Am Samstag, 14. Dezember haben die baden-württembergischen Grünen ihr Programm zur Landtagswahl 2026 beschlossen. Ein Antrag des ehemaligen grünen Bundestagsabgeordneten und heutigen Mitorganisators des Landes-Pro Gäubahn Bündnisses Hendrik Auhagen, die Grünen gegen die Gäubahn-Kappung, gegen den Pfaffensteigtunnel und für einen dauerhaften Stuttgarter Kombibahnhof-Betrieb zu positionieren, fand dabei keine Mehrheit.
Das Pro Gäubahn Landesbündnis kritisiert das Votum der Landes-Grünen scharf, denn diese würden sich damit vom ernsthaften Versuch, die Gäubahn-Kappung zu verhindern, verabschieden. Damit stellen sich die Landes-Grünen nicht nur gegen viele grüne Kreisverbände entlang der Gäubahn, sondern auch gegen BUND, VCD und das Pro Gäubahn-Landesbündnis, die sich jeweils klar gegen Gäubahn-Kappung und Pfaffensteigtunnel ausgesprochen haben. Die Landes-Grünen, so Dr. Nikolas Baur, selbst Grünen-Mitglied in Singen und im Pro Gäubahn Landesbündnis aktiv, lassen damit die 1,4 Millionen Menschen im Einzugsgebiet der Gäubahn hängen. Diese seien weiterhin auf einen direkten Bahnanschluss nach Stuttgart angewiesen. Wie man mit so einer Position im südlichen Baden-Württemberg die Landtagswahl gewinnen möchte, sei fraglich so Dr. Baur weiter.
Auch Antragssteller Hendrik Auhagen zeigte sich enttäuscht vom Votum des grünen Parteitags. Damit, so Auhagen, stehen die Landes-Grünen ohne eigenes Konzept gegen die Gäubahn-Kappung da und favorisieren stattdessen mit dem Pfaffensteigtunnel ein Bauprojekt, das keinerlei zusätzlichen Kapazitäten im Bahnverkehr schafft. Der Pfaffensteigtunnel würde aber Milliarden Euro Sonderschulden verursachen, während für sinnvolle Projekte wie den zweigleisigen Ausbau weiterhin kein Geld da ist. Außerdem, so die Grüne Katja Rommelspacher aus Tuttlingen, die ebenfalls im Pro Gäubahn Landesbündnis aktiv ist, wende sich der Beschluss der Landes-Grünen gegen den Klimaschutz. 350 Tausend Tonnen CO2-Äquivalente würden alleine durch den Bau des Pfaffensteigtunnels freigesetzt, während ganze Landesteile auf der Schiene abgehängt würden und Bahnreisende aufs Auto und Flugzeug gedrängt würden. Dies sei, so Rommelspacher weiter, kaum mit den Klimaschutzzielen der Grünen vereinbar. Der Glaubwürdigkeit der Grünen füge dieser Beschluss schweren Schaden zu.
Das Pro Gäubahn Landesbündnis wird im kommenden Landtagswahlkampf alle Parteien und Kandidierenden zur ihrer Haltung zum Thema Gäubahn-Kappung und Pfaffensteigtunnel befragen und darauf drängen, dass die nächste Landesregierung die legitimen Interessen der südlichen Landesteile nicht länger ignoriert und sich aktiv für den Weiterbetrieb der Gäubahn bis Stuttgart Hbf (oben) eintritt. „Wir sehen gerade in Südbaden viel Unterstützung für unser Anliegen und das sowohl bei Politikern von CDU, SPD, Grünen und Linken. Jetzt kommt es darauf an, dass diese Stimmen der Vernunft auch auf Landesebene endlich Gehör finden,“ so das Pro Gäubahn Landesbündnis abschließend.
Info: mehr auf https://pro-gaeubahn.de/
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis wurde am 9.3.24 in Rottweil gegründet. Das Bündnis vertritt die Interessen der Bahnstrecke Stuttgart – Böblingen – Horb – Rottweil – Tuttlingen – Singen (-Zürich / Konstanz).
Mitglieder des Pro Gäubahn-Bündnisses sind u.a.:
Pro Gäubahn-Initiative Rottweil – Wir wollen zum Hauptbahnhof
Interessengemeinschaft Gäubahn in Freudenstadt
Pro Gäubahn Singen – Singener Gäubahn-Initiative
Pro Gäubahn Tuttlingen
Pro Gäubahn Konstanz
Gäubahnkomitee Stuttgart - Wir wollen zum Bodensee
Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Bund für Umwelt- und Naturschutz Baden-Württemberg e.V. (BUND)
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Baden-Württemberg
VCD Kreisverband Konstanz
Mobilitätswendeallianz Baden-Württemberg
Schutzgemeinschaft Filder e.V.
Naturfreunde Württemberg e.V.
Fraktion Linke/SÖS im Gemeinderat Stuttgart
Die Linke, Kreisverband Konstanz
Matthias Gastel MdB – Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverbände Rottweil, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Konstanz
SPD-Kreisverbände Freudenstadt, Rottweil und Tuttlingen
publish2025-12-15 13:32:27Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
S21-Pfaffensteigtunnel: Nicht genehmigungsfähig und fehlgeplant!
In der heutigen Pressekonferenz des Faktencheckportals WikiReal.org in Kooperation mit dem Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 wurden Kernpunkte eines aktuell erscheinenden Fachartikels vorgestellt: Roland Morlock, Dr. Christoph Engelhardt, "Pfaffensteigtunnel oder Gäubahnausbau – gefährliches Milliardenloch oder sinnvolle Fahrzeitverkürzung?" Der Artikel erscheint in dem Schweizer Fachjournal „Eisenbahn-Revue International“ in der Januarausgabe und wird ab ca. 21. Dezember ausgeliefert.
Der Pfaffensteigtunnel ist das größte neue Element des Ausbaus Stuttgart – Zürich. Er soll mit 11,3 km Deutschlands längster Eisenbahntunnel werden, den Deutschlandtakt ermöglichen und mehrere Bestandteile des Projekts Stuttgart 21 ersetzen. Ursprünglich mit 0,9 Mrd. Euro bewertet, soll er laut Bundesregierung jetzt 1,69 Mrd. Euro kosten und unabhängige Schätzungen gehen von 3,5 Mrd. Euro oder mehr aus. Die Beschlüsse für die Baugenehmigung und der Förderbeschluss sollen unmittelbar bevorstehen, dabei sind gewichtige Einwendungen gegen den Bau bis heute nicht beschieden.
Die beiden Autoren kritisieren die Wirtschaftlichkeit des Projekts, das offiziell mit einem Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) von 1,2 angegeben wurde. Werte unter 1 sind unwirtschaftlich. Roland Morlock, IT-Unternehmensberater und Landesvorstand Baden-Württemberg des Deutschen Bahnkundenverbands: „Die Bündelung des Pfaffensteigtunnels mit dem zweigleisigen Ausbau der Gäubahn ist unzulässig. Der Tunnel ist betrieblich eigenständig und erreicht nach Zuordnung des Nutzens und Aktualisierung der Kosten nur ein NKV von maximal 0,23. Das ist Geldvernichtung in Milliardenhöhe. Der zweigleisige Gäubahnausbau allein erreichte dagegen ein NKV von 2,7.“
Dr. Christoph Engelhardt, Physiker und Analyst sowie Gründer des Faktencheck-Portals WikiReal.org kritisiert die Planrechtfertigung des Tunnels: „Der Tunnel wird gerechtfertigt mit einer vermeintlich notwendigen Fahrzeitverkürzung zur Erreichung des Taktknotens im neuen Stuttgarter Tiefbahnhof. Dort liegt aber gar kein Taktknoten vor und ist auch nicht möglich, es ist egal, wann ein Zug in Stuttgart ankommt, er verpasst praktisch immer gleich viele Anschlüsse. Das nimmt auch anderen Ergänzungsprojekten wie etwa dem Nordzulauftunnel die Rechtfertigung.“ Engelhardt verweist darauf, dass der neue Gäubahnausbau mit den milliardenteuren Tunneln und etwas mehr Zweigleisigkeit auf der Gesamtstrecke Stuttgart-Singen keine Fahrzeitverkürzung bringt. Engelhardt weiter: „Außerdem ist der Pfaffensteigtunnel im Brandfall eine Todesfalle. In der verengten Röhre kommen die vielen Passagiere der Doppelstock-Regionalzüge nicht rechtzeitig in Sicherheit.“
Roland Morlock weist auf Regelverstöße sowie die Kapazitätseinschränkung hin, die sich durch die Einfädelung der Gäubahn in den Fildertunnel ergibt, wo sie sich die Kapazität mit den Hauptbahnen aus Ulm/München und aus Tübingen teilen muss. Morlock: „Tatsächlich ist der Pfaffensteigtunnel der untaugliche Versuch, die Stuttgart 21-Fehlplanung auf den Fildern zu ersetzen und entsprechende Kosten aus dem Projekt auszulagern.“ Dieter Reicherter, Vorsitzender Richter am Landgericht a.D., Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21: „Ohne dass die wohlbegründet dargelegten Verstöße gegen Gesetze und Vorschriften ausgeräumt wurden, ist eine Genehmigung dieses Großprojekts und eine Entscheidung zu seiner Finanzierung nicht zu verantworten.“
Engelhardt schließt: „Bahnchefin Evelyn Palla sagt, die bei Stuttgart 21 begangenen Fehler dürften sich bei weiteren Großprojekten nicht wiederholen. Doch hier wiederholt sich alles, was S21 in den Abgrund gerissen hat: Geschönte Kosten, Regel- und Gesetzesverstöße, Falschaussagen und Informationszurückhaltung. Der Tunnel ist das neueste Zeugnis für die Abschaffung unserer Ingenieursnation Deutschland. Wir fordern die Projektbetreiber zu einem professionellen Faktencheck heraus oder andernfalls das Projekt zu stoppen.“
publish2025-12-12 16:03:07Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen(hier der Offene Brief als pdf-Datei)
Sehr geehrte Frau Palla!
Herzlich willkommen zur Lenkungskreissitzung in Stuttgart, bzw. in Stuttgart 21!
Verständlicherweise reisen Sie mit dem Flugzeug an, so bleibt Ihnen allerdings erspart, was die Bahn Bürger*innen und Reisenden hier seit vielen Jahren zumutet.
Wir haben uns von Anbeginn an gegen dieses Projekt gestellt, von dem u.a. Ihr Vorgänger Richard Lutz sagte, dass man es mit dem Wissen von heute (das war schon 2018) nie gebaut hätte. Wir haben in jeder Phase des Projekts Alternativen auf dem jeweiligen Entwicklungsstand angeboten, so auch jetzt, wo das Projekt in wesentlichen Teilen erstellt ist – und sich all unsere fachliche Kritik bestätigt.
Stuttgart 21 sollte das Glanzstück deutscher Ingenieurkunst und ein Vorzeigeprojekt der Deutschen Bahn werden. Nun steht es für die tiefgreifende Krise der Bahn.
Für all das tragen Sie persönlich keine Verantwortung. Die Bahn soll aber jetzt von den eigentlichen Treibern des Katastrophenprojekts als Alleinverantwortliche vorgeführt werden. Zudem muss die Deutsche Bahn auch noch die offenen und alle künftigen Milliardenkosten des Stuttgarter Abenteuers tragen, wie juristisch plausibel sowohl vom VG Stuttgart als auch vom VGH Mannheim vor kurzem entschieden wurde. Tatsächlich waren es die hiesigen Projektpartner, die Stuttgart 21 gegen alle Vernunft und Betriebswirtschaft mit ihrem drängenden Weiter-so über alle Hürden hinweggeholfen haben, seien es Kostenexplosionen, Terminverschiebungen, Zulassungshemmnisse, technische Sollbruchstellen.
In dieser Situation setzen wir große Erwartungen in Sie. Sie haben mutige Ankündigungen gemacht, haben versprochen, schonungslos alles auf den Prüfstand zu stellen. Sie sind nicht auf ein unbedingtes Weiter-so verpflichtet und sind frei von ideologischen Fixierungen und Gesichtswahrungsproblemen, die es den unbeirrten Weitermachern so schwer machen, ihre Irrtümer, Fehleinschätzungen und ihre Desinformationspolitik einzugestehen.
Bitte reden Sie mit uns, denen Ministerpräsident Kretschmann, und viele andere sinngemäß sagen, dass wir in allen Punkten Recht gehabt hätten. Über die vielen Jahre der Befassung mit diesem Projekt hat sich bei uns eine bahntechnische und ingenieurwissenschaftliche Kompetenz entwickelt, die wir bei der Bahn und ihren Projektpartnern nicht mehr erkennen können. Gehört wurden wir ab und an, aber regelmäßig ohne jede Konsequenz.
Unsere Bitte um ein Gespräch müsste auf Ihrem Schreibtisch liegen.
Mit freundlichen Grüßen
Für das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21
Dieter Reicherter, Martin Poguntke, Werner Sauerborn
publish2025-12-11 15:10:57Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-12-04 11:48:28Aktuelles K21-neu PressemitteilungenZur absehbaren Verschiebung des S21 Sonder-Lenkungskreises
Statt Ablenkungsshow: Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit!
„Wir begrüßen die absehbare Verschiebung des S21-Sonderlenkungskreises in den Januar“, so Bündnissprecher Martin Poguntke. Frau Palla, auf deren persönliche Teilnahme die Projektpartner bestehen, hat jetzt Wichtigeres zu tun, als sich von OB Nopper, Verkehrsminister Hermann und den Vertretern von Flughafen und Region die Leviten lesen zu lassen. Frau Palla ist jetzt damit beschäftigt, die Scherben des Stuttgarter Chaos-Projekts zusammenzukehren, an dem die Stuttgarter Projektpartner einen entscheidenden Anteil haben. Sie haben die Bahn immer wieder zu diesem Projekt gedrängt, haben ihm über alle Kostenhürden hinweggeholfen und sich aktiv an der Desinformationspolitik der Bahn beteiligt. Statt Krokodilstränen über die gescheiterte Inbetriebnahme 2026 zu vergießen, sollten sich OB Nopper und Verkehrsminister Hermann an die eigene Nase fassen und nicht „haltet-den-Dieb“ in Richtung Bahn rufen. „So, wie er inszeniert wird, ist der Lenkungskreis ein Ab-Lenkungskreis, der von der eigenen Mitverantwortung am Absturz des Projekts ablenken soll“, so Poguntke weiter. Statt seine Kraft in Maßnahmen der Reinwaschung zu stecken, täte der Stuttgarter OB besser daran, die Millionen-Ressourcen für das Fata-Morgana-Projekt Rosenstein zum Nutzen der Stuttgarter und Stuttgarterinnen umzusteuern. Dazu bieten die laufenden Beratungen des Haushalt 2026/27 reichlich Möglichkeiten. Jetzt muss es vor allem darum gehen, selbstkritisch und in aller Ehrlichkeit nach Möglichkeiten zu suchen, den freien Fall des Projekts zu stoppen und die Reißleine zu ziehen. Dazu gehört, Kopfbahnhof und Gäubahn-Anschluss zu erhalten, auf die Milliardenprojekte Rosenstein und Pfaffensteigtunnel zu verzichten und kreativ in die Stabilisierung und Optimierung von Gleisvorfeld und Gäubahn zu investieren. Kontakt: Martin Poguntke, 0151 403 602 56 Werner Sauerborn, 0171 320 98 01Pro Gäubahn Landesbündnis: „Die Gäubahn ist nicht tot – ihr Mörder wäre der Pfaffensteigtunnel!“
Das Landesbündnis Pro Gäubahn warnt eindringlich vor den gravierenden Folgen des geplanten Pfaffensteigtunnels für die internationale Bahnverbindung Stuttgart–Zürich–Mailand. Statt die Gäubahn zu stärken, droht der milliardenteure Tunnel das Aus für eine der wichtigsten europäischen Nord-Süd-Achsen im Schienenverkehr einzuläuten. Eine internationale Magistrale in der Krise Die Gäubahn, einst durchgehend zweigleisig und leistungsfähig, ist heute auf weiten Strecken eingleisig, störanfällig und überlastet. Seit dem Verkauf der bewährten KISS-Züge im Jahr 2024 kommt es auf der Strecke zwischen Stuttgart und Zürich regelmäßig zu massiven Verspätungen. Die Folge: Der Schweizer Taktfahrplan gerät aus dem Rhythmus – und ab Dezember 2025 soll nur noch jeder zweite Zug über die Grenze fahren dürfen. Für Fahrgäste bedeutet das häufiges Umsteigen in Singen und verpasste Anschlüsse.
Pro Gäubahn fordert realistische Lösungen statt Tunnelträume
Das Landesbündnis schlägt ein dreistufiges Maßnahmenpaket vor, um die Verbindung zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen:
- Kurzfristig: Anpassung des Fahrplans als Notmaßnahme, damit die derzeit eingesetzten Doppelstock-ICs wieder pünktlich ankommen.
- Mittelfristig: Beschaffung moderner, leistungsfähiger und komfortabler Züge, die den bisherigen Fahrplan zuverlässig einhalten oder sogar wieder an die deutlich attraktiveren Reisezeiten der späten 1990er Jahre anschließen zu können.
- Langfristig: Zweigleisiger Ausbau der Gäubahn und Erhalt eines Kombibahnhofs in Stuttgart – also die Beibehaltung des oberirdischen Kopfbahnhofs zusätzlich zum Tiefbahnhof. Nur so kann ein stabiler Betrieb gewährleistet werden, zumal die Gäubahn derzeit keine Zufahrt zum Tiefbahnhof besitzt. Eine Stilllegung des Kopfbahnhofs wäre nach aktuellem Rechtsstand sogar unzulässig.
- Unterbrechungen in Vaihingen, wo nur noch die S-Bahn zum Hauptbahnhof fährt,
- Busersatzverkehr in Böblingen,
- und der mögliche Abbruch der Verbindung in Singen, wenn verspätete Züge aus Deutschland in der Schweiz nicht mehr akzeptiert werden.
(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-10-31 18:02:01Aktuelles K21-neu PressemitteilungenEin extrem starkes Zeichen: Über 20 000 Stuttgarter und Stuttgarterinnen fordern Bürgerentscheid
Jetzt Demokratiefreundlichkeit des Gemeinderats gefragt
Der Leiter der Stabsstelle von Oberbürgermeister Dr. Nopper hat mitgeteilt, dass das erforderliche Quorum von 20.000 Unterschriften für das Bürgerbegehren „mehr Bahnhof = mehr Zukunft“ nicht erreicht worden sei. An den geforderten 20.000 gültigen Unterschriften würden 165 fehlen. Hannes Rockenbauch, Stadtrat und Vertrauensperson des Bürgerbegehrens bewertet: „Jetzt kann sich die Demokratiefreundlichkeit des Gemeinderats zeigen, indem der Gemeinderat dennoch einen Bürgerentscheid durchführt und damit in dieser wichtigen Frage den Bürger*innen das Wort gibt. Dass das Ziel möglicherweise um lediglich 0,8 Prozent verfehlt wurde, obwohl die Hälfte der Zeit in die Sommerferien gefallen war, ist ein extrem starkes Zeichen.“ Der Gemeinderat kann damit die bürgerfeindliche Haltung von Oberbürgermeister Nopper korrigieren. Dieser hatte in der Frage des Fristendes auf Zeit gespielt und erst am 15. Oktober mitgeteilt, dass an diesem Tag die Abgabefrist ende. Trotz des dadurch vom OB verursachten Zusammenbruchs der Motivation bei den Unterschriften-Sammler*innen sind dann schließlich doch noch insgesamt 23.926 Unterschriften zusammengekommen. Das Bürgerbegehren hatte ja noch keine Entscheidung über die Flächen selbst zum Inhalt, sondern einzig das Ziel: dass darüber eine demokratische Abstimmung durch die Wahlbevölkerung durchgeführt wird. Dr. Angelika Linckh, ebenfalls Vertrauensperson des Bürgerbegehrens, ergänzt: „Es haben auch Menschen unterschrieben, die grundsätzlich davon ausgehen, dass der Tiefbahnhof funktionieren wird, die aber dennoch angesichts der Klimaerhitzung und der auch deshalb dringend notwendigen Verkehrswende hoffen, dass eine sog. Kombilösung möglich bleiben muss und dass deshalb jetzt kein unnötiges städtisches Geld für voreilige Baupläne herausgeworfen werden sollte.“ Praktisch alle Bahn-Experten – außer der wirtschaftlich und politisch mit S21 verflochtenen Deutschen Bahn – sind sich sicher, dass die Kapazität des Tiefbahnhofs schon für den heutigen Bahnbetrieb nicht ausreicht – erst recht nicht für eine von allen politischen Akteuren aus Klimaschutzgründen angestrebte Verdoppelung des Bahnverkehrs. Das Ziel eines hochpreisigen Wohnquartiers darf nicht in Konkurrenz gebracht werden zu einem für die gesamte Bevölkerung wichtigen funktionierenden Bahnverkehr. Gero Treuner vom Verkehrsclub Deutschland (VCD): „Es ist unbedingte Pflicht eines verantwortungsbewussten Gemeinderats, die Option für eine leistungsfähige Bahn mit weiteren Kapazitäten zu bewahren. Dies auch, weil eine direkte Anbindung der Gäubahn an den Hauptbahnhof statt Umstieg in Vaihingen unverzichtbar ist.“ Die Frage, ob die mit dem Bürgerbegehren thematisierte Fläche bebaut werden soll oder nicht, wird offensichtlich von der Bevölkerung sehr ernst genommen – das zeigen die fast 20.000 Unterschriften überdeutlich. Martin Poguntke, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen S21: „Die geplante Bebauung der Bahnflächen würde die zentrale Frischluftschneise Stuttgarts blockieren und die Gleise als Kühlkörper durch hitzespeichernden Beton ersetzen. Noch mehr Hitze und verschmutzte Luft und noch mehr Hitzetote in Stuttgart wären die Folge.“ Die Initiator*innen bedanken sich bei allen Helfenden für das fleißige und unermüdliche Sammeln der Unterschriften. Wir fordern deshalb den Gemeinderat auf, am 8. März einen Bürgerentscheid darüber durchzuführen, ob die zentralen Gleisflächen dem Bau von Büros und Wohnungen geopfert werden sollen. Wir halten es für die Pflicht eines verantwortungsbewussten und demokratischen Gemeinderats, in dieser wichtigen Frage, die Bürger nicht außen vor zu lassen. Kontakt: Hannes Rockenbauch, 0151 524 904 89 Angelika Linckh, 0179 695 11 57 Gero Treuner(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-10-28 10:19:54Aktuelles K21-neu PressemitteilungenErneuter Wortbruch der Deutschen Bahn AG
Verlässlicher S-Bahn-Verkehr wird für Stuttgart 21 geopfert
Man erinnert sich: 2023 hatte die Bahn nach elfwöchiger Sperrung zwischen Bad Cannstatt und Waiblingen versprochen, zu weiteren Vollsperrungen im Landkreis werde es nicht mehr kommen. Nicht zum ersten Mal bricht sie dieses Versprechen. Neben häufigen kurzen Sperrungen ist für die S3 schon wieder eine Vollsperrung vom 21. November bis 1. Dezember 2025 angekündigt. Die Waiblinger Kreiszeitung bringt es auf den Punkt: Unter der Überschrift „Dauer-Bahnchaos Rems-Murr“ listet sie die Grausamkeiten auf, welche in den nächsten Jahren die Bahnreisenden nicht nur im Landkreis Rems-Murr, sondern in der gesamten Region erwarten. Sie kommt zum Ergebnis, der Deutschen Bahn sei „das Großprojekt Digitalisierung des Bahnknotens Stuttgart endgültig aus dem Ruder gelaufen“. Die DB agiere „kurzatmig bei den Baustellen im Bestand.“ Wie auch das Aktionsbündnis moniert die Zeitung den unverzüglichen zweigleisigen Ausbau der Murrbahn und zitiert Matthias Lieb, den hauptamtlicher Qualitätsanwalt der Fahrgäste in Baden-Württemberg: Die Remsbahn sei „infrastrukturtechnisch kurz vor Entwicklungsland“. Da reibt man sich verwundert die Augen, wenn Daniel Deubel, künftig beim Verband Region Stuttgart für den S-Bahn-Verkehr verantwortlich, vollmundig trotz dessen seit Jahren andauernden Niedergangs verkündet: „Mobilität ist das Fundament unserer wirtschaftlichen Stärke und unserer Lebensqualität. Die S-Bahn ist das Herzstück. Qualität und Pünktlichkeit müssen oberste Priorität haben.“ Denn zuletzt auf der Fahrplankonferenz des Verbandes war das Gegenteil zu hören. Jürgen Wurmthaler, Vorgänger Deubels und Mitverantwortlicher für den Niedergang der S-Bahn, schockte mit der Liste von zum Teil monatelangen Sperrungen in den nächsten Jahren. Demnach wird nichts besser, sondern alles noch schlechter. Zum Trost fügte er an, hätte die Taskforce des Lenkungskreises zu Stuttgart 21 die Sperrungen und Ausfälle im S-Bahn-Netz nicht auf zwei Jahre gestreckt, wäre alles noch viel schlimmer gekommen. Dazu Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen Stuttgart 21: „Es ist unfassbar, wie gottergeben die Verantwortlichen des Verbandes die Kapriolen der Deutschen Bahn hinnehmen. Aus Kumpanei mit den Verfechtern des Projekts Stuttgart 21, das für einen Großteil der Einschränkungen verantwortlich ist, verdrängen sie, dass die Bahn für die Menschen da ist und nicht die Menschen für die Bahn. Dabei müsste gelten: Wer bestellt und bezahlt, der bestimmt. Denn die Deutsche Bahn betreibt die S-Bahn im Auftrag des Verbandes Region Stuttgart und haftet für Schlechtleistung.“ Klaus Riedel vom Bündnis Waiblingen gegen Stuttgart 21 ergänzt: „Kundinnen und Kunden der S-Bahn sollten sich nicht alles gefallen lassen. Ich rufe dazu auf, im Rahmen der VVS-Mobilitätsgarantie (https://www.vvs.de/hilfe-faq/mobilitaetsgarantie) Entschädigungen einzufordern und von der Möglichkeit Gebrauch zu machen, auf Kosten des VVS mit dem Taxi zu fahren., Dieter Reicherter fordert, einen Teil der monatlichen Kosten des Abonnements an die Kund:innen zurück zu erstatten: „Die Region erfüllt ihre Pflichten aus den Abonnementverträgen nicht. Wer eine Zeitung abonniert und diese nur jeden zweiten Tag erhält, muss auch nicht den vollen Preis bezahlen. Nichts anderes kann gelten, wenn die S-Bahnen ständig ausfallen oder verspätet sind und der Takt stillschweigend von 15 auf 30 Minuten erhöht wurde.“ Kontakt: Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31 Klaus Riedel, 07151 23234(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-10-24 18:47:09Aktuelles K21-neu PressemitteilungenZweigleisiger Ausbau der Murrbahn für Alle statt Rennstrecke für Wenige
Nach dem heutigen Bericht der Stuttgarter Zeitung plant die Deutsche Bahn, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 eine ICE-Sprinter-Verbindung von Stuttgart über Nürnberg nach Berlin einzurichten. Die Gründe sind durchsichtig: Die DB will dem Konkurrenten Flixtrain Kund:innen abjagen. Denn auf der bisher zwischen Stuttgart und Berlin genutzten Strecke über Frankfurt/Main braucht Flixtrain nur 10 bis15 Minuten länger als die Deutsche Bahn und befördert die Reisenden bei rechtzeitiger Buchung zu einem Fünftel des DB-Preises. Zu Recht verweist die StZ darauf, die Deutsche Bahn setze verstärkt auf Rennstrecken. Wegen einiger Fernreisender verschlechtert sie die Mobilität von vielen Reisenden mit Regionalzügen und S-Bahnen spürbar. Der Fahrplan gerät noch mehr aus dem Takt. Gleichzeitig wischt die Deutsche Bahn AG der Konkurrenz im Regionalverkehr, nämlich Arverio BW, noch eins aus. Denn die von Arverio auf der Strecke Stuttgart-Nürnberg betriebenen Regionalexpresszüge RE 90 sollen für 10 Minuten aufs Abstellgleis geschoben werden, damit die ICEs der DB auf der eingleisigen Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental überholen können. Klaus Riedel vom Bündnis Waiblingen gegen Stuttgart 21 erinnert: „Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 sowie das Bündnis Waiblingen gegen Stuttgart 21 fordern schon seit vielen Jahren den zweigleisigen Ausbau der Murrbahn, was zu einer spürbaren Verbesserung im Nah- und Regionalverkehr führen und die Verlängerung der S-Bahn nach Murrhardt möglich machen würde. Wir wollen von der Politik endlich gehört werden.“ Nicht aufgefallen ist der StZ die extreme Gefahr, dass die S3 zwischen Backnang und Waiblingen die aus dem Takt geratenen Regionalzüge sowie die zusätzlich auf der Strecke verkehrenden ICEs ausbremsen könnte und umgekehrt. Denn derzeit starten die Regionalzüge in Backnang 4 Minuten vor der S3 in Richtung Stuttgart und haben auf der Strecke mit nur einem Gleis in jeder Richtung freie Fahrt. Entsprechend kommen Regionalzüge aus Stuttgart kurz nach der S 3 in Backnang an. In dieses Schema passen zusätzliche ICEs sowie aus dem Takt geratene Regionalzüge nicht. Dazu Dieter Reicherter, Sprecher des Aktionsbündnisses: „Schon jetzt ist es auf der Heimfahrt aus Stuttgart wegen der Unpünktlichkeit der S3 nicht möglich, in Backnang den nur stündlich verkehrenden und auf die S-Bahn getakteten Bus 382 zu erreichen. Die Masche der Deutschen Bahn, auf Kosten insbesondere der Pendler:innen mit ihren schnellen ICEs die Konkurrenten auszubremsen, ist allzu offensichtlich.“ Das Aktionsbündnis fordert Landesverkehrsminister Winfried Hermann, den Vorsitzenden des Regionalverbandes Rainer Wieland und Landrat Dr. Richard Sigel nachdrücklich auf, sich für die Reisenden im Nah- und Regionalverkehr einzusetzen. Gleichzeitig fordert das Aktionsbündnis, den zweigleisigen Ausbau der Murrbahn in das Infrastrukturprogramm des Bundes aufzunehmen und schnellstens umzusetzen. Kontakt: Dieter Reicherter, 07192 930 522 oder 0151 263 711 31 Klaus Riedel, 07151 23234Pro Gäubahn Landesbündnis setzt sich für richtige Prioritätensetzung bei der Gäubahn ein: zweigleisiger Ausbau statt Pfaffensteigtunnel
Eine wirkliche Verbesserung des Gäubahn-Betriebs, mehr Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sind die Ziele des Pro Gäubahn Landesbündnisses. „Eine bessere Betriebsqualität zwischen Stuttgart und Zürich ist aber nur möglich, wenn die Gäubahn wieder vollständig zweigleisig ausgebaut wird“, so Michael Leibrecht von Pro Gäubahn Rottweil. „Dies muss der Fokus sein, nicht der Pfaffensteigtunnel, der für den Gäubahn-Betrieb keine Verbesserung bringt“, so Leibrecht weiter. „Die derzeitige Prioritätensetzung halten wir schlicht für falsch. Seit mehr als 70 Jahren wird die Wiederherstellung der Zweigleisigkeit zwischen Tuttlingen und Horb versprochen. Dazu hat sich Deutschland zudem staatsvertraglich im Vertrag von Lugano 1996 mit der Schweiz verpflichtet,“ stellt Dr. Hans-Jörg Jäkel vom Gäubahnkomitee Stuttgart fest. Anstatt hier endlich schnell voranzukommen, besteht der aktuelle politische Fokus aber darin, einen bereits zweigleisigen Gäubahn-Abschnitt, nämlich die Panoramabahnzufahrt der Gäubahn zum Stuttgarter Hauptbahnhof stillzulegen und durch einen neu zu bauende Streckenführung im Tunnel, den sogenannten Pfaffensteigtunnel zu ersetzen. Gewonnen sei damit für die Gäubahn nichts, ist sich Jäkel sicher.
Der Pfaffensteigtunnel ist zudem extrem teuer, dafür dass er für die Gäubahn keine Verbesserung bringt. Mit den veranschlagten 3 Milliarden Euro für dieses eine Bauwerk könnte man nicht nur die Gäubahn wieder vollständig zweigleisig ausbauen, sondern auch noch weitere sinnvolle Ausbauprojekte überall im Land anstoßen. So viel Geld auf nur ein Projekt ohne echten Nutzen zu konzentrieren, widerspricht vollkommen dem Prinzip des sparsamen Umgangs mit Steuermitteln, stellt Andreas Frankenhauser vom Pro Gäubahn Landesbündnis fest. Dazukommt, dass der Pfaffensteigtunnel nicht nur völlig überteuert, sondern auch noch sehr klimaschädlich sowohl im Bau als auch im Betrieb ist. Bahntunnel können klimapolitisch sinnvoll sein, aber nur wenn dadurch wesentlich mehr Verkehr auf die Schiene verlagert werden. Wer aber 350.000 Tonnen CO2-Äquivalente nur für den Ersatz einer längst vorhandenen und sogar kürzeren Strecke ausstoßen will, setzt die klimapolitische Glaubwürdigkeit Deutschlands aufs Spiel, so Hendrik Auhagen von Pro Gäubahn Konstanz.
Pro Gäubahn setzt sich deshalb dafür ein, dass die kostengünstige und klimaschonende Weiternutzung der Bestandsinfrastruktur bis Stuttgart Hbf (oben) in den Fokus genommen wird. Diese kann zudem einen unterbrechungsfreien Betrieb ohne Kappung bis Stuttgart Hbf garantieren und belässt gleichzeitig auch noch Geld übrig, die Gäubahn endlich wieder zweigleisig auszubauen.
Info: Mehr auf https://pro-gaeubahn.de
Das Pro Gäubahn-Landesbündnis wurde am 9.3.24 in Rottweil gegründet. Das Bündnis vertritt die Interessen der Bahnstrecke Stuttgart – Böblingen – Horb – Rottweil – Tuttlingen – Singen (-Zürich / Konstanz).
Mitglieder des Pro Gäubahn-Bündnisses sind u.a.:
Pro Gäubahn-Initiative Rottweil – Wir wollen zum Hauptbahnhof
Interessengemeinschaft Gäubahn in Freudenstadt
Pro Gäubahn Singen – Singener Gäubahn-Initiative
Pro Gäubahn Tuttlingen
Pro Gäubahn Konstanz
Gäubahnkomitee Stuttgart - Wir wollen zum Bodensee
Deutsche Umwelthilfe (DUH)
Bund für Umwelt- und Naturschutz Baden-Württemberg e.V. (BUND)
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Baden-Württemberg
VCD Kreisverband Konstanz
Mobilitätswendeallianz Baden-Württemberg e.V.
Schutzgemeinschaft Filder e.V.
Naturfreunde Württemberg e.V.
Matthias Gastel MdB – Bündnis 90/Die Grünen
Bündnis 90/ Die Grünen Kreisverbände Rottweil, Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Konstanz
SPD-Kreisverbände Freudenstadt, Rottweil und Tuttlingen
Fraktion Linke/SÖS im Gemeinderat Stuttgart
(hier diese Pressemitteilung als pdf-Datei)
publish2025-10-09 11:16:18Aktuelles K21-neu Pressemitteilungen