zu erstellenden Simulationen muss berücksichtigt werden, dass in den neuen Zügen doppelt so viele Bahnreisende Platz finden sollen wie in den verschwundenen Simulationen zugrunde gelegt wurde. Außerdem muss eine aussagefähige Simulation nicht ein Kaltereignis darstellen, wie es der gelöschten Simulation der PSU zugrunde lag, sondern realistischerweise ein Brandereignis. Bei der Untersuchung für den Tiefbahnhof wird auch zu berücksichtigen sein, dass nicht nur im einzelnen Zug doppelt so viele Menschen transportiert werden, sondern durch eine Doppelbelegung der Bahnsteige sich gleichzeitig auch mehr Züge als bisher geplant im Bahnhof befinden würden. Mobilitätseingeschränkte Menschen sowie Paniksituationen dürfen nicht länger ausgeblendet werden. Personenstromuntersuchungen mit 35 Zügen pro Stunde, wie bisher zugrunde gelegt, sind angesichts der aktuellen Planungen überholt. Die Bahn selbst geht jetzt von 300.000 Reisenden pro Tag aus. Dazu Bündnissprecher Dieter Reicherter: „Weil es um Leib und Leben von tausenden Bahnreisenden, Rettungskräften und Feuerwehrleuten geht, haben die Behörden eine grundgesetzliche Verpflichtung, die dringend erforderlichen Nachweise sofort einzufordern und notfalls den Bau zu stoppen.“ Kontakt: Dieter Reicherter: 07192 930522 oder 0151 26371131 Wolfgang Kuebart: 0711 653706 oder 0152 26593351publish
2024-04-18 10:56:15
K21-neu Pressemitteilungen
Kein Zug wird fahren bei Stuttgart 21
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(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
Das Faktencheckportal WikiReal.org, das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sowie die projektkritischen Ingenieure22 informierten in der heutigen Pressekonferenz in Stuttgart über den mangelnden Brandschutz in den Zulauftunneln des Bahnhofsprojekts Stuttgart 21 (S21). Sie halten eine Inbetriebnahme für ausgeschlossen. Die Deutsche Bahn AG wie auch die Genehmigungsbehörde Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hatten zu keiner Zeit die Anforderung der Tunnelrichtlinie, dass die „Selbstrettung gewährleistet“ sein muss, hinreichend geprüft. Insbesondere auch nicht, nachdem für die Inbetriebnahme für 2,5 Mrd. Euro Züge mit verdoppelter Personenkapazität angeschafft wurden.
Dr. Christoph Engelhardt von WikiReal.org wies darauf hin, dass bei halbierter Rettungswegbreite und einer Personenkapazität der Züge rund vierfach über dem Üblichen in so langen Tunneln eine Evakuierung nicht rechtzeitig möglich ist. Denn durch die verengten Querschnitte holt auch der Rauch die Fliehenden etwa doppelt so schnell ein, wie von den Planern angenommen. Engelhardt: „Eine Inbetriebnahme mit den geplanten Zügen unter Einhaltung der Brandschutz-Standards ist ausgeschlossen.“ Insbesondere nachdem der Bahnanwalt im VGH-Verfahren Nachbesserungen aus statischen Gründen ausgeschlossen hat. Weltweit werden vergleichbare Tunnel gleich in mehreren Parametern für Abermillionen Euro extra sehr viel sicherer gebaut. Sie erreichen alle ein um Faktoren höheres Sicherheitsniveau. Engelhardt spricht vom „Geisterfahrerproblem“: „Entweder sind die S21-Tunnel falsch ausgelegt oder aber alle anderen mehr als 50 internationalen Tunnel.“
Dipl. phys. Roland Morlock von den Ingenieuren22 weist auf die betrieblichen Rückwirkungen des Brandschutzes hin: „Das Brandschutzkonzept sieht die Weiterfahrt bzw. das Rollen eines brennenden Zuges in den Tiefbahnhof vor. Dazu müsste aber sowohl der Tunnel wie auch ein entsprechendes Bahnsteiggleis im Bahnhof ständig freigehalten werden. Der anvisierte Hochleistungsbetrieb mit drei Zügen gleichzeitig im Tunnel ist nicht bei sicherer Betriebsführung nicht möglich. Mit der Beschränkung auf einen Zug im Tunnel sinkt die Leistung des Bahnhofs auf unter 30 Züge pro Stunde, damit sind weder die geplanten Fahrpläne noch der heutige Verkehr darstellbar.“
Auf Anfragen antworten Bahn und EBA, der Brandschutz erfülle die Sicherheitsanforderungen und sei regelkonform genehmigt, ohne aber bspw. die Dimensionierung der Rettungswege nach der Personenzahl vorlegen zu können. Dass aber Bahn und EBA sehr genau wissen, dass das schon zur Planfeststellung nötig gewesen wäre, zeigen neu aufgetane Dokumente.
Dieter Reicherter, Vorsitzender Richter am Landgericht a.D., Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21 fasst das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim (VGH) vom 21.11.2023 zum Tunnelbrandschutz zusammen. Der VGH hatte nicht den Brandschutz in der Sache verhandelt, lediglich die Klagebefugnis der Kläger: „Dagegen, dass das EBA die Selbstrettung nicht prüft, können Individuen nicht klagen, weil das EBA gesetzlich verpflichtet ist, die Selbstrettung zu prüfen.“
Engelhardt übersetzt dieses Urteil so: „Der Gesetzgeber hat damit dem EBA die »License to kill« gegeben. Eine weitere Schlussfolgerung ist: Wer die Feuerwehr erfolgreich täuscht, darf lebensgefährlich bauen. Und wir können belegen, dass die Zustimmung der Feuerwehr in sämtlichen wesentlichen Punkten des Tunnel-Brandschutzes nur durch Betrug erreicht wurde.“
Dipl. Geogr. Joris Schoeller, Pressesprecher von WikiReal.org schließt: „Wir Kritiker stehen jederzeit für einen professionellen und öffentlichen Faktencheck zur Verfügung, um alle offenen Punkte zu klären. Dem steht nichts im Wege – außer die Projektumsetzer hätten etwas zu verbergen.“
Referenzen zu sämtlichen Sachaussagen finden sich auf den Folien der Pressekonferenz.
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2024-04-19 16:30:52
Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen
Friederike Groß war 28 Jahre bis 2013 Titel-Karikaturistin der Stuttgarter Zeitung und ist inzwischen Professorin für Illustration an der University of Europe for Applied Sciences (UE) in Hamburg. Das Thema Stuttgart21 hat sie nicht losgelassen.